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Amazon Prime Day 2022: Verbraucherschutz warnt vor falschen Schnäppchen

Vergleichen, Zusatzkosten prüfen, abwarten : Verbraucherzentrale mahnt zur Vorsicht beim Amazon Prime Day

Im Juli findet der Amazon Prime Day 2022 statt. Laut Konzern können sich die Kunden über jede Menge Rabatte freuen. Doch lohnt sich das Shoppingevent auch aus Sicht der Konsumenten? Wir haben bei der Verbraucherzentrale NRW nachgefragt.

Am 12. und 13. Juli findet der jährliche Amazon Prime Day statt. Dies sind zwei Tage, an denen Amazon seinen Prime-Mitgliedern jede Menge Deals und Rabatte verspricht. Der Konzern selbst verdient gut an dem Shoppingevent - allein beim Prime Day im vergangenen Jahr verkaufte Amazon eigenen Angaben zufolge binnen 48 Stunden rund 250 Millionen Produkte, Marktforscherinnen von Statista schätzen den Umsatz auf etwa 11 Milliarden Euro. Genaue Daten, auch zu den im Zuge der Veranstaltung eingefahrenen Prime-Abonnements, hält der Onlineversandhändler behutsam unter Verschluss.

Ob sich das Event aus Verbrauchersicht als ähnlich lukrativ erweist, ist fraglich. Die Juristin Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW möchte auf Anfrage unserer Redaktion hierbei kein grundsätzliches Fazit ziehen. Die Erfahrung aus früheren Marktchecks habe jedoch gezeigt, dass es häufig nur „vermeintliche Schnäppchen“ seien, die bei entsprechenden Rabattaktionen gewährt würden. Sie empfiehlt den Verbrauchern daher, sich vor den Prime Days ganz genau über die Preise der begehrten Produkte zu informieren und verschiedene Anbieter zu vergleichen: “Verbraucher sollten in jedem Fall Preisvergleichmaschinen zurate ziehen und in Erfahrung bringen, in welcher Preisrange sich die gewünschte Ware auf dem Markt bewegt.“ So lasse es sich leichter einschätzen, wie groß der Rabatt für den Verbraucher tatsächlich sei.

Versandkosten und Lieferzeiten können trügerisch sein

Bei den Amazon Prime Days, so die Juristin, könnten Verbraucher sicherlich das ein oder andere „Super-Schnäppchen“ schlagen. Wichtig dafür: Wissen, wie hoch der Normalpreis zuvor war. Sie gibt allerdings auch zu bedenken, dass „das vermeintlich günstigste Schnäppchen nicht automatisch das Beste“ sein müsse. Manchmal kämen verlängerte Lieferzeiten auf die Käufer zu, in anderen Fällen müssten die Rücksendekosten bei einem Widerruf vom Kunden selbst übernommen werden. Es sei also ratsam, bei Preissuchmaschinen auch nach Versandkosten, Verfügbarkeit und Lieferzeit zu filtern.

Wovor die Expertin allerdings warnt, sind Marketingstrategien wie Angebotsticker. Sie rät den Verbrauchern, sich von zeitlich limitierten Rabattaktionen nicht zu vorschnellen Handlungen verleiten zu lassen. Sollte man doch in die Falle tappen und sich der Deal als vermeintliches Schnäppchen entpuppen, könne man von seinem 14-tägigen Online-Shopping-spezifischem Widerrufsrecht Gebrauch machen.

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Zu dem Konzern und der Rabattaktion selbst möchte die Expertin keine Wertung abgeben, ihre Aufgabe sei es, die Verbraucher dazu zu befähigen, eine gut durchdachte, gut informierte und für sie optimale Entscheidung zu treffen. Dazu gehöre es auch, abzuwägen, wie häufig man überhaupt bei Amazon einkauft und, ob es sich rechnet, für ein Angebot sogar eine Prime-Mitgliedschaft abzuschließen.

Dennoch wird Amazon - wie viele andere Marktanbieter auch - stetig von der Verbraucherzentrale beobachtet und bei Praxen, die gegen die Verbraucherschutzvorschriften verstoßen, im Zweifel auch rechtlich belangt. Dafür gibt es bereits einige prominente Beispiele, etwa Gerichtsverfahren gegen Amazon, bei denen der Verbraucherschutz Recht zugesprochen bekam. So wurden beispielsweise die Schließung der Kundenkonten für Vielretounierer und das Dash-Button-Verfahren als rechtswidrig gewertet.

(hf)