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Detox mit Saftkur: So gelingt Reinigung des Körpers - Ablauf, Dauer und Gesundheit

Reinigung des Körpers : Detox für den Körper - Was bringt die Saftkur wirklich?

Detox-Kuren aus Säften oder Smoothies liegen voll im Trend. Sie sollen entgiften, die Haut klären und nebenbei sogar ein paar Pfunde schmelzen lassen. Doch wie funktioniert die Saftkur eigentlich richtig, und ist es wirklich so gesund wie es ihr Ruf verspricht?

Was bedeutet „Detox-Kur“?

Wortwörtlich handelt es sich hier um das „Entgiften“. Bei einer Detox-Kur soll die Entgiftung des Körpers im Vordergrund stehen. Sämtliche Giftstoffe, die uns und dem Immunsystem nicht guttun, sollen durch bestimmte Detox-Kuren ausgespült werden und so der Körper gänzlich bereinigt werden. Es gibt allerdings keine einheitliche Definition, welche Gifte es sind, die den Körper angeblich belasten. Fest steht, dass infolge einer fett- und zuckerreichen Ernährung sowie durch Nikotin- und Alkoholkonsum giftige Rückstände im Körper zurückbleiben. Wird die Menge dieser Schadstoffe zu groß, können lebenswichtige Organe wie Niere oder Leber diese nicht mehr abtransportieren, sodass die Körperzellen verstopfen. Das Ergebnis sind fahle Haut, körperliche Kraftlosigkeit, Schlafstörungen und psychische Verstimmungen. Daher ist es wichtig, die Zellen freizuhalten und die Organe zu „entgiften“.

Was ist eine Saftkur?

Das Saftfasten ist im Grunde genommen keine ganze Diät, sondern eher ein kurzer Zeitraum, in dem der Organismus gezielt von Giftstoffen freigespült werden soll. Saftfasten soll den Stoffwechsel entlasten und das natürliche basische Gleichgewicht des Körpers wiederherstellen. In einer Saftkur wird auf feste Nahrung verzichtet – getrunken werden täglich bis zu sieben Gläser Obst- oder Gemüsesaft. Daneben sind Wasser und ungesüßte Tees ausdrücklich erlaubt. Eine Saftkur dauert ein bis 10 Tage an.

Was bringt eine Saftkur?

Eine erfolgreich durchgeführte Saftkur verspricht einen sichtbaren Gewichtsverlust und körperliches Wohlbefinden. Ersteres wird vor allem zu Beginn auf der Waage sichtbar, bis zu einem Kilo am Tag ist die Rede. Das ist jedoch wenig überraschend, so liegt die tägliche Energiezufuhr bei der Saftkur doch lediglich bei 500-700 Kilokalorien. Allerdings verlieren hier weniger die Fettreserven, sondern mehr die Wassereinlagerungen beziehungsweise die Muskelmasse an Gewicht. Mit der Gewichtsabnahme einher geht natürlich auch das eigene körperliche Wohlbefinden. Immer wieder berichten Menschen, die eine Detox-Kur gemacht haben, dass sie sich danach besser und leichter fühlen.

Wie läuft eine Saftkur ab?

Getrunken werden über den Tag verteilt bis zu zwei Liter Saft; zusätzlich gibt es zwei bis drei Liter Wasser und ungesüßten Tee. Wichtig: Die Säfte werden langsam und schluckweise getrunken, damit die enthaltenen Nährstoffe leichter verdaut werden können. Die Säfte sollten möglichst frisch gepresst und nicht zusätzlich gesüßt werden.

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Bei einer Saftkur ist eine geplante Vor- und Nachbereitung mindestens genauso wichtig für die erfolgreiche Entgiftung wie die Durchführung selbst. Viele Betroffene plagen während der Saftkur besonders zu Beginn von großem Hunger und launischer Verstimmung. Dagegen helfen wohltuende Maßnahmen wie Massagen, Sport oder ausgiebige Spaziergänge durch den Wald.

  • Vorbereitungen: Wenn Sie sich für eine Entgiftungs-Diät entscheiden, ernähren Sie sich am besten schon einige Tage vor Beginn der Detox-Kur gesund und basisch. Vermeiden Sie zudem Alkohol und Nikotin, da diese Stoffe auch noch nach der Einnahme tagelang im Körper aufzufinden sind.
  • Während der Saftkur: Am ersten Tag, dem sogenannten Entlastungstag, nehmen Sie möglichst nur naturbelassene, reife, vegetarische Nahrungsmittel zu sich, um den Detox-Prozess anzustoßen. Unterstützend ist eine Darmreinigung mit Einläufen oder Schüsslersalzen möglich. In den weiteren Tagen ersetzen Sie alle Tagesmahlzeiten durch Detox-Säfte oder Detox-Smoothies. Die Verdauung und der Stoffwechsel werden dadurch angeregt. Zusätzlich trinken Sie viel Wasser und Kräutertee.
  • Nach der Saftkur: Nach der erfolgreich absolvierten Saftkur sollten Sie fett- und zuckerhaltige Lebensmittel meiden, da der Magen nach tagelangem Fasten von üppigen Gerichten schlichtweg überfordert wäre. Ein langsames Herantasten an fester Nahrung führt zum Beispiel über selbstgemachte, sämige Suppen wie Kürbis- oder Kartoffelsuppe. Auch viel Obst und Gemüse als Ganzes führen den Magen-Darm-Trakt wieder an die Nahrungsverarbeitung heran.

Was ist bei der Detox-Kur zu beachten?

  • Das ist verboten: Säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Getreide, Kaffee, Alkohol und Zucker werden weggelassen. Erlaubt sind basische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Samen, Nüssen und Kerne.
  • Das ist erlaubt: Generell gibt es bei der Wahl zwischen den Obst und Gemüsesorten keine Einschränkungen – erlaubt ist, was schmeckt. Inzwischen gibt es viele Rezeptsammlungen im Internet, die einem die Qual der Wahl erleichtern. Für die Flüssigkeitszufuhr sind stilles Wasser, selbstgemachte Gemüsebrühe und ungesüßte Kräutertees erlaubt.

Welche Obst- und Gemüsesorten eignen sich am besten?

Einige gewisse Zutaten werden bestimmte Wirkungen sowie positive Auswirkungen auf den Körper zugewiesen – und das wissenschaftlich belegt. So lohnt es sich bei der Rezeptauswahl vor allem den Schwerpunkt auf eine bunte Gemüseauswahl zu legen, denn eine alleinige Aufnahme durch Obst führt zu einem zu hohen Fruchtzuckergehalt.

  • Karotten haben beispielsweise eine blutdrucksenkende und zellerneuernde Wirkung. Der Saft von dem orange-leuchtendem Wurzelgemüse senkt also das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Rote-Bete oder auch Spinat wirken herzschützend und blutdrucksenkend, während frisch gepresste Orangen aufgrund ihres hohen Vitalstoffgehalts zu einer besseren Immunlage führen.
  • Granatapfel: Die Kerne des Granatapfels gelten als wahrer Booster für das Herzkreislaufsystem.
  • Aber auch Kartoffeln, Sellerie oder Rotkohl werden ähnliche Wirkungen zugeschrieben.

Ist eine Saftkur gesund?

Die gesundheitliche Wirkung von solchen Entgiftungskuren ist laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht wissenschaftlich belegt. An sich weist die Saftkur jedoch einige positive Eigenschaften auf: Die alleinige Zufuhr von Obst- oder Gemüse schließt die Aufnahme der vermeintlichen Giftstoffe wie Salz, Industriezucker, Nikotin oder Alkohol vollständig aus. Zudem erreicht der Proband in jedem Fall die Empfehlung der DGE von den täglichen fünf Portionen Obst oder Gemüse.

Weniger gesundheitlich effektiv wird es bei einer erhöhten Aufnahme von Obstsäften. Diese weisen eine hohe Menge an Fruchtzucker auf, welches im Umkehrschluss jedoch immer noch weniger gesundheitsschädlich ist als die Zufuhr von Industriezucker. Die DGE warnt jedoch vor einer Überversorgung des Körpers mit bestimmten Vitaminen beziehungsweise einem Mangel an wichtigen Makronährstoffen wie Proteine, Kohlenhydrate und Fette.

Risiken einer Detox-Kur

Zu Beginn einer Detox-Kur treten häufig Kopfschmerzen auf, oft fühlen sich Betroffene auch kraftlos und frieren. Manchmal reagiert der Körper mit zwar ungefährlichen, aber unangenehmen Nebenerscheinungen auf die Umstellung. Folgende Gemütszustände können durch die Detox-Kur auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • geringe Konzentrationsfähigkeit
  • geringe körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit
  • unreine Haut
  • pelzige Zunge
  • Gewichtsabnahme
  • depressive Verstimmung oder Reizbarkeit

Diesen Menschen wird von einer Saftkur abgeraten: Die DGE rät, solche Kuren unter ärztlicher Aufsicht zu machen. Vor allem dann, wenn man Medikamente einnimmt. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende werden von der Saftkur abgeraten. Wer an bestimmten Krankheiten wie einer Herzkrankheit, Essstörung oder Diabetes leidet, sollte auf das Saftfasten verzichten.

Das Fazit: Ist eine Detox-Saftkur wirklich sinnvoll?

Generell gilt, dass die Saftkur besonders für diejenigen geeignet ist, die generell bewusst mit ihrer Gesundheit und ihrer Ernährung umgehen. Wollen Sie beispielsweise über das Wochenende hinweg die gefräßigen Festtage ausgleichen, können Sie dies bedenkenlos tun. Menschen mit einer Vorerkrankung beziehungsweise Menschen, die an Adipositas leiden, sollten vorher mit einem Arzt sprechen. Fürs Abnehmen ist die Saftkur weniger geeignet, da hier die Gefahr des Jojo-Effektes sehr hoch ist.

Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kann die Saftkur ein Einstieg in die Änderung des Essverhaltens sein. Allerdings kostet die Saftkur viel Zeit und Mühe. Für einen langfristigen gesünderen Lebensstil empfiehlt es sich auch schon, kleine Dinge im Alltag umzustellen - beispielsweise Sport zu machen, auf weißen Zucker zu verzichten und den Schwerpunkt auf vollwertiges Getreide, hochwertige Eiweiße und Obst und Gemüse zu setzen.

Dieser Artikel ist vom 15. Februar 2015 und wurde aktualisiert.