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OLG Saarland 5 U 82/05-9: Versicherer muss nicht immer nachfragen

OLG Saarland 5 U 82/05-9 : Versicherer muss nicht immer nachfragen

Saarbrücken (rpo). Wer einen Versicherungsvertrag unterschreibt, sollte die Fragen des Anbieters möglichst genau beantworten. Denn im Ernstfall hilft dem Versicherten möglicherweise die Aussage nicht, dass der Versicherer im Vertrag nicht danach gefragt hatte.

Viele Versicherte berufen sich bei unvollständigen Angaben im Versicherungsvertrag gerne darauf, dass der Versicherer ja hätte nachfragen können, um die Unklarheiten aufzuklären. Das aber sehen die Richter am Saarländischen Oberlandesgericht anders (AZ: 5 U 82/05-9). Gibt der Versicherungsnehmer auf Nachfrage des Versicherers an, eine zuvor gemeldete chronische Darmerkrankung sei ausgeheilt, besteht für den Versicherer kein Anlass, die Richtigkeit dieser Bestätigung zu überprüfen.

Dies könnte nach Meinung der Richter allenfalls anders zu sehen sein, wenn der Versicherungsnehmer - was im entschiedenen Fall nicht zutraf - auf Nachfrage eine andauernde Medikation angibt. Täusche der Versicherte aber durch die Falschangabe arglistig über seinen Gesundheitszustand hinweg, so könne er sich nicht mehr auf die Verletzung einer Nachfrageobliegenheit des Versicherers berufen.