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Waschmaschine: Billige Modelle oft mangelhaft laut Stiftung Warentest

Stiftung Warentest : Billige Waschmaschinen oft mangelhaft

Waschmaschinen werden immer sparsamer, aber günstige Modelle gehen erstaunlich schnell kaputt. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest. Dabei gehen Fachleute davon aus, dass ein Gerät bis zu 15 Jahre halten sollte.

Der Preis bei Waschmaschinen entscheidet nicht zwangsläufig über die Sauberkeit der Wäsche oder den Energieverbrauch pro Waschgang - sondern darüber, wie lange das Gerät überhaupt seinen Dienst verrichtet. Wie die Stiftung Warentest in einer Versuchsreihe feststellte, ereilt in der Anschaffung günstigere Geräte besonders schnell das Schleudertrauma in Form von Elektronik-Problemen, kaputten Antriebsriemen, lahmen Pumpen oder undichten Gummiteilen. Drei von 13 getesteten Geräten fielen mit der Note "mangelhaft" durch, weil sie die simulierte Dauernutzung von zehn Jahren mit 3,5 Waschladungen pro Woche (also insgesamt 1840 Wäschen) nicht überstanden. Die Betriebskosten für zehn Jahre unterschieden sich zwischen dem teuersten Gerät im Test und dem günstigsten hingegen nur um 50 Euro - also gerade einmal fünf Euro im Jahr. Und in der Funktion schnitten auch günstige Geräte ganz gut ab.

Probleme mit der Qualität hatten aber die Geräte der Hersteller Beko, Gorenje und LG jeweils nach rund der Hälfte des Tests, also hochgerechnet nach fünf Jahren. Getestet wurden je Fabrikat jeweils drei Maschinen. Bei zwei der drei Beko-Geräten versagte die Elektronik, sie zogen Wasser und pumpten es wieder ab. Ein Gorenje-Gerät verlor frühzeitig Wasser, und ein zweites des slowenischen Herstellers wurde von Antriebsscheibe und Pumpe lahmgelegt. Und bei zwei der drei LG-Maschinen sorgte undichtes Gummi für Wasseraustritt. Die drei Bauknecht-Maschinen ließen sich nicht mehr bedienen, weil die Starttaste abbrach.

Die teuersten Geräte der Hersteller Bosch, Miele, Siemens und AEG überstanden hingegen die Dauerbelastung mit der Bestnote "sehr gut". Maschinen aus dem mittleren Preissegment landeten zumeist zwischen "sehr gut" und "gut". "Alle Sparerei verpufft, wenn die Waschmaschine nur wenige Jahre hält", lautet das Fazit der Tester.

Dabei gilt unter Fachleuten eigentlich die Faustregel, dass ein Gerät mit einer einkalkulierten Reparatur mehr als zehn Jahre halten sollte. Der Düsseldorfer Hausgerätespezialist Claus Hintz geht sogar von bis zu 15 Jahren aus. Doch das erlebt er selbst immer seltener, obwohl bei Verbrauchern durchaus die Bereitschaft besteht, in die Reparatur einer Waschmaschine zu investieren. Hintz macht mangelhafte Bauteile dafür verantwortlich. "Im Zuge der Gewinnoptimierung werden auch bei Markenprodukten immer schlechtere Bauteile in der Elektronik verbaut. Sehr viele Geräte haben nach drei Jahren Elektronik-Probleme", sagt Claus Hintz, Hausgerätekundendienst aus Düsseldorf. Unterschiede zwischen namhaften und billigen Herstellern machen sich seiner Erfahrung nach vor allem noch bei Mechaniken bemerkbar. Defekte Elektronik-Teile in den Platinen hingegen kosten zwar nur wenige Cents, die können dann aber dafür sorgen, dass schnell die gesamte Steuerung ausgetauscht werden muss. "Und dann kostet es schnell mehrere Hundert Euro." Dies wiederum macht eine Reparatur bei billigen Waschmaschinen praktisch sinnlos. "Wenn die Kosten der Reparatur über der Hälfte des Neupreises liegen, dann sollte man es sich gut überlegen", rät Hausgeräte-Spezialist Hintz.

Alle von den Warentestern untersuchten Maschinen hatten im übrigen ein Fassungsvermögen von sieben bis acht Kilogramm Wäsche. Nur dann arbeiten sie auch ökonomisch. Doch die meisten Haushalte, so die Tester, beladen viel weniger. Acht Kilo waren im Test drei Bettbezüge, zwölf Kopfkissenbezüge und 25 Handtücher.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind laut Stiftung Warentest die besten Waschmaschinen

(RP)