Frühjahrsputz 2020: Diese 10 Tipps erleichtern das Putzen

Sauber machen : Diese 10 Tipps erleichtern Ihnen den Frühjahrsputz

Weg mit dem Wintermief, her mit dem Frühling! In vielen Haushalten wird zum Jahresbeginn einmal Grundreinigung betrieben. Zwei Experten aus NRW verraten, mit welchen Tricks der Frühjahrsputz leicht von der Hand geht.

Die ersten Sonnenstrahlen, die nach einem langen Winter durch die Wolkendecke brechen, heben unsere Stimmung. Und senken sie direkt wieder. Denn wenn nach Monaten der Finsternis, in denen sich Organismus und Gemüt an die Dunkelheit gewöhnt haben, plötzlich wieder Helligkeit in die Wohnungen dringt, erscheint alles plötzlich in einem anderen - beziehungsweise überhaupt mal in einem - Licht. Die Fenster stehen vor Dreck und die Heizungsluft hat eine dicke Staubschicht auf den Möbeln hinterlassen. Von Bodenbelägen und Wintermief mal ganz zu schweigen.

Es hilft alles nichts. Spätestens wenn einem beim Betreten der eigenen Wohnung ein muffiger Geruch entgegenschlägt, muss der Realität ins Auge gesehen werden: Frühjahrsputz steht an. Wir haben mit zwei Experten über das unbeliebteste Haushaltsritual des Jahres gesprochen. Elke Wieczorek vom Berufsverband der Haushaltsführenden in Bonn weiß: „Für viele Menschen hat der Frühjahrsputz auch einen psychologischen Effekt. Danach fühlt man sich frischer, das Außen passt wieder mehr zum Innen.“ Philip Heldt ist Umweltexperte bei der Verbraucherzentrale NRW und berät regelmäßig zu Produkten und Werkzeugen rund ums Putzen. Er sagt: „Grundsätzlich haben die Leute eher zu viele Utensilien im Schrank.“ Wir haben die Experten nach ihren Tricks in Sachen Grundreinigung gefragt. Los geht’s.

1. Nicht alles auf einmal

Viele Leute machen den Fehler, dass sie den ganzen Frühjahrsputz an einem Tag oder einem Wochenende erledigen wollen. Dabei vergeht einem schnell die Lust und das Putzen mündet in Frust. Elke Wieczorek schlägt daher vor, dass man sich das Projekt in mehrere Einheiten aufteilen sollte: Ein Raum nach dem anderen. Und: Ausmisten und Wegschmeißen ist eh der aufwendigste Part. Damit kann man schon direkt nach Weihnachten beginnen.

2. Alle müssen mit anpacken

Die Grundreinigung des Wohnraumes sollte ein Anliegen aller Bewohner desselbigen sein. Oft bleibt das Putzen im Alltag an einer Person hängen. Gerade der Frühjahrsputz ist eine Gelegenheit, alle Familienmitglieder mit einzubeziehen und das Projekt so auf mehrere Schultern zu verteilen.

3. Von oben nach unten arbeiten

Klingt logisch, wird aber trotzdem in der Praxis oft vergessen: Wenn man erst staubsaugt und dann die Lampenschirme abwischt, hat man umsonst gearbeitet. Also gilt grundsätzlich: In jedem Raum sollte man sich von oben nach unten arbeiten. Erst die Lampen, dann auf den Schränken und Gardinenstangen wischen und zum Schluss die Fußleisten und Böden säubern. Aber Vorsicht bei Höhen: Nicht auf Stühle steigen, lieber eine stabile Trittleiter benutzen.

4. Das A und O: Gutes Werkzeug

Was für Trittleitern gilt, gilt für alle Putzhelfer im Haushalt: Billig gekauft ist doppelt gekauft. Und kann unter Umständen sogar krank machen oder gefährlich sein. Ein Wischmob mit zu kurzem Stil verursacht Rückenschmerzen, auch ein Staubwedel mit langem Stil ist sinnvoll.

5. Richtig wisch und weg

Normaler Putzlappen war gestern, Mikrofasertücher sind heute. Beide Experten schwören auf die feinen Reinigungstücher, weil sie mit Wasser angefeuchtet mehr Schmutz fassen als herkömmliche Wischlappen. Um auf Hygiene zu achten, sollte man am besten mehrere Tücher in verschiedenen Farben für verschiedene Stellen verwenden: einen für die Küchenflächen, einen für die Toilette, einen fürs Waschbecken usw.. Außerdem kann man ein Tuch vor Beginn viermal falten und es so in acht frische Flächen einteilen, mit denen man hintereinander wegputzen kann. Böden sollten übrigens immer in Form einer liegenden Acht gewischt werden, um den Schmutz nicht nur an die Ränder zu schieben, sondern wirklich zu beseitigen.

6. Fünf Putzmittel reichen

Scheuermilch, Allzweckreiniger, Säurereiniger, Fettreiniger, und einen Badreiniger - mehr braucht es laut Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW nicht. Alles andere, was es im Drogerie-Regal zu kaufen gibt, ist nicht wirklich notwendig. Von Haushaltstricks mit Lebensmitteln, wie zum Beispiel Backpulver als Fugenreiniger im Badezimmer zu verwenden, rät Elke Wieczorek ab, da es schnell zur Schimmelbildung kommen kann. „Und günstiger als ein Zitronensäure-Reiniger ist eine echte Zitrone nun auch nicht.“

7. Betten nicht vergessen

Im Schlaf schwitzen wir und verlieren jede Menge Hautschuppen. Mindestens einmal im Jahr sollte daher die Schlafstätte gründlich gesäubert werden. Dafür die Matratze hochkant aufstellen und mit dem Staubsauger absaugen. Federbetten sollten vernünftig gelüftet und professionell von einer Reinigung gewaschen werden. Auch das Bettgestell kann einmal im Jahr eine Reinigung mit einem feuchten Tuch vertragen.

8. Auf die Hände achten

Gerade beim Kontakt mit säure- oder laugenhaltigen Putzmitteln sollten Handschuhe getragen werden, da diese Mittel die Haut stark angreifen. In einer intensiven Putzphase wie dem Frühjahresputz kann es da schnell zu Reizungen kommen. Um dem vorzubeugen, hilft auch eine gute Handcreme nach dem Putzen.

9. Lappen richtig waschen

Wenn man seine Putzutensilien gut pflegt, halten sie ohne Probleme mehrere Monate oder sogar Jahre. Lappen und Tücher sollten regelmäßig bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Wichtig dabei: Waschmittel in Pulverform verwenden! Denn das enthält zusätzlich Bleiche, die desinfizierend wirkt. Küchenlappen sollten häufiger gewaschen werden als andere.

10. Der gute Vorsatz

Mit dem Frühjahrsputz verhält es sich wie mit fast allen unliebsamen Dingen im Leben: Prävention schützt vor Frust. Wer im Laufe des Jahres ein Grundniveau an Sauberkeit pflegt, der hat beim Frühjahresputz leichtes Spiel. Außerdem danken es einem die Möbel und sonstigen Gegenstände im Haushalt. Wer sich beispielsweise ein Mikrofasertuch und einen Abzieher ins Badezimmer legt und nach dem Duschen regelmäßig fix die Armaturen reinigt beziehungsweise die nassen Fliesen abzieht, dem werden lästige Kalkflecken lange erspart bleiben.