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Winterzeit 2020: Zeitumstellung, Sonntag 25. Oktober - vor oder zurück?

Zeitumstellung : Winterzeit 2020 - das müssen Sie wissen

Jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober - also in der kommenden Nacht - wird die Uhr umgestellt, was bedeutet, dass die Winterzeit beginnt. Doch wird die Uhr eigentlich vorgestellt, oder müssen wir die Zeiger mitten in der Nacht zurückdrehen?

Die Zeitumstellung findet zweimal im Jahr statt - entweder wird die Uhr eine Stunde vor (Sommerzeit) oder eine Stunde zurück (Winterzeit) gestellt. Um die Menschen nicht allzu sehr in ihrem Tagesablauf zu stören, passiert dies nachts.

Wann wird die Uhr umgestellt?

Die Uhr wird wie üblich am letzten Oktoberwochenende zurückgestellt. Dieses Jahr muss die Uhr am Sonntag, 25. Oktober um 3 Uhr morgens um eine Stunde zurückgestellt werden.

Wann wird die Uhr vorgestellt und wann zurück?

Jedes Jahr wird die Uhr zweimal umgestellt und jedes Mal fragen sich viele: In welche Richtung muss der Zeiger nochmal?

Deshalb hier zur Übersicht:

Sommerzeit: Am letzten Märzwochenende wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Auf 1.59 Uhr nachts folgt also 3 Uhr statt 2 Uhr. Man hat daher eine Stunde weniger zum Schlafen.

Winterzeit: Am letzten Oktoberwochenende wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt. Auf 2.59 Uhr folgt also 2 Uhr nachts statt 3 Uhr. Man kann also morgen eine Stunde länger im Bett bleiben.

Kann die Zeitumstellung zu gesundheitlichen Problemen führen?

Manche Menschen klagen nach der Umstellung auf Winterzeit über Antriebsstörungen, Schlafprobleme und Depressionen. Umgangssprachlich nennt man das auch den „Winterblues“. Dessen Hauptursache ist meist ein Mangel an Sonnenlicht.

Bei einer Umfrage der Krankenkasse DAK stellte sich heraus, dass zwischen einem Viertel und knapp einem Drittel der Deutschen unter der Umstellung leiden. Die meisten der Betroffenen (79%) fühlen sich müde und schlapp, andere haben Schlafprobleme (62%), mangelnde Konzentration (39%) und eine gereizte Stimmung (28%).

Allerdings gibt es auch Wissenschaftler, die sich kritisch zu diesen Studien äußern: Die Auswirkungen der Zeitumstellung auf den menschlichen Körper seien noch zu wenig erforscht, um einen Kausalzusammenhang zu belegen. Außerdem weiß niemand, was der Wegfall davon für Auswirkungen auf uns haben könnte. Auch eine einheitliche Normalzeit könnte zu körperlichen und psychischen Problemen führen.

Kann man sich auf die Winterzeit einstellen?

Ja, das geht. Hier einige Tipps:

  • Legen Sie sich am Abend vor der Zeitumstellung etwas später schlafen als sonst. Immerhin haben Sie am nächsten Tag auch eine Stunde mehr Zeit, um auszuschlafen.
  • Hilfreich ist es auch, am Abend vor der Umstellung noch etwas Licht zu tanken, beispielsweise bei einem ausgiebigen Spaziergang oder im Solarium. Die Einstellung sollte dabei möglichst mild sein, da es nicht um die Bräune der Haut geht, sondern darum, durch die Lichtbestrahlung den Vitamin-D-Haushalt aufzubauen und sich an die Winterzeit anzupassen.
  • Wer wegen der früheren Schlafenszeit in Schwierigkeiten gerät, sollte es zunächst mit Kräutertees versuchen. Hilfreich sind etwa Tees aus Baldrian, Hopfen oder Melisse.
  • Ähnlich wie bei einem Jetlag nach einer Reise sollten Sie auch bei einer Zeitumstellung vorerst auf einen Mittagsschlaf verzichten. Gönnen Sie sich lieber eine Ruhepause und einen kleinen Spaziergang. Nach etwa einer Woche können Sie sich dann auch wieder mittags schlafen legen.

Wie kann man sich die Zeitumstellung am besten merken?

Hierzu gibt es verschiedene Eselsbrücken. Die bekanntesten stellen wir Ihnen vor.

  • Thermometer: Die Temperaturen befinden sich im Sommer im positiven Bereich, also bekommt auch die Uhr eine Stunde mehr. Im Winter wird es kälter, die Temperaturen nehmen wieder ab. Daher wird auch die Uhr eine Stunde zurückgestellt.
  • Englisch: „Spring forward, fall back“ - das bedeutet übersetzt „Springe vor, falle zurück“ und zugleich „Frühling vor, Herbst zurück“. So merken sich die Briten, welche Uhrzeit sie einstellen müssen.
  • Sommer: Die Uhrzeit möchte immer näher zum Sommer, das heißt im Frühling eine Stunde vor und im Herbst eine Stunde zurück.
  • Jahreszeiten: Auch mithilfe der Jahreszeiten kann man es sich merken. Der Frühling kommt vor dem Herbst, weshalb auch die Uhr vorgestellt wird.

Warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt?

Mit der Zeitumstellung möchte man das natürliche Tageslicht nutzen, um Strom zu sparen: Da die Tage im Sommer länger sind und die Sonne früher auf- und untergeht, muss man das Licht weniger anschalten. Beispielsweise würde die Sonne am 12. Dezember 2020 ohne Zeitumstellung erst um 9:25 Uhr aufgehen. Es würde also deutlich länger dunkel bleiben.

Übrigens ist die Normalzeit eigentlich die Winterzeit, die Sommerzeit ist also ergänzend hinzugekommen.

Wer hat die Zeitumstellung erfunden?

Bereits 1784 kam der amerikanische Wissenschaftler und Erfinder des Blitzableiters Benjamin Franklin auf die Idee, den Schlafrhythmus an das Tageslicht anzupassen.

Ende des 19. Jahrhunderts gab es erstmalig die Idee, die Uhrzeit je nach Jahreszeit umzustellen. Heutzutage gilt der Brite William Willet als Erfinder der Sommerzeit.

1916 fand die erste Zeitumstellung im Deutschen Reich und Österreich-Ungarn statt. Davon erhofft man sich in der Zeit des Ersten Weltkriegs Energie sparen zu können, weshalb sich auch andere Länder wie Großbritannien und Frankreich daran ein Beispiel nahmen.

Da sie bereits damals umstritten war, schafften die Länder sie nach Ende des Krieges erstmal wieder ab. Nur Großbritannien behielt die Zeitumstellung bei.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs führte Deutschland die Sommerzeit 1940 wieder ein und wagte sich sieben Jahre später sogar an die doppelte Sommerzeit heran: Die Menschen mussten ihre Uhren um zwei Stunden von Winterzeit auf Sommerzeit umstellen. Dies stellte sich jedoch als Flop heraus und sieben Wochen später wurde sie wieder abgestellt. Ab 1949 gab es 30 Jahre lang keine Sommerzeit mehr. Seit 1980 gibt es die Zeitumstellung bei uns in ihrer heutigen Form.

Was ist aus der Abschaffung der Zeitumstellung geworden?

Die EU-Länder haben sich eigentlich schon 2018 darauf verständigt, die Zeitumstellung abzuschaffen. Das Europaparlament stimmte für eine Umstellung auf Normalzeit im Jahr 2021. Ob dies wirklich geschehen wird, ist bisher noch unklar: Europa hat derzeit einfach wichtigere Probleme beispielsweise den Brexit und die Corona-Pandemie.

Wann findet die Zeitumstellung 2021 statt?

Die nächste Zeitumstellung ist am Sonntag, den 28. März. Dann werden Uhren wieder von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt. Menschen, die morgens schlecht aus dem Bett kommen, werden es erstmal wieder schwerer haben, da ihnen eine Stunde morgens „geklaut“ wird.

Erst am Sonntag, den 31. Oktober 2021 bekommen sie diese verlorene Stunde wieder zurück, denn dann gilt wieder die Winterzeit.

Hier lesen Sie die 10 wichtigsten Fakten zur Zeitumstellung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Winterzeit - 13 Fakten zur Zeitumstellung

(ham)