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Sicherheit: Bei Treppenplanung zählt nicht nur Optik

Sicherheit : Bei Treppenplanung zählt nicht nur Optik

Jettingen (rpo). Die Ansprüche an Treppen sind vielfältig: Sie sollen natürlich zur Einrichtung der sonstigen Wohnung passen, einen Blickfang darstellen und ihren eigentlichen Zweck erfüllen. Bei der ganzen Optik darf allerdings die Sicherheit nicht zu kurz kommen. Denn schließlich möchte man ja nicht die Treppe hinunterstolpern.

Wer ein Haus baut, sollte dem Thema Treppe und Sicherheit besondere Aufmerksamkeit schenken. Material, Position, Breite und Neigungsgrad der Treppen im Haus spielen dabei ebenso eine Rolle wie Geländer, Handläufe, Beleuchtung und Farben.

"Die DIN 18065 legt fest, dass eine Treppe im Wohnbereich mindestens eine nutzbare Laufbreite von 80 Zentimetern haben muss", erläutert Thomas Köcher, Geschäftsführer der Treppenmeister Partnergemeinschaft in Jettingen (Baden-Würtemberg). Besser seien 90 oder sogar 100 Zentimeter. Sicher ist eine Treppe nur mit dem richtigen Steigungsmaß, das das Verhältnis von Auftrittsfläche zu Stufenhöhe bezeichnet. Das sicherste und bequemste Maß setzt sich aus einer Stufentiefe von 28 Zentimetern und einem Abstand zur nächsten Stufe von 17 Zentimetern zusammen.

Geländer als Sicherung

Zur sicheren Treppe gehört auch ein schützendes Geländer, dessen Mindesthöhe laut Bauvorschrift 90 Zentimeter betragen muss. "Der Sprossenabstand darf 12 Zentimeter nicht überschreiten, damit Kinderköpfe nicht durch die Sprossen passen", warnt Susanne Woelk von der Aktion "Das sichere Haus" in Hamburg. Zum Schutz von Kleinkindern könne unterhalb des Geländers noch zusätzlich ein zweites, niedrigeres angebracht werden. Der Handlauf sollte in jedem Fall die erste und letzte Stufe überragen.

Ein Handlauf ist grundsätzlich an jeder Treppe empfehlenswert und nicht nur für Behinderte oder ältere Menschen eine Hilfe. Jeder müsse einmal schwere Taschen oder Lasten tragen, sagt Siegfried Schmid, Vorsitzender des Deutschen Instituts für Treppensicherheit (DIT) in Augsburg. Da sei es sehr hilfreich, wenn ein Handlauf auf jeder Treppenseite zur Verfügung stehe. Treppen mit so genannten Setzstufen, bei denen es keinen Spalt zwischen den Stufen gibt, sind laut DIT sicherer als offene Treppen, weil sie die Stolpergefahr reduzieren. Bei Setzstufen besteht außerdem keine Gefahr, dass Kleinkinder zwischen den Stufen durchrutschen, so Woelk.

Gute Beleuchtung

Zur Verhütung von Unfällen sollten Treppen gut und gleichmäßig ausgeleuchtet sein. "Licht, das vom oberen Treppenabsatz nach unten fällt, sorgt für kurze weiche Schatten", sagt Thomas Spillmann von der Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL) in Frankfurt am Main. Jede einzelne Stufe sei dann gut zu erkennen. Harte Schlagschatten dagegen stören erheblich. Sie entstehen durch gebündeltes oder gerichtetes Licht wie es beispielsweise Strahler erzeugen. Die richtige Wahl für die Treppenbeleuchtung seien Wand- oder Deckenleuchten, die das Licht breit streuen. "Oben und unten an der Treppe sollten Lichtschalter installiert sein", rät Woelk. Diese sollten gut sichtbar und möglichst beleuchtet sein.

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Bei aller Sicherheitsplanung darf aber auch das Design der Treppe nicht zu kurz kommen: "Eine in den Wohnbereich integrierte Treppe sollte wie ein Möbelstück dem Einrichtungsstil angepasst werden", rät Köcher. Die Treppenform sei ebenso ein Gestaltungskriterium wie das Material oder die Farbgebung. Auch der Platz um die Treppe herum bietet viele planerische Möglichkeiten. Unter einer Treppe kann etwa ein Schrank eingebaut oder eine Spielecke für Kinder eingerichtet werden.

Tendenz zu dunklen Hölzern

Treppen sind meist aus Naturstein, Stahl, Beton, Holz oder Glas. "Für den Wohnbereich in Ein- und Zweifamilienhäusern werden gern Massivholztreppen ausgewählt", sagt Köcher. Zurzeit gebe es beim Treppenbau eine Tendenz zu dunkleren Hölzern wie Nussbaum, Kirschbaum und Eiche. Bevorzugte Hölzer seien nach wie vor auch Buche natur, Buche stabverleimt, Esche und Ahorn. Interessante Effekte entstehen durch die Kombinationen von Holz mit anderen Materialien wie matt verchromtem Stahl, Edelstahl, Glas oder Verbundwerkstoffen. Häufig werden aus diesen Materialien auch die Geländer gefertigt.

"Falls eine Treppe in einer abgeschlossenen Diele vorgesehen ist, sollte die Diele familiengerecht geplant werden", rät Köcher. Denn mit Kindern im Haus benötigten Familien viel Platz für Schuhe, Mäntel, Schultaschen und das tägliche An- und Ausziehen. Wer die Diele zu knapp plant, werde sich ein Leben lang darüber ärgern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Stilvolle Treppen

(gms)