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Häuser besser präparieren: Schlaflos in der Hitze der Nacht

Häuser besser präparieren : Schlaflos in der Hitze der Nacht

Düsseldorf (RPO). Zerwühlte Kissen, durchwachte Nächte: Die Sommerhitze ist nicht für jeden das reinste Vergnügen. Rekordtemperaturen treiben die Schweißperlen auf die Stirn. Viele Hitzeempfindliche fühlen sich tagsüber schlapp und müde und kriegen nachts kein Auge zu.

Statistisch gesehen kennt jeder dritte Deutsche dieses Problem. Bei jungen Leuten unter 35 ist es sogar gut die Hälfte der Bundesbürger, die wegen zu hoher Außentemperaturen über Schlafstörungen klagen. Die Experten der Deutschen Bausparkasse Badenia erläutern, wie Hausbesitzer diesem Problem entgegenwirken können.

Wärmedämmung hält kühl

Die richtige Dämmung ist die Grundvoraussetzung für ein kühles Haus im Sommer. Wärmedämmung ist eine passive Art der Kühlung. Sie reduziert den Durchgang von Wärmeenergie an Fassade, Dach und Fenstern, indem die Wärme von außen so lange wie möglich in dem Dämmstoff gespeichert wird. Dies geschieht im Winter von innen nach außen und im Sommer genau umgekehrt.

Eine gute Dämmung alleine ist aber noch nicht ausreichend für ein kühles Heim im Sommer vor allem wenn dieses große Fensterfronten hat. Doch auch in diesen Fällen gibt es Möglichkeiten, die Hitze auszusperren. Für viele Menschen sind große Fenster ein bedeutender Faktor für Wohnkomfort. Die Räume sind lichtdurchflutet und das Sonnenlicht wird optimal ausgenutzt. Ein Nachteil großer Fensterflächen ist allerdings, dass die Räume dahinter schnell aufheizen.

Die beste Möglichkeit, dem entgegenzuwirken: Sonnenschutzglas. Es hält 50 bis 80 Prozent der Sonnenstrahlen ab. Möglich machen dies metallische Beschichtungen auf dem Glas, die die Strahlen reflektieren. An trüben Tagen müssen allerdings je nach Stärke der Gläser künstliche Lichtquellen in den Räumen verwendet werden. Diesem Effekt kann man mit schaltbaren Sonnenschutzgläsern entgegenwirken. Sie ermöglichen die Regelung der Helligkeit per Fernbedienung.

Klimanlage und Co.

Wer auf zusätzlichen Komfort im Sommer Wert legt, hat mittlerweile die Wahl zwischen verschieden Arten der aktiven Kühlung und kann auch bei hohen Außentemperaturen ein angenehmes Raumklima genießen. Die am weitesten verbreitete Kühltechnik für Wohnräume ist die Klimaanlage. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen zentralen und dezentralen Ausführungen.

Im Gegensatz zu Büros verwendet man in Wohnhäusern hierzulande fast ausschließlich dezentrale Klimaanlagen. Eine Klimaanlage muss bei der Anschaffung nicht besonders teuer sein. Allerdings sind viele Geräte regelrechte Stromfresser und zudem nicht sehr effizient. Dies ist vor allem bei mobilen Geräten der Fall, da die Wärme über einen Abluftschlauch nach draußen transportiert wird.

Dies geschieht oft über ein geöffnetes Fenster, durch das die warme Luft sofort wieder in den Innenraum zurückfließt. Entscheidet sich der Eigentümer für eine zentrale Klimatisierung, muss er dagegen meist recht tief in die Tasche greifen.

Wärmepumpe

Mittlerweile gibt es jedoch eine energieeffiziente Alternative: die Wärmepumpe. Sie sorgt für umweltfreundliche Wärme im Winter und kann wenn sie über eine sogenannte Umkehrfunktion verfügt im Sommer auch zur dynamischen Kühlung verwendet werden. Dabei wird statt warmem Wasser Kühlwasser produziert und durch die Rohre geleitet. Das Funktionsprinzip einer dynamisch kühlenden Wärmepumpe gleicht dem eines herkömmlichen Kühlschranks, erklärt Jochen Ament, Bausparexperte der Badenia.

Die eigentliche Wärmepumpe wird an die vorhandene Heizungsanlage gekoppelt. Sie nutzt die zentrale Infrastruktur, z.B. eine Fußbodenheizung und sichert damit eine gleichbleibend angenehme Raumtemperatur. Der Vorteil besteht darin, dass für Heizung und Kühlung dieselbe Anlage verwendet werden kann.

Allerdings ist die Montage im Vergleich zu der einer Klimaanlage deutlich aufwändiger und erfordert solides Fachwissen. Daher sollte der Einbau einer Wärmepumpe unbedingt vom Fachmann vorgenommen werden. Wird eine Wärmepumpe nicht fachgerecht installiert, können leicht Folgeschäden entstehen, die hohe Kosten nach sich ziehen. Die Kosten für die Anschaffung einer Wärmepumpe liegen zwischen 9000 und 12.000 Euro.

(DAPD/chk)