Raumgestaltung: Auf die Farbe kommt es an!

Raumgestaltung: Auf die Farbe kommt es an!

Düsseldorf (RP). Farben an Wänden und in Stoffen haben eine starke Wirkung auf die Wohnatmosphäre. Innenarchitektin Claudia Haubrock weiß, was berücksichtig werden muss.

Darf'ein bisschen mehr sein? Im Angesicht des bunten Farbfächers im Baumarks erliegt mancher Renovierungsmutige der Verlockung satter Farben. Da wird aus dem geplanten Zartgelb schnell ein kräftiger Quietscheenten-Ton und der Anblick von sattem Blau siegt über Pastell-Bleu.

Wer im ersten Farbrausch mit vollen Eimern zur Kasse schleppt, sitzt wenig später eventuell für Jahre in der eigenen Farben-Falle. Mut zur Farbe kann richtig und falsch sein. Abhängig ist das sowohl vom Raum, der gestrichen und eingerichtet werden sol, als auch von der Persönlichkeit des Bewohners. Gute Planung ist alles.

Wohn-, Schlaf- oder Arbeitsraum?

"Grundsätzlich sollte man sich vor der Renovierung und Einrichtung eines Raumes fragen, wie er genutzt wird", rät die Düsseldorfer Innenarchitektin Claudia Haubrock. "Handelt es sich um einen Wohn-, Schlaf- oder Arbeitsraum? Welche Stimmung möchte ich erreichen? Soll der Raum eher gemütlich, kuschelig oder elegant, repräsentativ sein? Ist eine modern technische oder eine anregend kreative Wirkung gewünscht? Wie sind die Lichtverhältnisse zu welcher Tageszeit? Wann halte ich mich am häufigsten in dem Raum auf?"

Ganz wichtig ist für Haubrock auch die Persönlichkeit des Bewohners. "Zwischen dem 'Landhaus-Typ', der warme Naturtöne bevorzugt, und dem Jung-Dynamiker, der es lieber peppig mag, gibt es eine große Bandbreite."

Vor dem ersten Pinselstrich steht also auch die Frage: Mit welcher Farbe möchte ich leben, welche lehne ich kategorisch ab? Um den Farbton zu finden, in dem man sich wohl fühlt, rät Haubrock, sich zunächst an eine Lieblingsfarbe, beziehungsweise Farbfamilie, zu erinnern. "Das sind Farben, die häufig in der Kleidung, in Lieblingsbildern und bei persönlichen Gegenständen vorkommen.

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Die Feststellung 'Ich mag Gelb' ist zu wage. Gelb kann zitronig und kalt sein, aber auch ins Orange gehen und warm wirken. Dazwischen liegen unendlich viele Nuancen.

Weniger ist manchmal mehr

Einen Hauptfehler, den Renovierungsfreudige nach Haubrocks Meinung immer wieder machen, ist ein Zuviel an Farbe. "Konzentrieren Sie sich pro Zimmer auf eine Grundfarbe. Dazu kommt eine Dekorations- oder Akzentfarbe, die in Accessoires auftaucht" rät sie.

Es gibt fast keine Tabu-Farben für ein Zimmer, aber auf die Nuancen kommt es an. "Ein dunkles Bordeaux-Rot wirkt im Schlafzimmer durchaus beruhigend", meint Haubrock.

"Dagegen würde ich ein Signalrot nie dort einsetzen. Für ein Arbeitszimmer eignet sich ein ruhiges Grün, Blau oder eine neutrale Farbe wie Hellgrau. Für ein Wohnzimmer dürfen es anregende Töne sein. Hier kann man, je nach Raumzuschnitt, eine kräftige Farbe einsetzen. Das sollte dann eine zusammenhängende Fläche sein, die nicht durch zu viele Türen unterbrochen ist. Betonen Sie lieber nur eine Wand oder einen Raumabschnitt, etwa eine Essecke, durch eine starke Farbe und halten Sie den Rest neutral".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wie Stoffe und Farben den Raum verändern

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