Pflegekosten: Altenpflege - Kosten und Pflichten

Pflegekosten : Altenpflege - Kosten und Pflichten

Wenn Senioren pflegebedürftig werden, kommt das teuer: Rund 3000 Euro pro Monat kostet der Aufenthalt in einem Pflegeheim. Reichen Pflegeversicherung und Rente dafür nicht aus, muss erst das Sozialamt zahlen - und letztlich die Kinder.

Dank des medizinischen Fortschritts steigt das Lebensalter der Deutschen stetig an. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der 80-Jährigen in Deutschland von etwa vier Millionen auf über zehn Millionen wachsen, so das Bundesamt für Statistik. Ein Grund zur finanziellen Vorsorge ist das vor allem für die jüngere Generation. Immer mehr Kinder müssen damit rechnen, nicht nur Unterhalt an die eigenen Kinder zu bezahlen, sondern auch Pflegeunterhalt an ihre Eltern.

Was bedeutet "Pflege" und was kostet sie?

Intensivere Pflege benötigen die meisten Senioren ab etwa 80 Jahren. Dann fällt Anziehen und Waschen auf einmal schwer, und das Essen muss von einem Dienst gebracht werden.

Wie hoch die dabei anfallenden Kosten sind, hängt von den Leistungen ab, die beansprucht werden. Grundsätzlich veranschlagt die Pflegeversicherung drei Pflegestufen.

Pflegestufe I ist gegeben, wenn Pflegende mindestens 90 Minuten täglich aufwenden müssen, um der bedürftigen Person zu helfen. Mindestens die Hälfte der Zeit muss auf die so genannte "Grundpflege", etwa Anziehen, Waschen oder Kochen, entfallen.

Die Voraussetzungen für die Pflegestufe II sind erfüllt, wenn ein Mensch Hilfe bei der Zahnpflege, dem Haarekämen so wie dem Waschen von Gesicht und Händen benötigt. Wer in die Pflegestufe III eingeordnet wird, ist schwerst pflegebedürftig. Das heißt, der Betroffene muss mindestens fünf Stunden pro Tag, und auch nachts, also rund um die Uhr gepflegt werden.

Deckung der Pflegekosten

Welche Pflegeleistungen ein Senior benötigt, muss von einem Arzt fest gestellt und dann der Pflegeversicherung zur Beurteilung vorgelegt werden. Wird die empfohlene Pflegestufe bewilligt, bezahlt die Kasse einen Zuschuss. Sollte eine vollstationären Unterbringung in einem Pflegeheim nötig sein, reicht die Unterstützung der Pflegversicherung jedoch in der Regel nicht aus.

Während ein von Pflegestufe eins Betroffener, der noch zu Hause leben kann, eine Haushaltshilfe mit rund 440 Euro Kassenzahlung finanzieren kann. Ist die Lage für einen Pflegefall der Stufe drei wesentlich schwieriger. Die Hilfestellung der Pflegeversicherung beträgt hier rund 1500 Euro monatlich. Unterkunft und tägliche Pflege in einem Altenheim kann jedoch bis zu 3000 Euro betragen. Nicht selten müssen Betroffene deshalb massiv auf ihre privaten Rücklagen zugreifen.

Kinder in der Pflicht

Sollten Ersparnisse und Rente der Eltern jedoch nicht ausreichen, um die Pflegekosten zu decken, werden spätestens nach dem Tod des Elternteils, die Kinder vom Sozialamt zur Kasse gebeten. Dazu hat der Staat mehrere Gesetze erlassen, die Regeln, in welchem Ausmaß sich die Kinder an den Pflegekosten beteiligen müssen. Dabei sollte zwar berücksichtigt werden, dass die Kinder auch für ihre eigene Altersversorgung sparen müssen, die Realität sieht jedoch oft anders aus.

Vor allem bei Immobilien wird die Lage schnell kritisch. Da das Sozialamt berechtigt ist, seine Kosten zurück zu verlangen, kann es den Pflegebedürftigen auch dazu auffordern sein Haus zu verkaufen. Um die fehlenden Beträge zu begleichen, darf das Sozialamt sogar verlangen, dass Schenkungen von Häusern oder anderen Sachwerten, die die Pflegebedürftigen an ihre Kinder gemacht haben, rückgängig gemacht werden, wenn sie nicht länger als zehn Jahre zurück liegen.

Unterstützung für Kinder und die Pflege zuhause

Wer Kosten sparen will, sollte deshalb über eine häusliche Pflege der Eltern nachdenken. Um diese Alternative zu Pflegeheimen zu unterstützen wurde 2008 das Pflegezeitgesetz erlassen.

Es ermöglicht Arbeitnehmer, die einen Angehörigen betreuen müssen, sich bis zu sechs Monaten von ihrer Arbeitszeit frei stellen zu lassen. Allerdings haben die Pfleger weder Anspruch auf diese Fehlzeit noch darauf, dass ihr Gehalt weiterhin bezahlt wird. Eine rechtzeitige Absprache mit der Chefetage ist also unbedingt nötig, um Probleme zu vermeiden.

Hier geht es zur Infostrecke: Elternpflege - So werden Sie unterstützt

(anch/das/anch)
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