Ungenaues Wiegen Probleme mit Mehrwegnetzen in Supermärkten – Einkauf könnte teurer werden

Stuttgart · Nutzen Sie die Mehrwegnetze, die oft in der Obst- und Gemüseabteilung angeboten werden? Verbraucherschützer haben ermittelt: Die können beim Bezahlen zuungunsten der Käufer gewertet werden.

Eine Frau füllt in einem Supermarkt ein Mehrwegnetz mit Äpfeln (Archiv, Symbol).

Eine Frau füllt in einem Supermarkt ein Mehrwegnetz mit Äpfeln (Archiv, Symbol).

Foto: dpa/Christoph Soeder

Wer beim Einkauf an die Umwelt denkt, verzichtet vielleicht auf die dünnen Plastiktütchen von der Rolle in der Obst- und Gemüseabteilung. Statt der sogenannten Hemdchentragetaschen kann man ja auch Mehrwegnetze in verschiedenen Größen und Materialien nutzen. Doch die sollten erst nach dem Abwiegen auf dem Kassenband zum Einsatz kommen, rät die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Der Grund für den Tipp: Das Netzgewicht könnte sonst beim Wiegen an der Kasse auf seinen Obst- oder Gemüsekauf mit angerechnet werden. Das dürfte es zwar laut Mess- und Eichverordnung nicht, aber in der Realität sieht das anders aus. Das ergab Stichprobe der Verbraucherschützer.

Nur bei einem Viertel der Testkäufe wurde Netzgewicht berücksichtigt

Nur bei rund einem Viertel der Testkäufe wurde das Gewicht der Netze berücksichtigt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird das Netzgewicht als Tara von der Kasse abgezogen oder die Kassiererin bzw. der Kassierer packt die Ware vor dem Wiegen aus.

Doch von den 16 Testkäufen mit jeweils einem händlereigenen und händlerfremden Netz in acht Supermärkten und Discountern wurde in neun Fällen ein zu niedriges Taragewicht berücksichtigt und somit zu viel berechnet. In nur drei Fällen wurde das Taragewicht überhaupt auf dem Kassenzettel angegeben.

Größte Abweichung beim Testkauf betrug 46 Gramm

Wer jetzt denkt, das kleine Netz kann ja nicht die Welt wiegen, sollte aber bedenken, dass sich so kleine Centbeträge aufs ganze Jahr berechnet auf ein paar Euro summieren. Die Verbraucherzentrale nennt ein Beispiel: Beim Testkauf betrug die größte Abweichung von bezahltem und tatsächlichem Gewicht der losen Ware 46 Gramm.

Das bedeutet: Tatsächlich gekauft wurden 422 g Äpfel, an der Kasse berechnet wurde aber ein Gewicht von 468 g. Bezogen auf den Kilopreis der gekauften Äpfel von 2,69 EUR pro Kilo, wurden also 12 Cent zu viel bezahlt. Deshalb sollten Äpfel und Co. lose aufs Band gelegt werden und erst beim Einpacken im Netz landen.

(boot/dpa)
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