Was macht der Vermieter mit der Kaution?

Mieten : Was macht der Vermieter mit der Kaution?

Vor dem Einzug in die neue Wohnung wird meistens eine Kaution fällig. Doch der Vermieter kann damit nicht machen, was er will.

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Vor dem Einzug in die neue Wohnung wird meistens eine Kaution fällig. Doch der Vermieter kann damit nicht machen, was er will.

Für die Vermieter ist sie eine Absicherung gegen schlechte Zahlungsmoral, für neue Mieter dagegen ein finanzieller Brocken, der erst einmal gestemmt sein will: die Mietkaution. Drei Monatskaltmieten darf der Vermieter verlangen, um sich für den Fall zu wappnen, dass die Miete ausbleibt, der Mieter die Wohnung demoliert oder nach Auszug vereinbarte Schönheitsreparaturen nicht erledigt. Der Mieter darf die Summe allerdings in drei gleich hohen Monatsraten zahlen.

Wie hat der Vermieter die Kaution anzulegen? "Die Mietkaution muss zu den üblichen Sparzinsen verzinst werden", schreibt Fachanwalt Karl-Friedrich Moersch in seinem "ABC des Mietrechts". Momentan sind das kaum ein halbes Prozent Zinsen – deutlich weniger als die Inflation.

Vermieter darf nicht ohne Wissen des Mieters Geld abheben

Prinzipiell gilt: Der Vermieter muss den Kautionsbetrag auf einem Sonderkonto anlegen. Nur so ist das Geld konkursfest angelegt. Voraussetzung: Der Mietvertrag wurde nach dem 31.12.1982 geschlossen. Der Gesetzgeber will sicherstellen, dass der Mieter an die Kaution kommt, wenn der Vermieter insolvent wird. Alternativen sind ein verpfändetes Sparbuch oder eine Bürgschaft, aber auch andere Geldanlagen wie Bundeswertpapiere.

Barzahlungen sollten sich Mieter unbedingt quittieren lassen. Der Vermieter darf zu einer bar gezahlten Kaution nicht zusätzlich auch noch andere Sicherheiten wie etwa eine Bürgschaft verlangen. Beim Sparbuch sollte der Mieter darauf achten, dass der Vermieter nicht ohne sein Wissen Geld abheben kann, rät der Deutsche Mieterbund. In einigen Vordrucken der Banken ist festgehalten, dass dem Mieter eine Abbuchung vom Sparbuch vier Wochen vorher mitgeteilt werden muss.

Streit kann über die Zinserträge aufkommen. Ein typischer Fall: Der Vermieter hat die Mietkaution beispielsweise in den frühen 90er Jahren zu einem attraktiven Zinssatz fest angelegt. Dem Mieter will er aber bei Rückzahlung der Kaution nur einen Teil der Zinsen überlassen. Darf er das? "Nein", sagt Jürgen Pfeilschifter, Jurist beim Deutschen Mieterbund. "Legt der Vermieter die Mietkaution höherverzinslich an, muss er nach Mietende auch ohne Abzug die tatsächlichen, höheren Zinsen mit auszahlen."

Alternative: Kautionsversicherungen

Zu den klassischen Mietsicherheiten gibt es mittlerweile auch eine Alternative, nämlich so genannte Kautionsversicherungen. Bei solchen Policen springt die Assekuranz ein, wenn der Vermieter Zahlungsausfälle erleidet.

Egal, ob Bürgschaft oder Police: Der Mieterbund rät, das Kleingedruckte zu beachten. "Bei Angeboten, die jetzt die Runde machen", so Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz, "fallen die unterschiedlichsten Gebühren an: Aufnahmegebühr, Jahresgebühr, x Prozent der Bürgschaftssumme und so weiter." Im Endeffekt seien Kautionsbürgschaften und -policen teuer.

Ob der Mieter bei Mietbeginn überhaupt eine Kaution zahlen muss, hängt vom Mietvertrag ab. Steht im Vertrag nichts von einer Mietsicherheit, geht der Vermieter leer aus. Zurückverlangen darf der Mieter die Sicherheit erst nach Auszug. Das gilt im Übrigen auch für die Zinsen. Und auch dann hat der Vermieter noch eine angemessene Frist von sechs Monaten, Forderungen aus dem beendeten Mietverhältnis geltend zu machen und zu regulieren.

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