Orkan Friederike in NRW: Richtiges Verhalten bei Sturm und Unwetter

Orkantief "Friederike" : Verhaltenstipps - so kommen Sie sicher durch den Sturm

Am Donnerstag wird Sturm "Friederike" über NRW toben. Meteorologen erwarten Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h. Wie man sich vor Sturmfolgen schützt und was beim Thema Versicherungen zu beachten ist, erklären wir hier.

  • Gegenstände sichern

Alle beweglichen Gegenstände am Haus, auf Balkon und Terrasse sowie im Garten und der Hofeinfahrt in Sicherheit bringen oder festmachen. Dazu gehören etwa Gartenmöbel oder Fahrräder. Fenster, Roll- und Fensterläden schließen. Wer mit Überflutungen bei Starkregen rechnet, sollte vorsorglich wertvolle Gegenstände aus dem Keller räumen und die Schächte, Fenster und Türen absichern.

  1. Offenes Fenster kann Versicherungsschutz kosten

Durch Unwetter können an der Einrichtung der Wohnung schwere Schäden entstehen. In der Regel kommt dafür die Hausratversicherung auf, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Allerdings nur, wenn die Versicherten sich richtig verhalten. Haben sie zum Beispiel vergessen, die Fenster zu schließen, und ein Regenguss beschädigt die Möbel, gibt es kein Geld.

Grundsätzlich gilt: Betroffene müssen Schäden immer unverzüglich ihrer Versicherung melden. Außerdem sollten sie die Schäden dokumentieren, Fotos machen und gegebenenfalls Daten von Zeugen aufnehmen. Beschädigte Gegenstände werden vorerst sichergestellt für den Fall, dass der Versicherer sie begutachten will.

Anders liegt der Fall jedoch, wenn bei einem Sturm ein Fenster zerstört wird - etwa durch umherfliegende Dachziegel - und dadurch Regenwasser eindringt. "Sturm ist mitversichert", sagt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Bei Schäden, die ab Windstärke acht entstehen, zahle auch die Hausratversicherung.

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Was tun, wenn man draußen ist und das Unwetter beginnt?

Der Weg zum Unterschlupf sollte schnellstmöglich zurückgelegt werden. Fahrradfahrer sollten ihr Rad abstellen, allein schon wegen der Blitzgefahr. Auch Regenschirme bleiben aus diesem Grund besser geschlossen. Fußgänger sind vor Sturm geschützter, wenn sie nah an Häuserwänden vorbeigehen. Herunterfallende Dachziegel, Fassadenteile oder andere Bauteile können allerdings gefährlich werden.

"Sich immer mit wachen Augen fortbewegen", betont Ursula Fuchs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK). Hohe Türme, Masten, Überlandleitungen sollten auf jeden Fall gemieden werden. Notfalls in ein Taxi steigen: Im Auto ist man zumindest vor Blitzeinschlägen sicher.

  1. Rückstauklappe kontrollieren

Sie schützt Räume vor der Überflutung bei Starkregen. Ist die Kanalisation überfordert, drückt das Wasser teils von unten durch die Abflussrohre nach oben ins Gebäude. Rückstauklappen verriegeln bei Wasserdruck von unten dann das Rohr.

Teils liegen diese direkt in den Hausinstallationen, etwa für Kellerwaschbecken im Siphon. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, die Funktion regelmäßig zu überprüfen. Das kann auch für den Versicherungsschutz wichtig sein.

  1. Geräte vom Stromnetz trennen

Zur Sicherheit elektrische Geräte vom Strom nehmen oder einen Überspannungsschutz verwenden, rät der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik. Handys und schnurlose Telefone lassen sich aber gefahrlos benutzen.

  1. Strom im Keller abstellen

Flutet Starkregen den Keller, kann ein Kurzschluss zur tödlichen Gefahr werden. Das BBK und das Bundesumweltministerium raten zur Vorbereitung auf Überflutungen: den Strom vorsorglich abstellen.

Auch sollten gefährliche Stoffe oder Chemikalien in gefährdeten Räumen so gelagert werden, dass das Wasser sie nicht erreicht. Dafür muss zum Beispiel notfalls auch der Heizöltank an der Wand verankert oder mit Ballast beschwert werden. Und wenn es soweit ist, nichts riskieren, wenn der Stromkasten im Keller liegt: Dann diesen nicht betreten und die Feuerwehr informieren.

  1. Schäden am Auto durch Bäume, Äste oder Dachziegel

Die Teilkasko des Autohalters haftet und erstattet den Zeitwert abzüglich einer etwaigen Selbstbeteiligung. Eine Ausnahme gilt, wenn der Baum morsch war und längst hätte gefällt werden müssen: Dann muss der Baumbesitzer oder dessen Haftpflicht aufkommen.

Kippt ein gesunder Baum um, ist dies höhere Gewalt und der Eigentümer muss nicht haften. Fährt ein Auto gegen einen bereits umgestürzten Baum, springt die Vollkaskoversicherung ein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Schäden richtete "Friederike" in der Region an

(csr)