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Zerrissen, gewaschen, verbrannt: Was tun mit kaputten Geldscheinen?

Zerrissen, gewaschen, verbrannt : Was tun mit kaputten Geldscheinen?

Geldscheine sind so eine Sache. In die Hosentasche gesteckt, landen sie schnell mal in der Waschmaschine oder kriegen Risse. Aber was ist zu tun, wenn der 50-Euro-Schein beschädigt ist?

Geldscheine müssen einiges mitmachen. Täglich werden sie mehrfach benutzt, immer wieder geraten sie in Kinderhände und manch einer versteckt sie gar unter der Matratze. Allzu leicht entsteht deshalb im Alltag ein Loch oder Riss im Schein.

Zum Glück lassen sich diese jedoch umtauschen. "Es gibt drei Wege kaputtes Geld umzutauschen: Entweder bei der Hausbank, bei einer der Filialen der Bundesbank oder über den Postweg, dann auch an die Bundesbank", erklärt Dierk Dominicus, zuständig für Falschgeldprävention bei der Bundesbank.

Aus Versehen kaputt

Grundsätzlich ist das erst einmal bei jeder Form von Beschädigung möglich, allerdings gibt es zwei Voraussetzungen für Erfolg, "Zum einen müssen von der beschädigten Banknote mehr als 50 Prozent übrig sein," erklärt Damian Machura, stellvertretender Leiter der Gruppe für beschädigte Banknoten und Münzen. Ist das nicht möglich, so muss zumindest nachgewiesen werden, dass der Rest des Scheins völlig zerstört wurde.

"Das bedeutet, selbst wenn die Banknote verbrannt ist, müssen sämtliche dazugehörigen Kleinteile mit eingereicht werden." Diese werden dann von den Spezialisten der Deutschen Bundesbank untersucht, und auf Richtigkeit überprüft.

Die zweite Bedingung ist, dass das Geld nicht absichtlich beschädigt wurde. "Ein Fall der immer wieder vorkommt ist etwa, dass ein Künstler ein Kunstwerk aus Banknoten herstellt, es ihm das dann nicht gefällt, und er die Banknoten im Nachgang umtauschen will", sagt Dominicus. "Hier wird das Geld jedoch nicht erstattet, weil es vorsätzlich beschädigt wurde."

Ob eine Banknote absichtlich zerstört wurde, können die Prüfer mit speziellen Verfahren testen. Rechtliche Konsequenzen für den Besitzer des Geldes hat das jedoch nicht. "Grundsätzlich kann jeder mit seinem Geld machen, was er möchte, nur erstattet wird es dann nicht mehr", erklärt Dominicus.

Im Backofen, im Keller, im Garten

Dass es wichtig ist, diese Regeln zu kennen zeigen die Zahlen: Jedes Jahr gehen bei der Bundesbank rund 22.000 Anträge auf Umtausch ein. Dabei geht es um etwa 840.000 Banknoten im Wert von rund 32 Millionen. "Uns werden alle möglichen Banknoten geschickt", sagt Machura.

Man könnte auch sagen, es gibt nichts, was es nicht gibt: Da kommt Geld, das unbemerkt in einer Geburtstagskarte lag und versehentlich zerrissen wurde. Oder Scheine, die in der Mikrowelle oder im Backofen versteckt, und über die Vorfreude auf die Tiefkühlpizza mitgeröstet wurden.

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Manche Scheine kommen auch im Klumpen. Die wurden dann im Garten vergraben oder im feuchten Keller aufbewahrt. Im schlimmsten Fall landen auch mal die Ausscheidungen eines Hundes auf dem Tisch der Prüfer. Der Vollständigkeit wegen müssen sie mitgeschickt werden, wenn der Hund den Euroschein gefressen hat.

"Im Moment kommt besonders viel Geld aus den östlichen Teilen Deutschlands", sagt Machura. "Dort standen ja ganze Geldautomaten unter Wasser, deren Geld ersetzt werden muss." Einziger Zweifelsfall sind eingeschweißte Geldscheine. Sie werden vor allem zu Geburtstagen und Hochzeiten verschenkt. In der Nähe der Kerzen auf der Torte weicht das Plastik dann jedoch schnell auf und verschmilzt mit dem Geld.

Ob die Scheine in so einem Fall ersetzt werden, liegt im Ermessen der Bundesbank. Denn eigentlich ist hier von vorsätzlicher Beschädigung auszugehen, doch bei Hochzeiten und Geburtstagen, zeigt sich die Bundesbank zur Zeit kulant.

Hier geht es zur Infostrecke: Tipps für den Umtausch von kaputten Geldscheinen

(ham)