E-Zigarette Juul: Drogenbeauftragte Marlene Mortler will Nikotin-Obergrenzen prüfen

Wegen E-Zigarette „Juul“: Drogenbeauftragte will Nikotin-Obergrenzen prüfen

Sie ist fruchtig-süß und ähnelt im Design einem USB-Stick: die besonders bei Jugendlichen beliebte E-Zigarette „Juul“. In den USA hat sie großen Erfolg. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, ist alarmiert.

Mortler (CSU) will nach der Markteinführung der in den USA bei Jugendlichen beliebten E-Zigarette „Juul“ auch in Deutschland die Obergrenzen beim Nikotin prüfen. Mortler sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, es müsse alles getan werden, damit sich die bedrohliche Entwicklung in den USA hierzulande nicht wiederhole.

„Dort wurde die Markteinführung von „Juul“ zum Desaster für die Gesundheit hunderttausender junger Menschen, die nie zuvor eine Zigarette in der Hand hatten“, sagte Mortler. Es müsse genau geschaut werden, ob die aktuelle Obergrenze beim Nikotin in der Europäischen Union in Ordnung sei. Die Grenze liegt in der EU bei 20 Milligramm pro Milliliter. In Amerika ist der Wert fast dreimal so hoch.

Josef Kahl vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte sagte der Zeitung, er sehe eine große Gefahr, „dass 'Juul' unter Schülern hier genauso abgeht wie in Amerika.“ Die fruchtig-süßen Sorten und das stylisch schlanke Design, das einem USB-Stick ähnele, treffe perfekt den Geschmack der Teenager.

Die Zeitung zitierte das Unternehmen damit, dass „Juul“ wie herkömmliche Zigaretten nichts in den Händen von Kindern und Jugendlichen zu suchen habe. Allerdings würden viele Händler mit Alterskontrollen lax umgehen, mit „einigen Händlern“ habe „Juul“ die Geschäftsbeziehungen deshalb bereits abgebrochen.

Der US-Tabakkonzern Altria, der Marken wie Marlboro und Chesterfield produziert, war Ende 2018 für 12,8 Milliarden US-Dollar (11,2 Milliarden Euro) bei dem erst 2015 gegründeten Unternehmen eingestiegen. Altria erwarb einen Anteil von 35 Prozent an „Juul“.

(hebu/AFP)
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