1. Leben
  2. Ratgeber
  3. Verbraucher

Zum 9. Dezember steigen die Fahrpreise: So kann man beim Bahnfahren sparen

Zum 9. Dezember steigen die Fahrpreise : So kann man beim Bahnfahren sparen

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember erhöht die Deutsche Bahn wieder einmal die Fahrpreise. Im Personenverkehr steigen sie um durchschnittlich 2,8 Prozent. Aber nur noch ein Zehntel der Bahnfahrer reist zum Normaltarif.

Die Mehrheit der Reisenden nutzt die vielfältigen Sparpreisangebote oder die BahnCard. Das Rabattsystem der Bahn ist allerdings eine Wissenschaft für sich. Man muss sich auskennen im Dschungel der Spartarife. Generell gilt: Frühbucher fahren am günstigsten.

"Bezahlbare Mobilität für jedermann" verspricht Bahnvorstand Ulrich Hornung trotz der angekündigten Preiserhöhung. "Dementsprechend halten wir unsere Sparangebote ab 29 Euro innerhalb Deutschlands und ab 39 Euro für das Europa-Spezial preisstabil." Hört sich gut an. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass auf vielbefahrenen Strecken die günstigsten Spartickets wegen knapper Kontingente oft schnell vergriffen sind.

Unser erster Tipp: Buchen so früh wie möglich. Die Vorverkaufsfrist beträgt in der Regel 90 Tage. Wegen des Fahrplanwechsels beginnt der Vorverkauf für Fahrten ab dem 9. Dezember aber erst am Dienstag, 16. Oktober. Noch zu den jetzigen Preisen.

Zweiter Tipp: Letzter Buchungstermin zu den aktuellen Preisen ist Samstag, der 8. Dezember. Bei einem Vorlauf von drei Monaten reicht der jetzige Tarif also noch bis in den März 2013. Für die Weihnachtstage dürften günstige Spartickets Anfang Dezember allerdings bereits vergriffen sein. Deshalb frühzeitig buchen!

Normalpreis ist Luxus

Die Preiserhöhungen treffen vor allem Fernreisende, denn die Preise im Nahverkehr werden in den meisten Regionen von den Verkehrsverbünden festgelegt. Der Maximalpreis im Fernverkehrsnetz steigt im Normaltarif ab 9. Dezember von 135 auf 139 Euro für die einfache Fahrt 2.Klasse im ICE. Gilt beispielsweise für die Strecke Hamburg-München. Ein Ehepaar mit zwei Kindern über 14 Jahre müsste für Hin- und Rückfahrt 1112 Euro bezahlen.

Die Alternative heißt Fliegen oder Sparpreis der Bahn. Die Fahrt von Hamburg nach München und zurück ist auch für 338 Euro oder weniger zu haben. Es kommt auf das "Gewusst wie" an.

Alternative 1: Sparpreise Die beste Botschaft der Deutschen Bahn für die nächste Preisrunde lautet: Sparpreise bleiben stabil. Das heißt, einfache Fahrt (2. Klasse) innerhalb Deutschlands weiterhin ab 29 Euro, auf Kurzstrecken bis 250 Kilometer sogar ab 19 Euro. Und im grenzüberschreitenden Verkehr (neben den direkten Nachbarländern zum Beispiel auch London, Italien oder Schweden) ab 39 Euro. Auch bei den höheren Preisstufen der Spartarife ändert sich nichts.

Aber Sparpreise gibt es nur im Vorverkauf, die Kontingente sind knapp bemessen und es besteht Zugbindung. Eine Stornierung bis einen Tag vor Fahrtantritt kostet zudem 15 Euro, und danach ist der Fahrpreis ganz futsch. Ein guter Service bei der Suche nach dem besten Preis ist der "Sparpreisfinder" auf der DB-Homepage im Internet.

Das Programm liefert für die gewünschte Strecke mit Hin- und Rückfahrt eine Liste aller Verbindungen in aufsteigender Reihenfolge (die niedrigsten Preise zuerst). Teilweise sind die Angebote nur online buchbar.

Alternative 2: BahnCard Bei allen Pleiten, Pech und Pannen, mit denen die Deutsche Bahn zu kämpfen hat, bleibt die BahnCard eine Erfolgsstory. Sie feiert in diesem Jahr 25. Geburtstag. Seit ihrer Einführung 1992 hat sie sich zu einer der erfolgreichsten Kundenkarten Deutschlands entwickelt. Mittlerweile nutzen sie rund 4,8 Millionen Bahnkunden. 1,6 Millionen besitzen eine BahnCard 50, 3,1 Millionen nutzen die BahnCard 25, 40.000 die Bahncard 100. Hinzu kommen 700.000 Nutzer der Jugend BahnCard 25. Für neue Kunden präsentiert die Bahn bis zum 30. November 2012 ein attraktives Angebot: die Jubiläums-BahnCard 25 zum Preis von 20 Euro.

Welche BahnCard ist die richtige? Auf der Bahn-Homepage gibt es dazu einen praktischen BahnCard-Rechner. Ab wie vielen Fahrten lohnt sich eine BahnCard 25 oder 50?

  • Für flexible Gelegenheitsfahrer: BahndCard 25 Die "25er" ist der Verkaufsschlager unter den DB-Kundenkarten. Und das aus gutem Grund: Der Rabatt von 25 Prozent gilt nicht nur für die teuren Normaltickets, sondern auch für die Sparpreise (mit Zugbindung usw.). Wer sich zum Beispiel für eine Reise vom Ruhrgebiet zum Oktoberfest nach München rechtzeitig die 29 Euro-Spartickets besorgt hatte, musste als BahnCard 25-Kunde für Hin- und Rückfahrt nur 43,50 Euro zahlen. Preise (in Klammern ab 09.12.): 2. Klasse 59 Euro (60 Euro), 1. Klasse 119 Euro (122 Euro).
  • Für spontane Vielfahrer: BahnCard 50 Die "50er" eignet sich für Kunden, die sich öfter spontan entschließen, das Auto stehen zu lassen und mit der Bahn zu fahren. BahnCard 50 lohnt sich kalkulatorisch ab rund 500 Euro Fahrtkosten im Jahr zum Normaltarif. Der Rabatt von 50 Prozent bezeiht sich grundsätzlich nur auf die (teuren) Normalpreise. Bei den Sparangeboten ist im Gegensatz zur BahnCard 25 ein Nachlass ausgeschlossen. Für Kinder (6 bis 17 Jahre), Schüler, Auszubildende und Studenten bis einschließlich 26 Jahren sowie für Senioren über 60 Jahren und Partnerkarten gilt der ermäßigte Tarif (rund 50 Prozent der Hauptkarte). Preise Hauptkarte (in Klammern ab 09.12.): 2. Klasse 240 Euro (247 Euro), 1. Klasse 482 Euro (496 Euro). Ermäßigter Preis: 2. Klasse 122 Euro (125 Euro), 1. Klasse 244 Euro (250 Euro).
  • Für Dauerfahrer: BahnCard 100 Wer dauernd auf langen Strecken mit der Bahn unterwegs ist, für den rechnet sich sogar die BahnCard 100 als komfortable Jahreskarte für das gesamte Streckennetz der deutschen Bahn. Bei 200 Touren im Jahr kostet eine Tagesfahrt dann nur noch 19,95 Euro. Preise (in Klammern ab 09.12.): 2. Klasse 3990 Euro (4090 Euro), 1. Klasse 6690 Euro (6890 Euro).
  • Für den Nachwuchs: Jugend BahnCard 25 Mit der Jugend BahnCard 25 spricht die Deutsche Bahn gezielt die junge Generation an. Für eine Bearbeitungsgebühr von 10 Euro können Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren eine eigene BahnCard 25 erwerben, und das neuerdings sogar ohne Foto. Besonders interessant für die jungen Leute sind die Sparangebote der Bahn, auf die sie zusätzlich 25 Prozent Rabatt erhalten.
  • Für Einsteiger: Jubiläums-BahnCard 25 Interessantes Angebot zum Beispiel für Reisende, die über die kommenden Feiertage eine Bahnreise planen. Das Probe-Abonnement kostet pro Person 20 Euro, hat eine Laufzeit von vier Monaten und bringt 25 Prozent Rabatt auf Normalpreise und Sparangebote im Fernverkehr (2. Klasse). Die Jubiläums-BahnCard 25 ist noch bis 30. November erhältlich. Achtung! Nach Ablauf der vier Monate geht sie in ein reguläres Bahncard 25-Abo über, wenn sie nicht spätestens sechs Wochen vor Gültigkeitsende gekündigt wird.

Alternative 3: Spezial-Tickets Sparpreise und Bahncards sind im Wesentlichen auf Einzelreisende, Paare und Familien ausgerichtet. Aber richtig spannend sind die Preisgestaltung der Deutschen Bahn für Gruppenreisen ab fünf Personen. Beispiele:

  • Quer-durchs-Land ab 42 Euro Einen Tag lang deutschlandweit in der 2. Klasse unterwegs ab 42 Euro. Das Ticket darf nur in Regional- und Nahverkehrszügen benutzt werden. Gültig ist es montags bis freitags in der Zeit von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages. Der Reisende kann bis zu vier Mitfahrer mitnehmen, die jeweils nur 6 Euro bezahlen. Bei fünf Personen kostet die Fahrt insgesamt 66 Euro, 13,20 Euro pro Person.
  • Schöner-Tag-Ticket Beispiel NRW. Gültig einen ganzen Tag lang in allen Zügen des Nahverkehrs (RE, RB, S-Bahn) sowie in Bussen, U- und Straßenbahnen aller Verkehrsverbünde. Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, am Wochenende und an Feiertagen schon ab 24 Uhr. Preis 37,50 für bis zu fünf Personen. Singlepreis 27,00 Euro.
  • Schönes Wochenende ab 40 Euro 40 Euro für bis zu fünf Personen. Gültig Samstag oder Sonntag ab 24 Uhr auf Nahverkehrszügen (RE, RB, S-Bahn) sowie Bussen und Straßenbahnen der Verkehrsverbünde. Beispiel: Mit fünf Mann von Berlin nach Usedom oder an die polnische Ostseeküste und zurück für acht Euro pro Person.
  • Gruppe & Spar mit 70 Prozent Rabatt Mit diesem Angebot reisen Gruppen ab sechs Personen besonders günstig. Ziele und Anlässe gibt es reichlich. Die Kegeltour nach Franken, die Städtereise nach Dresden, das Wanderziel im Thüringer Wald, die Weinlese im Saarland. Die Bahn gewährt auf den Normalpreis 70 Prozent Rabatt. Ein Ticket kostet innerhalb Deutschlands höchstens 42,50 Euro pro Person für die einfache Fahrt (2. Klasse).

(anch)