Kreditwürdigkeit Wie der Schufa-Score zustande kommt – und wie man ihn verbessern kann

Düsseldorf · Wer einen negativen Schufa-Eintrag hat, gilt häufig als nicht kreditwürdig. Dahinter stecken ein komplexes Berechnungsmodell – und die Daten von mehr als 68 Millionen Privatpersonen und sechs Millionen Firmen. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Schufa-Eintrag: Score &  Auskunft: So funktioniert die Schufa
Foto: dpa/Andreas Arnold

Die meisten Erwachsenen dürften den Begriff Schufa schon mal gehört haben, aber die wenigsten wissen, was sich dahinter verbirgt, welche Daten dort gespeichert sind oder wie man seine eigene Kreditwürdigkeit verbessern kann. Das Unternehmen hat jüngst einen Simulator online gestellt, mit dem man testen kann, wie sich der eigene Score verbessert oder verschlechtert, wenn man die zugrunde liegenden Daten verändert. Was man über die Schufa und die Daten wissen muss.

Was ist die Schufa?

Hinter der „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ verbirgt sich eine Auskunftei, die Daten zur Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen sammelt. Fast jede(r), die (der) irgendwann einen Kredit aufgenommen, ein Girokonto eröffnet oder anders im Zahlungsverkehr unterwegs war, ist bei der Schufa gelistet. In Zahlen heißt das: rund 68 Millionen Bürger und etwa sechs Millionen Unternehmen.

Wie kommt die Schufa an die Daten?

Das geschieht, wenn bei einem Vertrag ein Vertragspartner die Kreditwürdigkeit des anderen beurteilen will, also beispielsweise eine Bank bei einem Kredit. Sie gibt die Daten der potenziellen Kunden dann an die Schufa weiter. Seit Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung 2018 ist dazu nicht einmal die Zustimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher nötig. Vorher musste die Bank beispielsweise bei einer Kontoeröffnung die Zustimmung für die Datenweitergabe einholen.

Welche Daten hat die Schufa?

Namen, Geburtsdaten, Geburtsorte, Anschriften und den persönlichen Basisscore. Dazu kommen die Daten, die die Grundlage der Bonitätsprüfung bilden und von anderen an die Schufa geliefert werden: wie viele Kreditkarten man hat, die Zahl der Leasingverträge, der Konten im Versand- und Onlinehandel, Ratenkredite, Bürgschaften und natürlich mögliche oder drohende Zahlungsausfälle, wenn es schon Mahnungen gibt. Es sei denn, die Rechtmäßigkeit der Forderungen ist streitig.

Was besagt der Schufa-Score?

Er macht Aussagen über die Kreditwürdigkeit, die er nach einem Punktesystem bis 100 Punkte beurteilt. Ein Wert über 97,5 Prozent steht laut Schufa für ein sehr geringes Risiko für Kreditausfälle. Zwischen 90 und 95 Prozent ist das Risiko bereits nur noch zufriedenstellend bis erhöht, zwischen 80 und 90 Prozent sogar schon deutlich erhöht bis hoch. Diese Angaben sollen also die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls beziffern und bei der Risikoeinschätzung helfen.

Wie kann man den Schufa-Score verbessern?

Wer beispielsweise Kreditraten und andere Verbindlichkeiten pünktlich bezahlt, tut einiges für seine Bonität. Wer andererseits häufig seine Kontoverbindung wechselt oder oft Kredite nachfragt, verschlechtert tendenziell seinen Score. Wer Kreditraten nicht oder ständig verspätet zahlt, riskiert einen negativen Vermerk in seinen gespeicherten Daten.

Wie lange darf die Schufa Infos speichern?

Das hängt von der Art der Informationen ab. Giro- oder Telefonkonten und Kreditkartendaten beispielsweise, bei denen es nie ein Problem gab, werden direkt nach ihrer Kündigung gelöscht. Bei Kreditanfragen dauert es ein Jahr, bei Krediten drei Jahre nach deren Beendigung, bei privaten Insolvenzverfahren ebenfalls nach drei Jahren.

Was ist eine Schufa-Auskunft/Schufa-Selbstauskunft?

Seit April 2010 können Verbraucher nach Artikel 15 des Bundesdatenschutzgesetzes einmal pro Jahr kostenlos eine Auskunft beantragen. Das Bestellformular findet man auf der Website der Schufa unter dem Suchbegriff Datenkopie. Die Auskunft sollte dann maximal fünf Tage später beim Kunden ankommen.

Was ist eine Schufa-Bonitätsauskunft?

Sie ist laut Schufa der anerkannte Bonitätsnachweis beispielsweise für Vermieter oder Arbeitgeber. Das Zertifikat sei fälschungssicher und biete einen tagesaktuellen Nachweis der Bonität. Er kostet 29,95 Euro.

Kann man einen Schufa-Eintrag löschen lassen? Und wie geht das?

Um einen negativen Schufa-Eintrag löschen zu lassen, muss man alle offenen Rechnungen bezahlen. Ist eine Forderung verjährt, muss das offiziell geklärt sein. Wichtig: Zahlungsbelege aufheben, damit man nachweisen kann, dass die Rechnungen bezahlt sind. Wenn solche Daten falsch gespeichert sind, muss man sich an das Unternehmen wenden, das die Daten an die Schufa gegeben hat; sind persönliche Daten wie Name und Anschrift fehlerhaft oder müssen aktualisiert werden, ist die Schufa selbst der Ansprechpartner.

Was bringt das neue Online-Angebot der Schufa?

Mit dem Schufa-Score-Simulator kann man im Netz die eigene Kreditwürdigkeit grob testen. Der Simulator fragt sieben Faktoren ab, die man in insgesamt 1800 Variationen kombinieren kann: Girokonto, Kreditkarte, Ratenkredit, Immobiliendarlehen, Onlinekäufe auf Rechnung, Umzug und Zahlungsausfall. Das Alter beispielsweise spielt dagegen keine Rolle. User erhalten am Ende also eine grobe Bonitäts­einschät­zung und können prüfen, wie welche Faktorveränderung auf den Score wirkt. Testen kann man auf PCs, Tablets und Smartphones.

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