Haushaltshilfe im Test : Sind Saugroboter schon eine echte Alternative?

Abwaschen, Wischen, Saugen – die täglichen Aufgaben im Haushalt können äußerst lässtig sein. Wir haben uns acht Saugroboter angesehen und geprüft, ob sie wirklich selbständig das Putzen übernehmen.

Abwaschen, Wischen, Saugen — die täglichen Aufgaben im Haushalt können äußerst lässtig sein. Wir haben uns acht Saugroboter angesehen und geprüft, ob sie wirklich selbständig das Putzen übernehmen.

Kommen Saugroboter auch in Zimmerecken?

Das Design (zumeist rund) lässt erst einmal vermuten, dass Zimmerecken eher ausgelassen werden. So ist man geneigt, den eckigeren Modellen eher zu vertrauen und dem LG VR 6270 LVMB mit seiner eckigen Grundform und den stark abgerundeten Ecken ebenfalls eine Absage zu erteilen.

So sehen die Saugroboter von unten aus. Foto: Peter Meier

Aber hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Lange rotierende Bürsten fegen den Staub auch aus den Ecken zur Mitte des Gerätes, wo er anschließend aufgesaugt werden kann. Würde beim Neato Botvac die Bürste wie beim Schwestermodell Vorwerk Kobold VR200 vorne auf der Ecke sitzen, wäre das Reinigungsergebnis noch besser.

Die Geräte sind abgerundet, kommen aber dennoch in die Zimmerecken. Foto: Peter Meier

Welche Modelle mit den Bürsten punkten

Schaut man sich die Sauger einmal von unten an, erkennt man sofort, dass der Sichler NC-5750-675 eine viel zu schmale Walzenbürste hat und der Medion MD13202 gänzlich auf eine Walzenbürste verzichtet. Das ist bei Glattböden gerade ausreichend, aber auf Teppichböden lässt das Saugergebnis dann doch zu wünschen übrig. Hier zaubert LG VR 6270 LVMB noch einen Trumpf aus dem Ärmel, denn bei ihrem VR 6270 lässt sich noch ein Halteschlitten für ein Microfasertuch anklipsen. Das optimiert das Ergebnis nochmals.

I-Robot Roomba 880 verzichtet auf Walzenbürsten und setzt auf Gummiwalzen, das ist ebenfalls auf Glattböden nicht schlecht, aber auf Teppichböden nicht ganz optimal. Hier punkten die Geräte von Neato, Vorwerk und LG, mit einer Kombiwalze aus Bürste und Gummilippe. Aber auch der Miele Scout RX1 und der Vileda Relax cleaning robot bringen mit ihren Walzenbürsten sehr gute Ergebnisse, da die Bürsten den Staub besser aus den Teppichfasern hoch bürsten.

Unterschiede bei den Staubbehältern

Die Staubbehälterentleerung ist ebenfalls sehr unterschiedlich gelöst. Was beim Neato sehr einfach funktioniert, in dem man den oberen Gehäusedeckel abnimmt, an dem ein großer Auffangbehälter befestigt ist, ist dies bei LG, Sichler, Medion und Vorwerk durch einen herausnehmbaren Auffangbehälter unter einer Abdeckklappe im oberen Gehäusedeckel gelöst. Miele und I-Robot setzen auf eine Art Schublade am Heck des Saugers.

Der Behälter von Vorwerk hat sogar eine runde Öffnung, um ihn mit einem normalen Staubsaugerrohr aussaugen zu können, was eigentlich schon wieder zu übertrieben ist, da der Filtereinsatz mit einer Bürste ein wenig vom Staub befreit werden sollte, um die volle Saugleistung so lang wie möglich zu erhalten. LG hat dazu auf dem Staubbehälter sogar eine Klemmhalterung mit einer kleinen Bürste integriert. Ein regelmäßiger Wechsel des Filters sollte selbstverständlich sein, da man ansonsten die Staubmilben im Raum verteilt.

Die Bedienung - nicht immer ganz so leicht

Bei der Navigation sind ebenfalls unterschiedliche Ansätze erkennbar. Der LG scannt erst einmal das Terrain ab, um dann je nach eingestelltem Modus kreuz und quer oder in Bahnen seine Aufgabe zu erfüllen. In der eingestellten Landessprache meldet er in Klartext, was er gerade macht oder machen möchte. Neato, Miele, Vorwerk, I-Robot und Sichler erledigen die Orientierung ebenfalls und gehen anschließend zügig ans Werk, auch hier kreuz- und -quer oder in Bahnen.

Medion und Vileda ersparen sich die Orientierung und legen direkt im Kreuz- und-quer-Modus los. Ihnen allen gemein ist die Signalisierung von Störungen via Tonsignal. Sollte man einmal vergessen haben, den Staubbehälter zu leeren, so melden sich die Geräte ebenfalls via Tonsignal. Da der Vileda Sauger mit der Karambolagetechnik arbeitet, also gar kein Navigationssystem hat, rumpelt er immer gegen die Hindernisse und ändert sodann seine Fahrtrichtung.

Ein Problem stellen die Navigationstürmchen von I-Robot und Medion dar, da sich diese gern einmal unter Möbelstücken, wie zum Beispiel einem Sofa festklemmen, was bei den glatten Oberflächen der Wettbewerber nicht so schnell passiert. Sind die Geräte richtig aufgeladen, schaffen sie auch mehrere Räume mit einer Akku-Ladung. Kurz vor dem Absterben schaffen es aber alle wieder in ihre Ladestation zurück, um gegebenenfalls nochmals für das Restprogramm auf Tour zu gehen.

So laut dröhnen die Saugroboter

Von den Geräten wird Ordnung eingefordert. Soll heißen, dass Strom-, Telefon-, und Lautsprecherkabel möglichst nah an der Wand liegen sollten. Aber auch eine herumliegende Zeitung, ein Schal, oder Socken können zu bösen Überraschungen führen. Der Saugroboter frisst alles in sich hinein und verschluckt sich an dieser Kost. In Klartext oder per Warnton schreit er dann, um aus seiner Lage befreit zu werden.

Während der LG verhältnismäßig leise seine Arbeit erledigt, sind seine Mitstreiter schon deutlich hörbarer an der Arbeit. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da man den Saugroboter ja sowieso während der Abwesenheit werkeln lässt. Leiser als ein Standardsauger sind sie allemal. Gut gemeint sind die Fernbedienungen, die alle, außer Neato und Vileda mitliefern, aber nach der Grundeinstellung zu Beginn, benötigt man sie eigentlich nicht mehr.

Eine Ausnahme stellt der Sichler dar, der zusätzlich eine Minikamera an Bord hat, mit der man auch einmal nachschauen kann, was gerade in den Räumen passiert, oder man eine Lifefahrt mit dem Saugroboter machen kann, sofern man die benötigte App auf sein Handy oder Tablet geladen hat.

Kaum zu glauben ist, dass sich der billigste Sauger, der Vileda Relax ohne Ladestation, Navigation und nur mit einer dreistufigen Saugzeiteinstellung gegen die wesentlich teurere Konkurrenz sehr gut behauptet hat.

Fazit: Arbeitserleichterung aber kein Staubsaugerersatz

Sind die anderen Saugroboter erst einmal richtig eingestellt, sowie die Zeitautomatik programmiert, muss man nur noch den Auffangbehälter leeren und regelmäßig den Feinfilter wechseln, ansonsten genießt man die sauberen Böden, denn in ihre Ladestation finden sie von ganz allein.

Einen normalen Staubsauger können die Saugroboter noch nicht ersetzen, da sie nicht die Saugleistung eines Standardstaubsaugers haben und die Teppichkanten nicht anheben können, um auch hier einmal den Übergang zu saugen. Deshalb sollte man in langen Abständen doch einmal selbst Hand anlegen. Aber bei regelmäßigem Saugen des Saugroboters ist optisch schon einmal alles perfekt.

Allergiker werden den Saugroboter ebenfalls schätzen lernen, da er während der Abwesenheit den Staub aufwirbelt und sich die Reste bei Heimkehr bereits wieder am Boden abgesetzt haben. Außerdem werden Blütenpollen täglich abgesaugt und das, ohne dass man an das Saugen einen Gedanken verschwenden muss.

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