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Stiftung Warentest: Die meisten Apotheken beraten nicht gut genug

Stiftung Warentest : Die meisten Apotheken beraten nicht gut genug

Apotheken sowohl vor Ort als auch im Internet kommen ihrer Beratungspflicht von Patienten nicht ausreichend nach. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest, die für einen aktuellen Test 21 Vor-Ort-Apotheken und 17 Online-Apotheken verdeckt überprüft hat.

Das Ergebnis: Versandapotheken erkannten im Test Wechselwirkungen rezeptpflichtiger Medikamente besser als die Apotheken vor Ort. Diese gaben dafür bessere Auskünfte bei der Abgabe rezeptfreier Medikamente. Nur vier der stationären Apotheken erhielten die Gesamtnote "gut", zwölf wurden mit "befriedigend" bewertet, fünf sogar nur mit "ausreichend". Von den Online-Apotheken erhielten vier die Note "gut", sieben ein "befriedigend", fünf ein "ausreichend", und eine wurde sogar mit "mangelhaft" bewertet.

Wer ein Rezept einlösen oder frei verkäufliche Medikamente erwerben will, fragt am besten nach und beschreibt seine Symptome, raten die Tester. Dazu sollte der Kunde Zeit einplanen und auf die Fragen des Apothekers eingehen. Außerdem empfiehlt es sich, den Apotheker zu bitten, im Computer nach Wechselwirkungen des gewünschten Medikaments mit anderen Arzneimitteln nachzusehen.

Am gravierendsten waren die Mängel bei einer Testaufgabe, bei der ein Medikament gegen Tumorwachstum nach einer überstandenen Brustkrebs-Erkrankung und eines gegen Depressionen zusammen verschrieben wurden. Das Problem: Das Anti-Depressivum bremst den Schutz vor neuen Krebszellen aus. Doch das wurde im Test nur in zwei Vor-Ort-Apotheken erkannt, sieben Versender lieferten einen Hinweis schriftlich. Ähnlich wenig Einwände hatten die Apotheker bei einer riskanten Liste mit Arzneien, bei denen rezeptfreies Johanniskraut die Wirkung eines Blutverdünners mindert.

Die Folge: schlechterer Schutz vor Schlaganfall und Herzinfarkt. Doch darauf wiesen nur vier Vor-Ort- und fünf Versand-Apotheken hin. Dabei muss der Apotheker sorgfältig Wechselwirkungen und Dosierungen von verschriebenen Arzneimitteln prüfen. Denn bei groben Ärztefehlern haftet der Apotheker mit.

Besser schnitten die Apotheken bei der Beratung von rezeptfreien Arzneien ab. Schilderte der Test-Patient Symptome, fragten die meisten Vor-Ort-Apotheker gründlich nach und gaben gute Empfehlungen.

(RP)