Stiftung Warentest: Billige Mineralwasser sind gut und gesund

Stiftung Warentest: Das beste Mineralwasser kostet 13 Cent

Gutes Mineralwasser muss nicht teuer sein. Das zeigt der aktuelle Test der Stiftung Warentest. Nur zwei Produkte fielen durch. Der Grund: Keime und Plastikgeschmack.

Jeder Deutsche trank 2017 durchschnittlich 144 Liter Mineralwasser. Das prickelnde Getränk ist beliebt, vor allem im Sommer. Aber welche Mineralwasser sind wirklich empfehlenswert? Das wollte die Stiftung Warentest nun herausfinden. 30 verschiedene Mineralwasser mit Kohelnsäure wurden von den Verbraucherschützern unter die Lupe genommen, mit positivem Ergebnis: 17 schnitten mit „gut“ ab. Elf Mineralwasser erhielten das Prädikat „befriedigend“. Zwei waren mit „ausreichend“ die Testverlierer. Ein „sehr gut“ wurde nicht vergeben.

Für den Test hatte die Stiftung Warentest sieben Personen zum Geschmacks- und Geruchstest geladen. Außerdem wurden die Verpackungen bewertet und das Wasser wurde unter anderem auf potenziell schädliche Stoffe wie Keime oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht.

Das Ergebnis im Detail:

„Vier der fünf besten Classic Mineralwasser kosten nur 13 Cent je Liter“, heißt es in dem Test. Das sind:

  • Aqua Culinaris Kurfels von Aldi Süd
  • Naturalis Vitalbrunnen und Naturalis Quintus-Quelle von Netto Marken-Discount
  • Ja aus der Waldquelle von Rewe

Das Adelholzener Classic (61 Cent pro Liter) ist das beste Mineralwasser unter den Traditionsmarken. Es ist allerdings auch fast fünfmal so teuer wie die Discounterprodukte. Wer sich nach den Empfehlungen der Verbraucherschützer richten will, muss allerdings genau auf das Etikett gucken. Das getestete Adelholzener-Wasser ist bundesweit erhältlich, die Discounterprodukte jedoch nicht. Große Supermarktketten beziehen ihre Wässer aus verschiedenen Quellen. Die jetzt veröffentlichen Ergebnisse gelten deshalb immer nur für exakt die genannten Produkte. Das beste Wasser im Test von Aldi Süd beispielsweise (Aqua Culinaris Kurfels) können Kunden unter anderem am Niederrhein, im Ruhrgebiet sowie in Rheinland-Pfalz kaufen.

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Wie groß die Qualitätsunterschiede bei Mineralwasser sein können, lesen Sie hier.

Die Testverlierer:

Zwei Produkte erhielten das Prädikat "ausreichend":

  • Kauflands K-Classic (Urstromquelle Spritzig). Die Prüfer stellten einen "deutlich zitronigen Geschmack, leicht nach Acetaldehyd". Acetaldehyd entsteht bei der Herstellung von PET-Plastikflaschen. Es geht aus der Verpackung ins Wasser über. Schon Millionstel Gramm des Stoffes können Wasser untypisch fruchtig schmecken lassen. Der Stoff wurde allerdings in allen Produkten aus PET-Flaschen gefunden. Auch in denen der vier billigen Testsieger. Gesundheitsgefährdend seien die gemessenen Mengen aber nicht, schreiben die Tester.
  • Berg Quelle. "In Berg Quelle fanden wir etwas erhöhte Gehalte an Stäbchen-Bakterien, die etwa für Krebs- und Aids-Patienten, sehr Alte und Babys bedenklich sein können", heißt es bei Stiftung Warentest. Die Bedingungen der Mineral- und Tafelwasserverordnung erfüllte das Wasser jedoch. Zudem habe das Produkt formal alle Auflagen für die Eignung als Babywasser eingehalten.

Kaum Mineralien im Mineralwasser

Nur vier der Mineralwasser sind reich an Mineralien (die Produkte von Apollinaris, Gerolsteiner, Markgrafen und Frische Brise). Seit einer EU-Reform im Jahr 1980 müssen Mineralwässer keinen Mindestgehalt an Mineralstoffen enthalten. 14 der 30 Classic-Wässer enthielten sogar weniger Mineralstoffe als vielerorts das Leitungswasser, schreiben die Tester in dem Bericht.

Hier geht es zur Infostrecke: Diese Mineralstoffe sind im Wasser