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Höhere Tarife ab 1. Januar: Höherer Strompreis erlaubt Kündigung

Höhere Tarife ab 1. Januar : Höherer Strompreis erlaubt Kündigung

Zum 1. Januar heben bundesweit fast 500 Versorger ihre Tarife an. Mit einem Wechsel können Kunden mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Die zum Jahreswechsel angekündigten Strompreis-Erhöhungen haben viele Kunden verärgert. Hinnehmen müssen sie das nicht. Versorger, die zum Jahreswechsel ihre Strompreise erhöhen wollen, mussten dies bis gestern ihren Kunden mitteilen. Fast 500 waren es. Das Vergleichsportal Check24 hat die Angaben ausgewertet und kommt zu dem Schluss: In NRW werden betroffene Haushalte ab 2013 bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden pro Jahr durchschnittlich 150 Euro mehr für ihre jährliche Stromrechnung zahlen müssen. Das sind gut zwölf Prozent mehr als in diesem Jahr — zumindest für solche Kunden, die zum (teuren) Grundversorgungstarif Strom beziehen. Denn nur Tarife dieser Kategorie konnte Check24 sinnvoll miteinander vergleichen.

Für betroffene Kunden gilt ein Sonderkündigungsrecht. Sie haben die Wahl, den Tarif beim selben Anbieter oder gleich den Versorger zu wechseln. Ein Vergleich der Tarife und Unternehmen lohnt sich allemal: Je nach Verbrauch können so mehrere hundert Euro pro Jahr gespart werden. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten, wie der Wechsel des Stromanbieters gelingt.

Muss ich mir als Kunde eine Preiserhöhung gefallen lassen?

Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW kommt das auf den Vertrag an. Kunden, die nach dem Grundversorgungstarif Strom beziehen, haben wenig Argumentationsspielraum. Allerdings können sie jederzeit, auch unabhängig von Preiserhöhungen, binnen einer Zwei-Wochen-Frist kündigen.

Für alle anderen Kunden, die nicht im Grundversorgungstarif geblieben oder gar bei einem alternativen Anbieter Kunden sind, lohnt oft ein Widerspruch. Denn die Verträge schließe Preiserhöhungen für einen bestimmten Zeitraum oft aus. War die Preiserhöhung rechtens, haben aber auch diese Kunden ein Sonderkündigungsrecht, meist gilt eine Frist von zwei Wochen.

Wie finde ich günstigere Anbieter?

Die einfachste Möglichkeit, einen günstigen Tarif zu finden, bieten Online-Vergleichsportale wie Verivox, Check24 oder Mut-zum-Wechseln.de. Hier gibt der Kunde seinen Jahresverbrauch in Kilowattstunden und seinen Wohnort ein. Dann listen die Rechner alle für diesen Ort verfügbaren Angebote auf.

Worauf muss ich bei der Auswahl des Tarifs achten?

Neben Preis, Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist sollten Stromkunden im Kleingedruckten mögliche Einschränkungen einer Preisgarantie beachten, betonen die NRW-Verbraucherschützer. Wichtig für den Preisvergleich ist auch, ob und für welchen Zeitraum der Versorger Frei-Kilowattstunden gewährt.

Was ist von Angeboten mit Vorkasse und Kaution zu halten?

Selbst wenn solche Tarife mitunter günstiger erscheinen, warnt die Verbraucherzentrale vor einem Vertragsabschluss bei Unternehmen, die Vorkasse verlangen. Denn im Falle einer Insolvenz des Anbieters sind vorgestreckte Beträge meist nicht zurückzubekommen.

Wird die Stromversorgung unterbrochen, wenn bei dem Wechsel etwas schiefgeht?

Nein. In einem solchen Fall ist der örtliche Grundversorger — meist das Stadtwerk — gezwungen, bei der Stromlieferung einzuspringen.

Ist im nächsten Jahr mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen?

Viele Versorger, die jetzt nicht erhöhen, dürften später nachziehen. Denn auch sie treffen die steigenden staatlichen Abgaben. Zuletzt hat Eon angekündigt, die Preise um durchschnittlich 8,7 Prozent bzw. 6,20 Euro monatlich anzuheben. RWE hat dies in Aussicht gestellt.

Vergleichen Sie jetzt Stromtarife online und wechseln einfach zu einem günstigeren Anbieter. Hier geht's zu unserem Tarifrechner

Hier geht es zur Infostrecke: So steigen die Strompreise in der Region

(RP/anch/csi)