Euro- und Banken-Krise: Wo der Immobilien-Kauf noch lohnt

Euro- und Banken-Krise : Wo der Immobilien-Kauf noch lohnt

Euro-Krise und Bankenkrise schüren die Angst vor der Inflation. Immer mehr Anleger kaufen Immobilien, um der Gefahr auszuweichen. Aber viele Märkte gelten schon als überhitzt. In NRW gibt es noch Städte, wo Immobilienkäufer mit Wertzuwachs rechnen können.

In NRW haben Immobilien-Käufer in den Städten Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster die besten Chancen auf ein gutes Geschäft: Nur in diesen vier Städten rechnen Experten sowohl mit einer gedeihlichen Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ("Stadtprognose") als auch mit Wertzuwächsen. Erst das Zusammentreffen von beiden Indikatoren lässt dauerhaft stabile Immobilienpreise vermuten.

Die jüngste Untersuchung zum Thema "Immobilienkauf", die heute das Nachrichtenmagazin "Focus" veröffentlicht, bestätigt im Wesentlichen die Aussagen, die vor wenigen Wochen bereits dem "LEG-Immobilien-Atlas" zu entnehmen waren. Das Wohnungsunternehmen LEG hat bei seiner Analyse des Immobilienstandortes NRW wesentlich mehr Daten als die Focus-Redaktion verrechnet.

Wachsende Angst vor Inflation

Trotzdem ist der Immobilienkauf auch in den genannten Städten inzwischen mit Risiken behaftet: Euro- und Bankenkrise sowie die Abermilliarden, mit denen die Staaten die Märkte fluten und gegen beide Krisen ankämpfen, haben in der Bevölkerung eine wachsende Angst vor Inflation ausgelöst. Die Immobilie ist ein Sachwert und gilt als guter Schutz vor einer Geldentwertung.

Diese einfache Anleger-Weisheit hat einen historischen Immobilien-Boom ausgelöst: Noch nie wurden Kaufimmobilien in Deutschland so sehr nachgefragt wie derzeit – auch, weil die Immobilienkreditzinsen aktuell sehr niedrig sind. Manche Lage gerade in Top-Städten gilt längst als überhitzt. Neubauwohnungen haben sich in Deutschland seit der Lehmann-Pleite vor drei Jahren im Schnitt um 18 Prozent verteuert, Häuser um neun Prozent.

20.000 Euro pro Quadratmeter

In München zum Beispiel wurde gerade die Dachwohnung eines Neubaus im Glockenbach-Viertel für 20.000 Euro verkauft. Pro Quadratmeter. Vor diesem Hintergrund erinnern Exprten gerne daran, dass es auch andere Sachwerte gibt, die als guter Inflationsschutz gelten: Aktien zum Beispiel, mit denen der Investor ein kleines Stück von einem börsennotierten Unternehmen kauft.

Das Schöne an solchen Sachwerten ist: Verliert das Geld an Wert, werden sie automatisch zu höheren Nominalpreisen gehandelt. Das Kritische an Sachwerten ist: Sie wollen gepflegt und gut gemanagt werden. Das gilt für Firmen wie für Immobilien. Gold hingegen kann man einfach im Tresor einlagern – es wirft dafür aber auch weder Dividenden noch Mieteinnahmen ab.

(RP)