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Wombats: Lebensraum, Fortpflanzung, Nahrung, Kot - alle Infos

Die heimlichen Stars in Australien : Das müsen Sie zu Wombats wissen

Der Wombat ist in Australien beheimatet. Er sieht wie ein kleiner, plumper Bär aus, ist aber ein Beuteltier und mit den Koalas eng verwandt.

Der folgende Ratgeber erläutert, welche natürlichen Feinde die Wombats haben, ob sie vom Aussterben bedroht sind und was man zur Fortpflanzung beim Wombat wissen muss.

Wombat - Anatomie

Der Wombat wird bis zu 1,20 Meter groß, bis zu 40 Kilogramm schwer und ähnelt vom Aussehen her einem Waschbären oder einem Dachs. Der Körperbau ist korpulent, der Kopf groß und die Beine sind kurz und kräftig. Das Fell ist kurz bis mittellang und kann je nach Art braun, grau oder schwarz sein. Wombats sehen beim Umherwatscheln sehr ungeschickt aus. Doch die Beuteltiere sind keineswegs langsam, denn sie können bis zu 40 km/h schnell rennen. Einen Wombat in freier Wildbahn zu sehen, gestaltet sich sehr schwierig, da die Tiere nachtaktiv sind.

Was ist ein Wombat?

Zu den seltenen Beuteltieren, die man in der australischen Natur zu Gesicht bekommt, gehören die eng mit den Koalas und Kängurus verwandten Wombats. Das knuffig aussehende Tier erinnert in seiner äußeren Erscheinung sowohl an ein Wildschwein als auch an einen Bären - nur wesentlich kleiner und etwa gleich groß wie ein Dachs. Zudem kommen noch ein paar Knopfaugen, eine platte Nase und ein kleiner Stummelschwanz dazu. Aus der Entfernung sehen Wombats wie Wollknäuel auf kurzen, dicken Beinen aus.

Wombats sind wie viele andere Tiere Australiens nachtaktiv, doch kommen sie an bewölkten Tagen manchmal auch tagsüber aus ihren unter der Erde angelegten Höhlen heraus. Wenn sie durch ihr Revier watscheln, wirken Wombats sehr gemütlich und bedächtig, wohlwissend aber, dass sie bei Gefahr schnell laufen können. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Wombats mit der Suche nach Nahrung und dem Graben eines weit vernetzten Tunnelsystems.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten von Wombats: Der Nacktnasenwombat (Vombatus ursinus) bewohnt in Australien verschiedene Lebensräume und ist dementsprechend relativ weit verbreitet. Die beiden anderen Wombats-Arten, der Nördliche Haarnasenwombat (Lasiorhinus krefftii) und der Südliche Haarnasenwombat (Lasiorhinus latifrons), sind eher selten in der freien Wildbahn anzutreffen. Denn sie gehören inzwischen zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Übrigens: Der Name "Wombat" entstammt der Sprache der Darug-Aborigines, die früher in der Gegend rund um Sydney in New South Wales gesprochen und gelebt worden war. Inzwischen ist diese Aborigine-Sprache nahezu ausgestorben. Eine erste schriftliche Erwähnung der Wombats tauchte Ende des 18. Jahrhunderts auf.

Wo leben Wombats?

Kängurus und Koalas sind die bekanntesten Wahrzeichen der australischen Tierwelt. Der nächste Verwandte zu diesen beiden Beuteltieren ist der Wombat. Die Tiere sind ausschließlich im Westen und Süden des Landes sowie in Tasmanien beheimatet. In freier Wildbahn sind sie allerdings ziemlich selten zu sehen. Sie leben nämlich ausschließlich unterirdisch, gewöhnlich in Erdhöhlen, die mehr als zwei Meter unter der Erdoberfläche liegen. Dort graben sie mit ihren kraftvollen Krallen Wohn- bzw. Schlafhöhlen sowie weitläufige Gänge, in denen sie sich bei Gefahr verstecken, in denen sie Ruhe suchen und in denen sie ihren Nachwuchs aufziehen. Erst wenn die Abenddämmerung einsetzt oder wenn es bereits dunkel geworden ist, kommen sie zum Vorschein und begeben sich für ein paar Stunden auf die Suche nach Nahrung.

Ein Leben unter der Erde

Für den Ausbau der großräumigen Erdhöhlen sind die Körper der Wombats hervorragend ausgestattet und zwar mit kraftvollen und breiten Vorder- und Hinterbeine, an deren Pfoten mächtige Krallen sitzen. Der Schädel weist einen breiten und besonders massiven Stirnknochen auf, sodass die beim Graben anfallende Erde wie bei einem Bulldozer vor sich hergeschoben oder jedes andere Hindernis aus dem Weg geräumt werden kann. Andernfalls befördern Wombats das lose Erdreich mit kräftigen Scharrbewegungen der Hinterbeine weiter nach hinten oder schieben es mit dem Hinterteil aus dem Höhleneingang hinaus.

Was ihren Lebensraum anbelangt, so stellen Wombats keine besonderen Ansprüche. Die Beuteltiere leben im felsigen Bergland, an der Küste zwischen Sanddünen, in waldbedeckten Tälern, in offenen Busch- und Heidelandschaften.

Wie alt wird ein Wombat?

Wombats sind putzige, rundliche Beuteltiere, die in der freien Natur nur im südlichen und östlichen Australien vorkommen. Sie erinnern in Gestalt, Bewegung und Lebensweise an einen Dachs. Das Körpergewicht dieser nachtaktiven Tiere liegt zwischen 25 und 40 Kilogramm. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von 70 bis 120 Zentimeter. Ihre Lebenserwartung beträgt im Freiland nicht mehr als zehn Jahre. Lediglich in Zoos können Wombats ein Alter von über zwanzig Jahren erreichen. Einer der ältesten Wombats galt Emma, eine Wombat-Dame, die im Duisburger Zoo sage und schreibe 34 Jahre alt geworden ist. Das Tier verstarb im Jahr 2008.

Paarungsverhalten von weiblichen Wombats

Wombats leben gewöhnlich als Einzelgänger und verbringen die meiste Zeit ihres Lebens allein. Sobald die Dämmerung bzw. die Nacht einbricht, kommen die Tiere aus ihren Höhlen und begeben sich entweder auf Nahrungssuche oder gehen auf Partnersuche. Das geschieht in aller Regel das ganze Jahr über.

Über die Fortpflanzung der Wombats ist wissenschaftlich relativ wenig bekannt, weil man die Beuteltiere nur selten zu Gesicht bekommt, aber auch deswegen, weil es äußerst selten vorkommt, dass Wombats in Zoos Nachwuchs zeugen. Alles, was man über Wombats weiß, ist, dass weibliche Wombats ihre Bereitschaft zur Paarung dadurch zeigen, indem sie den Männchen in den Hinterleib beißen. Ein solcher Liebes-Biss ist für männliche Wombats nicht gefährlich, da die Haut ziemlich hart und widerstandsfähig ist. Wenn es um die Paarung geht, verhalten sich die knuffigen aussehenden Tiere verspielt. Manche der männlichen Tiere verausgaben sich bis zur völligen Erschöpfung. Somit stellt die Fortpflanzung für männliche Wombats wohl die größte Anstrengung im Leben dar.

Was frisst ein Wombat?

Wombats, die in Erdhöhlen lebenden Nachttiere, gelten als strenge Vegetarier. Diese bis zu 40 Kilogramm schweren Beuteltiere mit ihren ständig nachwachsenden Schneidezähnen fressen krautige Pflanzen, Gräser, Triebe und Moose. Ebenso ernähren sie sich von Pilzen und Wurzeln. Da sich Wombats aber auch in der Nähe von Menschen aufhalten, kommt es von Zeit zu Zeit vor, dass die Beuteltiere in Abfällen nach vegetarischen Lebensmitteln suchen. In zoologischen Gärten, Tierparks oder Tiergärten hingegen bekommen die Wombats Obst, Gemüse, Kartoffeln, Getreide und Heu. Darüber hinaus erhalten sie die Rinde frischer Zweige von Weichhölzern, an der die Tiere liebend gern nagen und knabbern.

Gewiss, die Bewegungen der Wombats sind langsam und träge, aber beständig. Sie lassen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen, und mit dieser stoischen Ruhe nehmen sie auch ihre Nahrung auf. In der Regel dauert die Nahrungsaufnahme zwischen zwei und sechs Stunden, und zwar am liebsten in der Abenddämmerung. Die Verdauung selber kann sich über mehrere Tage hinziehen - nämlich bis zu 18 Tagen. Alles, was nicht verdaut werden kann, scheiden Wombats fein säuberlich gewürfelt wieder aus.

Warum scheiden Wombats ihren Kot in Würfeln aus?

Um ihr Revier gegenüber anderen Artgenossen abzugrenzen, aber auch mit ihnen zu kommunizieren, scheiden Wombats kubisch geformte Exkremente aus. So mancher würde sicherlich denken, dass der Anus der Tiere quadratisch sei. Doch weit gefehlt: Der würfelförmige Kot entsteht aufgrund der unterschiedlich elastischen und beweglichen Struktur der Darmwände. Diese sorgt nämlich dafür, dass, wenn der Kot durch den Darm wandert, immer wieder gepresst und dem Kot viel Flüssigkeit entzogen wird. Die Konsistenz wechselt von eher flüssig zu fest und am Ende erhält der Wombat-Kot die Form von kubischen Gebilden. Zu diesem Ergebnis kommt das US-amerikanische Forscherteam um Patricia Yang vom Georgia Institute of Technology.

Welche natürlichen Feinde hat ein Wombat?

Wombats sind mit ihren kräftigen gedrungenen Füßen und den scharfen, gekrümmten Grabkrallen in der Lage, großflächige Tunnel zu graben, ohne dass hierbei in den Beutel Erde gelangt. Sie sind rund 20 Meter lang und es gibt mehrere Fluchtlöcher. Innerhalb von zwei Minuten verschwindet der Wombat unter der Erde, wenn er gestört wird. Daher leben sie bevorzugt im Südosten von Australien, denn hier sind die Böden locker und eignen sich somit gut, um Höhlensysteme zu graben. Damit keine Feinde in den Bau eindringen können, versperrt der Wombat den Eingang mit dem Rücken. Sein dickes Hinterteil wird von einer überaus harten Hornplatte bedeckt. In diese kann sich jeder Feind verbeißen, ohne den Wombat großartig zu verletzen.

Der Wombat kann sehr aggressiv werden

Fühlt er sich bedroht, kann er sehr aggressiv werden. Bei männlichen Wombats kommt es zum Verscheuchen der Eindringlinge zu Drohgebärden, knurrenden Geräuschen und knirschenden Zähnen. Genügt dies nicht, werden sie auch durch Hinterherjagen vertrieben. Bei Kämpfen sind ernste Bissverletzungen möglich. Erwachsene Tiere haben wenige natürliche Gegner. Der Dingo und Tasmanische Teufel sind die größten Fressfeinde.

Sind Wombats vom Aussterben bedroht?

Für die meisten Tötungen sind Menschen verantwortlich. Der Straßenverkehr bzw. ein Überfahren mit dem Auto spielt hierbei eine wichtige Rolle. Zu beachten ist, dass Babys und junge Tiere im Beutel der Mutter bis zu zwei Tage lang weiterleben können. Bei einem Unfall ist es deshalb wichtig, zu schauen, ob der Beutel ein Jungtier birgt, das gerettet werden kann, um es mit der Flasche groß zu ziehen. In Gebieten, in denen dies eher nicht der Fall ist, entscheidet die Verfügbarkeit der Futterpflanzen über die Größe der Population. Des Weiteren ist die Tatsache sehr traurig, dass die Wombats aufgrund ihres Fells gejagt werden.

Es gibt verschiedene Arten von Wombats: Nacktnasenwombat, nördlicher und südlicher Haarnasenwombat. Vom Nördlichen Haarnasenwombat soll es weltweit nur noch circa 110 Tiere geben. Sie leben in Queensland in einem Naturpark. Die anderen beiden Arten sind ebenfalls vom Aussterben bedroht, denn auch sie werden oft wegen des Fells gejagt. Am Hairy-Nose-Day, den die Wombat Foundation ins Leben gerufen hat, soll jeder Australier Schnurrhaare tragen, um auf diese Weise auf das Aussterben der Wombats aufmerksam zu machen.

Was muss man zur Fortpflanzung beim Wombat wissen?

Nach zwei bis drei Jahren wird der Wombat geschlechtsreif, wobei die Fortpflanzungszeit ganzjährig ist. In sehr trockenen Gegenden ist die Vermehrung eher saisonal. Gewöhnlich wird lediglich ein Jungtier aufgezogen. Der Nachwuchs der Wombats wächst nach der Geburt fünf bis acht Monate lang im geschützten Beutel der Mutter heran. Er ist nach hinten geöffnet. Hier befinden sich die Zitzen, an welchen das Jungtier die Milch saugt. Das Muttertier kümmert sich etwa zwölf Monate um den Nachwuchs. Er ist mit ungefähr zwei Zentimetern noch extrem winzig. Nach circa einem Jahr verlassen die Neugeborenen ihre Mutter, um ein eigenes Revier zu beziehen. Wombats werden in freier Wildbahn fünf bis zehn Jahre alt.

Kann man Wombats in Zoos in NRW beobachten?

Wer einmal in seinem Leben einen Wombats live erleben möchte, muss dazu nach Australien fahren und auf die Pirsch gehen. Da die Wombats eher scheue Tiere sind und tagsüber lieber in ihrem Bau ein Nickerchen halten, laufen die Tiere in der freien Wildbahn einem eher selten über den Weg. Einen größeren Erfolg verspricht da schon der Besuch eines heimischen Zoos. Doch auch hier gibt es nur wenige Zoos innerhalb Europas und auch in Deutschland, in denen Wombats aus nächster Nähe erleben und bewundern kann. Das liegt wohl daran, dass die Haltung und die Aufzucht von australischen Wombats in Gefangenschaft als ausgesprochen schwierig gelten.

Zu den wenigen Zoos in Deutschland, die seit Jahren erfolgreich in der Haltung und Zucht von Wombats sind, gehört beispielsweise der Duisburger Zoo in Nordrhein-Westfalen. Dort waren der "Killer-Wombat" Boney, die Wombat-Weltrekordlerin Emma und der handzahme Wombat Rolf zuhause. Mittlerweile hat der Duisburger Zoo neue Wombat-Publikumslieblinge, wie zum Beispiel die Wombats Apari, Barney und Tinsel.

Anmerkung: Die Gründung des Duisburger Zoos geht auf das Jahr 1934 zurück. Auf einer Fläche von ungefähr 16 Hektar präsentiert der Zoo fast 7000 Tiere in mehr als 350 Arten aus aller Welt. Zu den Highlights am Kaiserberg zählen beispielsweise das Giraffenhaus, das Delfinarium, die Lemureninsel, der Chinagarten und das Koalahaus. Mit knapp 800.000 Besuchern im Jahr zählt der Zoo Duisburg zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Nordrhein-Westfalen.

Ein paar abschließende Worte zu Wombats

Wombats sind nur in Australien zu finden. Wie kleine Bären sehen sie aus und sind relativ dick. Sie gehören zu den größten grabenden Säugetieren überhaupt. Da sie etwas plump erscheinen, werden sie auch "Plumpbeutler" genannt. Wombats sind Pflanzenfresser. Sie schlafen den ganzen Tag und gehen nachts auf Futtersuche. Wombats treffen sich lediglich zur Paarungszeit und tragen ihre Jungen im Beutel. Zu den natürlichen Feinden gehören Dingos. Viele Tierarten sind bereits ausgestorben, vor allem aufgrund von Verkehrsunfällen und einem Jagen nach dem Fell. Insbesondere betroffen ist der nördliche Haarnasenwombat, einer der am stärksten bedrohten Säugetiere in Australien.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 spannende Fakten über Wombats