Reformpaket geplant: Staat hilft Lebensversicherern auf Kosten der Kunden

Reformpaket geplant : Staat hilft Lebensversicherern auf Kosten der Kunden

Lebensversicherer sollen Kunden, deren Verträge in diesem Jahr auslaufen, künftig nicht mehr an stillen Reserven aus Börsengewinnen beteiligen müssen. Die Ausschüttung der sogenannten Bewertungsreserven soll ab einem Stichtag in diesem Frühjahr entfallen, bestätigte das Bundesfinanzministerium. Die Neuregelung ist Teil eines Reformpakets, das die Regierung in den kommenden Wochen auf den Weg bringt.

Die Koalition reagiert damit auf die schwierige Lage der Versicherer, deren Kapitalerträge in der anhaltenden Niedrigzinsphase gesunken sind. Die Branche und auch die Koalition begründen den Schritt damit, dass sie für einen faireren Ausgleich zwischen Alt- und Neukunden sorgen wollen. Bisher erhalten Altkunden deutlich mehr als neue.

Kunden mit auslaufenden Verträgen in diesem Jahr verlieren über zwei Milliarden Euro. Bisher werden sie zur Hälfte an den Bewertungsreserven beteiligt. Bei kleinen Verträgen belaufen sich die Sonderzahlungen auf einen dreistelligen Betrag, bei größeren Policen kann die Summe bis zu 15 000 Euro erreichen. "Wir werden genau hinschauen, ob das Bundesfinanzministerium nicht erneut die Wünsche der Lebensversicherungsbranche erfüllen will", sagte Grünen-Politiker Gerhard Schick.

Fragen und Antworten zum Hilfspaket für Lebensversicherer lesen Sie hier.

(mar)