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Tanz in den Mai 2021: Maibaum, Maibowle, Walpurgisnacht und Traditionen

Maibaum, Maibowle, Traditionen : Tanz in den Mai: Was wird in der Walpurgisnacht gefeiert?

In vielen Gegenden Deutschlands feiern die Menschen die Nacht vom 30. April auf den 01. Mai. Doch welche Tradition steckt hinter dem Tanz in den Mai? Und was hat es mit der Walpurgisnacht auf sich? Wir geben Antworten auf diese Fragen.

Inhalt des Artikels

Traditionell wird die Walpurgisnacht, die auch als Tanz in den Mai bekannt ist, in der Nacht vom letzten Tag im April auf den ersten Maitag gefeiert. Normalerweise gibt es zahlreiche Partys, die jedoch seit der weltweiten Corona-Pandemie aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden können. 

Was hat die Walpurgisnacht mit dem Tanz in den Mai zu tun?

Die Walpurgisnacht ist ein traditionelles nord- und mitteleuropäisches Fest mit dem nach keltischem Brauch der Übergang vom Winter in den Sommer gefeiert wird. Die Wurzeln davon reichen bis ins Mittelalter zurück, aber auch schon in vorchristlicher Zeit sollen die Germanen mit einem heidnischen Frühlingsfest den Wechsel der Jahreszeiten begangen haben.

Die „Walpurgisnacht“ ist nach der heiligen Walburga benannt, die als Äbtissin im 8. Jahrhundert in England wirkte. Am 1. Mai fand ihre Heiligsprechung statt. In den meisten Gegenden Deutschlands wird das Fest mittlerweile „Tanz in den Mai“ genannt, was die modernere Variante des alten Brauchs ist. Dabei stehen statt abergläubischer Rituale vielmehr verschiedene Bräuche im Vordergrund wie das Aufstellen eines Maibaums. 

Tanz in den Mai: Was wird in der Walpurgisnacht gefeiert?

Der Übergang vom Winter in den Sommer wird in vielen Gegenden mit unterschiedlichen Traditionen und Bräuchen gefeiert. Der Tanz in den Mai soll dabei die bösen Geister der Walpurgisnacht vertreiben. Dafür werden große Lagerfeuer angezündet, die an den Tanz der Hexen auf dem Blocksberg erinnern. Am 1. Mai sollen sich die Hexen auf dem Brocken im Harz versammelt und mit dem Teufel getanzt haben.

Traditionell tanzen die Menschen bis spät in die Nacht um das Feuer herum. Sobald es heruntergebrannt ist, findet der sogenannte Maisprung statt: Dabei fassen sich zwei Verliebte an der Hand und springen gemeinsam über das Lagerfeuer. In einigen Orten verkleiden sich die Menschen auch als Hexen oder stellen Hexenpuppen vor ihren Häusern auf.

Viele der Bräuche, die beim Tanz in den Mai abgehalten werden, stehen nicht in Zusammenhang mit den Hexen, sondern haben sich mit der Zeit aus anderen Tradition entwickelt. Frühlingsbräuche wie das Aufstellen eines Maibaums vor dem Haus der Liebsten und das Maisingen sind nur zwei der verschiedenen Traditionen. 

Welche Maibräuche und Traditionen gibt es?

Viele Maibräuche von damals gibt es noch immer, wie das Aufstellen des Maibaums, der Fruchtbarkeit symbolisiert. Bei dieser Tradition stellt der Mann seiner Liebsten einen mit buntem Krepppapier geschmückten Baum vor ihr Haus. Auch das Maifeuer wird bei vielen Partys angezündet – damals hatte es den Zweck Seuchen zu bereinigen. Wenn das Feuer heruntergebrannt ist, springen Pärchen Hand in Hand über die Glut. Auch die Maibowle wird bei diesen Festen getrunken: Dieses alkoholische Getränk besteht aus Weißwein, Mineralwasser, Sekt, Minze und Waldmeister.

Hier finden Sie eine Übersicht der schönsten Traditionen zum 1. Mai:

  • Maibowle: Dieses erfrischende Getränk ist eine Mischung aus Wein, Sekt und Waldmeister. Das Getränk wurde erstmal im Jahre 854 durch den Benediktinermönch Wandalbertus erwähnt. Hier kommen Sie zum Rezept.
  • Maibaum: Zur Walpurgisnacht holen die Männer Maibäume, schmücken diese und stellen sie ihrer Auserwählten vor das Haus. Der geschmückte Baum gilt als Fruchtbarkeitssymbol und geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Maibäume, die an zentralen Plätzen aufgestellt werden, müssen oft bewacht werden, denn auch der Maibaumklau gehört zum Brauchtum dazu. Hier lesen Sie, wie man einen Maibaum schmücken kann.
  • Maisingen: Hierbei ziehen die Kinder von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten, ähnlich wie an Halloween.
  • Hexentanz und Hexenfeuer: Um sich vor bösen Geistern zu schützen, wird ein Feuer entzündet, um das bis spät in die Nacht getanzt wird. Mit einem Maifeuer soll auch der Frühling begrüßt werden. Der Sprung durch die Flammen soll vor Krankheiten schützen und reinigen.
  • Maibraut: Unverheiratete Frauen werden in einigen Regionen wie dem Rheinland unter den Junggesellen eines Dorfes „versteigert“. Der Sieger darf dann mit seiner Maibraut bei der Feier tanzen und ein geschmücktes Maiherz für sie aufhängen.

Wo findet die Walpurgisnacht statt?

Feiern zum Tanz in den Mai gibt es in ganz Deutschland, aber traditionellerweise sollen sich die Hexen auf dem Blocksberg versammelt haben. Damit ist der Brocken im Harz gemeint, der höchste Berg in der Umgebung. Auf dem Hexentanzplatz findet – außer zu Corona-Zeiten – jährlich mit bis zu 10.000 Besuchern eine große Party statt. Die Gäste kommen aus ganz Deutschland als Hexen und Teufel verkleidet, um bis zum Morgen auf dem Blocksberg zu tanzen.

Rezept Maibowle: Wie macht man eine Maibowle?

Eine Maibowle ist nicht nur für den Tanz in den Mai ein köstliches Getränk, sondern eignet sich auch den ganzen Sommer als eine leckere Erfrischung. Die Variante mit Alkohol besteht aus Weißwein, Sekt und Waldmeister, aber auch ohne Alkohol schmeckt dieses Getränk. Wir geben einen Rezeptvorschlag für beide Varianten.

Zutaten für die (alkoholfreie) Maibowle

  • 500 ml  Weißwein oder 600ml Apfelsaft
  • 2 EL braunen Zucker
  • 1 Päckchen Vanillinzucker
  • 250 ml  Sekt oder 400ml Mineralwasser
  • 5 Stängel Waldmeister (darf nicht blühen!) oder 150ml Waldmeistersirup
  • 1 Stängel Minze
  • 1 Stängel Zitronenmelisse
  • 2 frische Zitronenscheiben

Zubereitung der Maibowle

Wenn Sie frischen Waldmeister statt Sirup verwenden möchten, sollten Sie diesen mit Küchengarn zusammenbinden, über Nacht trocknen lassen oder kurz einfrieren. Danach den braunen Zucker und Vanillinzucker im Weißwein auflösen. Zusammen mit der Zitronenmelisse und der Minze das Bündel Waldmeister über diese Mischung hängen. Dabei sollten die Stielenden auf keinen Fall in das Getränk gelangen, da die Maibowle sonst einen bitteren Geschmack bekommt. Maximal 45 Minuten ziehen lassen.

Kurz vor dem Servieren können Sie diese Mischung aus dem Kühlschrank nehmen und mit gekühltem Sekt auffüllen. Zur Kühlung können Sie eingefrorene Zitronenscheiben statt Eiswürfeln verwenden, da Eiswürfel das Waldmeisteraroma entziehen. Für die alkoholfreie Variante der Maibowle können Sie statt Weißwein und Sekt einfach Apfelsaft und Mineralwasser verwenden. 

Was hat es mit dem Maibaum auf sich?

Ein Maibaum gilt als Symbol für Wachstum und Fruchtbarkeit in der Landwirtschaft. Er soll die Menschen vor Unglück bewahren. Vor allem im Bayern gibt es die Tradition am 30. April, 1. Mai oder an Pfingsten einen geschmückten Maibaum in der Dorfmitte aufzustellen. Aber auch bei verliebten Paaren stellt die sogenannte Liebesmai eine schöne Tradition dar: Verliebte Männer stellen ihrer Auserwählten als Liebesbotschaft ein kleines, geschmücktes Maibäumchen vors Fenster und hoffen auf eine positive Antwort von ihr.

Doch woher kommt diese Tradition? Der Brauch einen Baum zu schmücken, hat sich im 16. Jahrhundert in Deutschland entwickelt. Davor war dies lange Zeit als heidnischer Brauch im Christentum verboten. In vorchristlicher Zeit symbolisierten die Bäume Fruchtbarkeit und den wiederkehrenden Frühling. Im 18. Jahrhundert unternahm die Kirche erneut einen Versuch die Feiern, die mit dem Aufstellen eines Maibaums verbunden sind, zu verbieten – jedoch erfolglos.

In dieser Zeit entwickelte sich auch die Tradition zusätzlich zu den bunten Bändern und Kränzen kleine Tafeln am Maibaum zu befestigen, auf denen beispielsweise die Kirche und die Schule des Ortes vertreten sind. Doch bis ein Maibaum tatsächlich aufgestellt werden kann, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden: Zunächst muss der passende Baum, meistens eine Fichte, gefällt und bis zum großen Tag bewacht werden. Denn auch die Tradition des Maibaumklaus von jungen Männern aus den Nachbardörfern gibt es. Ist der Baum fertig geschmückt und aufgestellt, verbietet es die Ehre diesen zu klauen. Um einen gestohlen Baum zurück zu bekommen, sind unter anderem ein paar Fässer Bier nötig. 

Welches Zubehör benötigt man zum Basteln eines Maibaums?

Den Maibaum können Sie ganz nach Ihren eigenen Wünschen gestalten und ergänzend dazu beispielsweise ein Maibaum-Herz oder einen Maibaum-Kranz basteln. Es muss natürlich nicht immer gleich ein ganzer Baum sein, sondern auch ein Mini-Maibaum sieht als Deko im Garten sehr schön aus. Diese Materialien brauchen Sie für einen Mini-Maibaum:

  • einen 30 bis 40 cm langen Stecken oder einen geraden Stock als „Baum“
  • einen kleinen Blumenübertopf mit Erde, Sand oder Kies
  • Büroklammern und Reißzwecken
  • bunte Wolle oder farbige Bänder
  • einen runden Kranz aus Stroh als „Krone“
  • Heißkleber
  • einen Tannenzapfen für die Spitze

 Wie kann man einen Maibaum basteln?

Um einen Maibaum zu basteln, gibt es vielfältige Möglichkeiten und der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nachdem Sie das Zubehör beisammen haben, umwickeln Sie den Stock und den Kranz spiralförmig mit bunten Bändern. Beim Kranz sollten die Bänder lang genug sein, um im Wind zu wehen.

Die Befestigung des Kranzes am Stock kann etwas schwierig sein. Am besten befestigen Sie die überkreuzten Bänder an der Spitze des Stocks mit einem flachen Reißnagel und ziehen die Knoten am Kranz erst fest, wenn er gerade hängt.

Auf der Spitze können Sie je nach Wunsch beispielsweise einen Tannenzapfen oder Dekoblumen platziere und mit Heißkleber befestigen. Diesen Mini-Baum können Sie dann entweder direkt in die Erde stecken oder in einem Blumentopf platzieren. 

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Dinge, die Sie über den Tanz in den Mai wissen sollten