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Belastung für Hauseigentümer: So hoch ist die Grundsteuer in der Region

Belastung für Hauseigentümer : So hoch ist die Grundsteuer in der Region

Düsseldorf (RP). Die steuerliche Belastung für Hauseigentümer geht stark auseinander. Die Hebesätze der Grundsteuer B schwanken in NRW zwischen 240 und 590 Punkten. Am teuersten wohnt man in Düren, "Steueroase" ist Schloß Holte-Stukenbrock. Viele Kommunen werden die Hebesätze erhöhen.

Die Grundsteuer B ist ein wichtiger Kostenpunkt für Hauseigentümer. Die Steuer für bebaute und bebaubare Grundstücke macht Städte für Eigentümer besonders attraktiv, wenn die Steuer auf den Grundbesitz niedrig ist. Wo Hausbesitzer deutlich mehr zahlen müssen, schreckt dies ab. Eine Erhebung des Statistischen Landesamtes NRW macht die teils großen Unterschiede deutlich.

Holte-Stukenbrock: Ein Schloß für Hausbesitzer

Wer besonders günstig wohnen möchte, sollte sich ein Eigenheim im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock zulegen. Dort liegt der Hebesatz, der wichtigste Faktor für die Berechnung der Grundsteuer, bei 240 Prozentpunkten. Ebenfalls günstig ist Straelen: Dort beträgt der Hebesatz 250 Punkte.

In der Region gibt es teilweise deutliche Unterschiede in der Höhe der Hebesätze. Während also für ein klassisches Reihenhaus mit mittlerem Wohnwert in Schloß Holte-Stukenbrock rund 250 Euro Grundsteuer B pro Jahr fällig werden, muss man in Essen und Düren für die gleiche Immobilie mehr als das Doppelte zahlen.

Die Höhe der Grundsteuer B ist aber nicht nur für Eigentümer von Bedeutung. "Die Grundsteuer zahlt jeder", sagt Eberhard Kanski vom Bund der Steuerzahler NRW. Entweder direkt als Eigentümer oder als Mieter über die jeweilige Nebenkostenabrechnung.

Steuerhöhe von mehrere Faktoren abhängig

Die Steuerhöhe kann die jeweilige Kommune nicht allein festlegen. Sie setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Jedes Grundstück in Deutschland hat einen Einheitswert, den das Finanzamt auf der Basis eines 1954 verabschiedeten Gesetzes ermittelt.

Dieser Wert wird mit dem sogenannten Grundsteuermessbetrag, der vom deutschen Bundestag festgelegt wird, multipliziert, die so ermittelte Summe wiederum mit dem örtlichen Hebesatz, den der jeweilige Stadtrat beschließt. Liegt also der Steuermessbetrag bei 100 und der Hebesatz bei 450, wird die Zahl 100 mit dem Faktor 4,5 multipliziert. Für die Immobilie wäre somit eine Grundsteuer von 450 Euro für ein Jahr fällig.

Welle von Erhöhungen erwartet

In den vergangenen Jahren haben viele Kommunen angesichts leerer Haushaltskassen die Hebesätze für die Grundsteuer B bereits mehrfach erhöht. Und es könnte noch weiter nach oben gehen: "Wir erwarten eine Welle von Steuererhöhungen", sagt Experte Kanski. Viele Städte würden die Hebesätze — sowohl bei der Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke), der Grundsteuer B als auch bei der Gewerbesteuer — anheben, wenn das Land (wie geplant) die fiktiven Hebesätze erhöht.

Diese sind vom Land vorgegebene Orientierungspunkte für die Kommunen bei der Festlegung der Hebesätze. 2010 lag der fiktive Hebesatz für die Grundsteuer B in NRW bei 381 Punkten. Für 2011 wurde er auf 413 Punkte erhöht. "Wenn der fiktive Hebesatz steigt, drohen vielen Städten und Gemeinden Steuererhöhungen", sagt Kanski. Kommunale Hebesätze, die über dem fiktiven Satz des Landes liegen, seien definitiv zu hoch.

Hier geht es zur Infostrecke: 2010: Wo in NRW Steuergelder verschwendet werden

(RP)