Neue Heizung: Brennstoffe — die Qual der Wahl

Neue Heizung : Brennstoffe — die Qual der Wahl

Der Winter verschlingt mächtig Heizkosten. Vor dem Einbau einer neuen Heizung schrecken viele, die ihre in die Jahre gekommenen Eigenheime mit Öl und Gas heizen, aber zurück. Für manchen droht das auf Dauer eine teure Fehlentscheidung zu werden.

Zur alten Ölheizung gibt es etliche Alternativen: Gastherme, Ölheizung mit Brennwerttechnik, Scheitholz- oder Pelletheizung, Wärmepumpe, Solarthermie - davon manches kombinierbar.

Jede Heizung hat ihre Lobby und alle versprechen, günstig und umweltfreundlich zu sein. "Die Verkäufer neigen zum Schönrechnen", weiß Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Ob sich der Heizungsaustausch lohnt, hängt von der Effizienz der alten Heizung, Einsparpotenzial und neuem Heizungstyp, Energiepreisen, Finanzierungskosten, Heizgewohnheiten und regionalem Klima ab.

Solarwärmeanlage spart 35 Prozent Energie

Ein Beispiel: Ein unsaniertes Einfamilienhaus von 1970 mit 150 Quadratmetern Wohnfläche verbraucht im Jahr rund 4.500 Liter Öl für Heizung und Warmwasser. Bei einem Ölpreis von 80 Cent je Liter fallen Energiekosten von 3.600 Euro im Jahr an. Der Einbau einer neuen Brennwertheizung plus Solarwärmeanlage spart etwa 35 Prozent Energie. Das macht eine Einsparung von 1.260 Euro im Jahr.

Wann sich die Investition amortisiert, hängt von drei Faktoren ab: Anschaffungs- und Finanzierungskosten der Heizung und Ölpreisentwicklung. Dass der Hausbesitzer nach zehn Jahren im Plus ist, erscheint heute realistisch. In jedem Fall bleibt die Wertsteigerung der Immobilie. Und Vermieter können mit günstigen Betriebskosten auftrumpfen.

Nur, welche Heizung soll rein? "Das hängt immer vom Einzelfall ab", sagt Peters, rät aber im Grundsatz zu erneuerbaren Energien. Eine größere Ersparnis als eine neue Heizung schaffe eine gute Dämmung. Heizungen, die auf erneuerbare Energien setzen, kosten in der Anschaffung schnell das Doppelte, dafür ist der Brennstoff billiger - sei es Holz oder Pellets.

Wärmepumpen bei Neubauten

Allein mit Solarthermie, die Wasser erhitzt, kann man nicht heizen. Zur Heizungsunterstützung und zur Warmwasserbereitung sind die Anlagen aber geeignet. 15 bis 30 Prozent der Heizwärme lassen sich mit einer Thermie einsparen. Kleinere Anlagen dienen nur der Warmwasserbereitung. 5.000 bis 6.000 Euro muss man veranschlagen für ein Komplettpaket mit Speicher und Regelung.

Im Neubau sind Wärmepumpen keine schlechte Wahl - Fußboden- oder Wandheizung vorausgesetzt. Die Pumpen erzeugen aus der Wärme von Erdreich, Außenluft und Grundwasser mittels Strom Wohnwärme. Das Heizwasser muss nur 30 bis 35 Grad warm sein, das Gerät die Umweltwärme nur wenig aufheizen. Weitere Vorteile: Kein Schornstein, kein Öltank, kein Brennstoffvorrat, kein Schornsteinfeger.

Wärmepumpen sind aber umstritten, weil sie mit hochwertigem Strom betrieben werden. Der Käufer macht sich vom Strompreis abhängig - dem des örtlichen Netzbetreibers, denn nur der bietet verbilligten Wärmepumpenstrom. Der kostet nur rund 16 statt 22 Cent je Kilowattstunde.

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(chk)
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