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"Woche der Sonne" - 4. bis 13. Mai: Das Sparpotential der Sonne

"Woche der Sonne" - 4. bis 13. Mai : Das Sparpotential der Sonne

Mit Solarstrom und Solarwärme können Haushalte einen Teil ihres Energieverbrauchs selbst produzieren. Eine Studie des Ingenieursbüro für neue Energien (IfnE) ergab, dass ein Vier-Personen-Haushalt im Jahr bis zu 40 Prozent seines Strombedarfs mithilfe einer Solaranlage decken kann. Informationen dazu gibt es bei den Veranstaltungen zu "Woche der Sonne" vom 4. bis zum 13. Mai.

Mit Solarstrom und Solarwärme können Haushalte einen Teil ihres Energieverbrauchs selbst produzieren. Eine Studie des Ingenieursbüro für neue Energien (IfnE) ergab, dass ein Vier-Personen-Haushalt im Jahr bis zu 40 Prozent seines Strombedarfs mithilfe einer Solaranlage decken kann. Informationen dazu gibt es bei den Veranstaltungen zu "Woche der Sonne" vom 4. bis zum 13. Mai.

Eine eigene Solaranlage hat für Verbraucher mehrere Vorteile - denn mit der im vergangenen Sommer beschlossenen Energiewende kann der Strom teuer werden. Experten prophezeien, dass die Energiepreise durch das Abschalten von Atomkraftwerken um acht Prozent steigen könnten - beim Energiegipfel am vergangenen Mittwoch warnten einige sogar vor Stromausfällen und Kraftwerkemangel. Ersetzt werden soll die Atomkraft durch grüne Wind und Sonnenenergie.

Solarthermieanlagen können heute je nach Gebäudetyp und Anlagengröße zwischen 8 und 60 Prozent der benötigten Wärme für Warmwasser und Heizung liefern. Laut der IfnE-Studie kann selbst genutzte Solarenergie für den erwähnten Haushalt aktuell ein Sparpotenzial zwischen 220 Euro und 300 Euro pro Jahr erschließen. Bis 2020 kann sich dieser Vorteil auf jährlich 640 Euro bis 990 Euro vergrößern. Im Vergleich zur fossilen Energieerzeugung vermeiden Bewohner von Einfamilienhäusern mit Solartechnik jährlich die Produktion von rund vier Tonnen CO2.

"Bei den vielen tausend Veranstaltungen zur Woche der Sonne in ganz Deutschland können sie sich informieren, welche Möglichkeiten die Erneuerbaren Energien für den eigenen Haushalt bieten",erklärte Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.

Die IfnE-Studie beleuchtet unter anderem die Möglichkeiten zum Eigenverbrauch von Solarstrom. Hintergrund ist eine aktuelle Vorlage zur Änderung der Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Wer seit 1. April 2012 eine Photovoltaikanlage neu in Betrieb genommen hat, wird laut der geplanten Neuregelung rückwirkend nicht mehr für 100 Prozent des ins Netz eingespeisten Solarstroms eine Vergütung erhalten, sondern ist aufgefordert, einen bestimmten Anteil selbst zu verbrauchen oder zu vermarkten.

Dies betrifft vor allem auch private Betreiber von Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach. Da die Vermarktung des Solarstroms für private Betreiber kleinerer Dachanlagen in der Regel zu aufwändig sei, stelle die Regelung eine Verpflichtung zum Eigenverbrauch dar, stellt die Studie fest.

Derzeit speist die Mehrheit der Besitzer von Photovoltaikanlagen ihren Solarstrom komplett ins öffentliche Netz ein. Neben der Einspeisung gewinnt der Direktverbrauch des Solarstroms im eigenen Haushalt aber eine wachsende Bedeutung für die rasche Refinanzierung der Anlageninvestition: Angesichts steigender Haushaltsstrompreise, einer stetig sinkenden Einspeisevergütung und fallender Anschaffungskosten für Solarstromanlagen wächst die Sparrendite.

So kann ein Vier-Personen-Haushalt, der einen Teil des Solarstroms direkt verbraucht, im Vergleich zur Einspeisung bereits heute einen finanziellen Vorteil von jährlich etwa 30 Euro erzielen. Bis 2020 wird dieses Sparpotential voraussichtlich auf bis zu 150 Euro pro Jahr steigen, prognostiziert die Studie. Hinzu kommen die Einnahmen durch die Einspeisevergütung.

Die Erzeugung von Solarwärme mit einer Solarthermieanlage erhöhe diesen finanziellen Nutzen noch durch eingesparte Kosten für fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle oder Gas: Dies ermögliche aktuell bei Altbauten Einsparungen in Höhe von bis zu 270 Euro im Jahr (2020: bis 490 Euro) und bei Neubauten bis 190 Euro (2020: bis 840 Euro).

Mehr Solarstrom im Haushalt nutzen

Die IfnE-Studie nennt außerdem konkrete Maßnahmen, wie Verbraucher einen möglichst hohen Anteil ihres Energiebedarfs mit Solarstrom und Solarwärme decken können. Im Fall des Solarstroms lässt sich ein höherer Deckungsgrad zum Beispiel durch die Anpassung der Betriebszeiten von Waschmaschine, Trockner oder Spülmaschine an die Sonnenstunden erreichen: Wer solche elektrischen Geräte vor allem tagsüber nutzt, kann mehr eigenen Solarstrom verbrauchen.

Hinweise für eine passgenaue Abstimmung von Solarstromproduktion und Verbrauch können ein elektronisches Steuerungssystem oder ein "intelligenter Zähler" (Smart Meter) liefern.

Bei der Solarthermie können eine optimierte Gebäudedämmung, ein größerer Wärmespeicher, eine optimale Abstimmung des Heizsystems sowie einfache Maßnahmen wie die Anpassung der Heiztemperatur an die Nutzungszeiten von Räumen und gezieltes Lüften helfen, einen höheren Anteil des Wärmebedarfs solar zu erzeugen.

Das für die Wasch- oder die Spülmaschine benötigte Warmwasser kann ebenfalls über die Solarthermieanlage bereitgestellt werden. Je nach Gebäudetyp können Haushalte mithilfe solcher Maßnahmen mehr als 60 Prozent ihres Bedarfs an Heizwärme und Warmwasser mit Solarthermie decken.


Bundesweit über 5000 Veranstaltungen

Mehr Informationen zur Nutzung von Solarstrom und Solarwärme gibt es bei den Veranstaltungen während der Woche der Sonne vom 4. bis 13. Mai 2012. Handwerksbetriebe, Kommunen, Vereine, Verbraucherzentralen, Energieberater, Schulen und Solarbegeisterte bieten ein vielfältiges Programm, beispielsweise Beratertage, Besichtigungen von Sonnenkraftwerken, Tage der offenen Tür, Probefahrten mit Solarmobilen, Erlebnisausflüge zu Erneuerbare-Energie-Projekten, bunte Solarfeste in Städten und Gemeinden sowie viele weitere Aktionen. Schirmherr der Aktionswoche ist Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demonstration des Bundesverbandes Solarenergie

(ots)