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Lautsprecher: Für gute Qualität müssen Verbraucher mehr zahlen

Bluetooth-Boxen im Test : Guter Sound hat seinen Preis

Wer unterwegs Musik hören möchte, greift gerne zu einer Bluetooth-Box. Die Stiftung Warentest hat unterschiedliche Modelle getestet. Nicht alle Boxen schneiden gut ab.

Von Rap über Techno bis Pop: Läuft man an warmen Tagen durch einen Park, ist Musik überall präsent. Meist wird sie nicht live gespielt, sondern dröhnt aus verschiedenen Bluetooth-Boxen. Wie gut sich die Musik anhört, hängt nicht immer nur vom eigenen Geschmack und von der Qualität der Interpreten ab. Auch die tragbaren Lautsprecher selbst spielen eine Rolle.

2020 machten die Hersteller mit Lautsprecher-Boxen in Deutschland laut einer gemeinsamen Statistik der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik, des Marktforschungsinstituts GFK und des Bundesverbandes Technik des Einzelhandels einen Umsatz von 509 Millionen Euro. Das sind acht Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.

Die Stiftung Warentest hat 15 verschiedene Bluetooth-Boxen in einer Preisspanne von 44 bis 259 Euro untersucht, die neu auf den Markt gekommen sind. Dabei unterteilte sie die Boxen in drei Kategorien: Leichtgewichte (bis 500 Gramm), Mittelgewichte (500 bis 1000 Gramm) und Schwergewichte (ab 1000 Gramm). Die meisten Geräte schnitten beim Test mit der Note „gut“ ab. Aber nicht alle. Eine Box wurde von der Stiftung Warentest gar als „mangelhaft“ bewertet – bezogen auf den Lautsprecher schreiben die Tester: „So schlecht hat in unseren Tests lange kein Blue­tooth-Lautsprecher mehr abgeschnitten.“

Bei der mangelhaften Box handelt es sich um die Philips S 5305 für 89 Euro. Ihr größtes Problem war das Wasser: Neun der 15 getesteten Boxen werden von ihren Herstellern als wasserfest beworben, sollten also eigentlich auch eine gewisse Zeit unter Wasser überstehen können. Dafür tauchten die Tester die Lautsprecher für 30 Minuten unter Wasser. Die Box Philips S 5305 überstand diesen Tauchtest nicht – obwohl sie vom Hersteller als wasserdicht bezeichnet wird. „Warum das so ist, können wir nicht ganz nachvollziehen. Wir sind gerade dabei, das zu überprüfen“, sagt ein Philips-Sprecher auf Anfrage. Die mangelhafte Bewertung der Box liege „nur an der Wasserproblematik“. Und er verspricht: „Wenn Kunden die Box mit einem Wasserschaden beim Service reklamieren, wird sie getauscht.“

 Die getesteten Boxen im Vergleich.
Die getesteten Boxen im Vergleich. Foto: grafik

Vier Punkte waren beim Test ausschlaggebend: An erster Stelle stand die Soundqualität. Sie machte 65 Prozent der Gesamtnote aus. Auch untersucht wurden der Akku (20 Prozent), die Handhabung (zehn Prozent) und die Stabilität (fünf Prozent), zu der auch die Frage nach der Wasserdichte gehört.

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Bei der Qualität des produzierten Sounds schnitt das Modell JBL Xtreme 3 am besten ab. In jede Tasche stecken und mit in den Park nehmen lässt sich der Lautsprecher aber nicht so einfach: Die JBL-Box wiegt fast zwei Kilogramm und ist mit Maßen von 31 mal 14 mal 14 Zentimetern auch ziemlich groß. Dabei überzeugt sie mit gutem Klang – sowohl drinnen als auch draußen. Folglich bewertete die Stiftung Warentest die Soundqualität der Box mit einer Note von 1,3. Insgesamt schnitt sie mit 1,7 ab. Zusätzlich ist die Box ziemlich laut – sie erreicht eine Spitzenlautstärke von 91,5 Dezibel. Die Akkulaufzeit beträgt 20,3 Stunden bei normaler Lautstärke – voll aufgedreht ist, hält sie 4,6 Stunden.

Den Testsieg sicherte sich aber eine Box, die nicht so viel Platz einnimmt wie die JBL Xtreme 3. Die Bose Soundlink Revolve+ II schnitt mit einer Gesamtnote von 1,6 ab. Sie wiegt 914 Gramm und ist neben der deutlich schwereren JBL-Box das einzige Modell, das nach Einschätzung der Tester sowohl in Innenräumen als auch im Freien eine sehr gute Soundqualität aufweist. Auch das Gehäuse ist deutlich handlicher als bei der schweren Box, die die zweitbeste Testnote erhielt: Insgesamt ist die Bose-Box nur etwa halb so groß wie der JBL-Lautsprecher. Die Höchstlautstärke bei der Bose Soundlink Revolve+ II beträgt 85 Dezibel, bei voller Lautstärke kommt sie auf eine Akkulaufzeit von nur 2,6 Stunden, bei normaler Lautstärke hält sie aber 46 Stunden. Mit 247 Euro gehört sie zu den teureren Modellen.

Die Ergebnisse von Stiftung Warentest zeigen: Wer die besten Boxen haben möchte, muss auch etwas mehr Geld zahlen. Alle Lautsprecher, die mehr als 100 Euro kosten, schneiden gut ab. Die Modelle für weniger als 100 Euro bekamen höchstens die Note „befriedigend“. Mit am besten schnitt bei den günstigeren Lautsprechern die Anker Soundcore 3 ab. Sie ist schon für 56 Euro zu haben – und ist die drittgünstigste der getesteten Boxen. Sie kommt auf eine Gesamtnote von 2,6. Mit nur 505 Gramm ist sie auch relativ leicht, kommt dafür auch auf eine recht hohe Gesamtlautstärke von 88 Dezibel. Beim Klang erhält die Anker-Box aber eine Note von 2,9 – befriedigend. Ihre Stärken hat sie in der Akkulaufzeit. Bei voller Lautstärke hält sie 4,7 Stunden, bei normaler Lautstärke 36,4 Stunden. Das bringt ihr eine Note von 2,1 ein – die beste aller Boxen für weniger als 100 Euro. Und die zweitbeste Note insgesamt.

Von den Boxen mit weniger als 500 Gramm Gewicht untersuchten die Tester lediglich zwei Modelle: die JBL Clip 4 (55 Euro/Note 3,2) und die LG XBoom Go PL 2 (65 Euro/Note 4,0).

Bei allen Bluetooth-Boxen, die die Stiftung Warentest seit 2019 getestet hat, liegt die mehr als ein Kilogramm schwere Teufel Rockstar Cross mit einer Gesamtnote von 1,4 vorne. Mit 330 Euro ist es allerdings auch das zweitteuerste Modell.