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Begriffe oft nicht geschützt: Mogelpackung Öko-Textil

Begriffe oft nicht geschützt : Mogelpackung Öko-Textil

Düsseldorf (RP). Der Bioboom beschränkt sich längst nicht mehr auf Lebensmittel. Er hat auch die Textilbranche erfasst. Bekleidungsketten wie C&A, Hennes & Mauritz, Karstadt und Otto haben eine Ökoecke in ihren Filialen eingerichtet. Marken wie Nike, Tom Tailor, Levis's oder Timberland setzen auf naturbelassene Textilien.

Selbst der Discounter Plus umgarnt seine Kunden bereits mit Kindermode aus biologisch angebauter Baumwolle. Aktionsangebote für die Eltern sollen folgen. Bereits jeder vierte Deutsche interessiere sich für naturbelassene Textilien, berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Vor allem Biobaumwolle stehe bei vielen Unternehmen der Bekleidungsbranche ganz oben auf der Liste.

Deren Versprechen an die Kunden: Die Baumwolle soll ohne Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel angebaut worden sein. Dem guten Gewissen schmeichelt oft auch die Aussage, dass Biotextilien nicht nur die Umwelt entlasten, sondern den Bauern in den Anbauländern zudem höhere Einkommen bringen. Das alles hindere einzelne Handelsketten und Discounter nicht daran, naturbelassene Kleidung zu herkömmlichen Preisen anzubieten.

Keine gesetzliche Regelung

Tatsächlich bleibt den Kunden wenig, als auf solche Zusagen zu vertrauen. Der Grund: Bei Bekleidung sind die Begriffe "Öko" und "Bio", anders als bei Lebensmitteln nicht gesetzlich geregelt. Auch als "naturbelassen" kann jede Jeans daherkommen. Fakt ist: Nicht mal ein Prozent der weltweit gehandelten Baumwolle wird bislang nach ökologischen Kriterien erzeugt. Gerade 58 000 (von mehr 26 Millionen) Tonnen aus der Ernte 2006/2007 bekamen den Stempel "kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle" .

Noch immer gehe der konventionelle Anbau von Baumwolle wie die Herstellung von Textilien mit massiven Umweltbelastungen einher, berichtet die internationale Umweltorganisation Pestizid Aktions Network (PAN). Gesundheit und Lebensstandard vieler Bauern seien massiv bedroht. Für Verwirrung beim Verbraucher sorgt auch die Textilbranche. Sie kennt eine Vielzahl von Kennzeichnungen für Biobaumwolle.

Hier geht es zur Infostrecke: Wir erklären die "Bio"-Labels

(RP)