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Schildkröten: Arten, Größe, Haustier-Haltung - das müssen Sie wissen

Alles über Schildkröten : Die Zeugen der Urzeit besser kennenlernen

Schildkröten haben bereits zu Zeiten der Dinosaurier gelebt und ihr urzeitliches Aussehen hat sich kaum verändert. Kein Wunder, dass die überlebenden Reptilien der Urzeit auf ganz besondere Weise den Menschen faszinieren. Wer eine Schildkröte als Haustier haben möchte, findet hier einen fundierten Überblick.

Schildkröten gibt es schon seit mehr als 250 Millionen Jahre und gehören damit zu den ältesten Tierarten auf unseren Planeten. Im Laufe der Erdgeschichte haben diese wechselwarmen Reptilien die Dinosaurier überlebt sowie etliche Eis- und Warmzeiten überstanden. Mit anderen Worten: Schildkröten sind wahre Lebenskünstler, die von den Wissenschaftlern auch gerne als lebende Fossilien bezeichnet werden, weil sie heute genauso aussehen wie zu Urzeiten.

Schildkröten - anatomisch entscheidende Merkmale:

Das anatomisch auffälligste und unverwechselbare Charakteristikum einer Schildkröte stellt unzweifelhaft der Panzer dar. Er sorgt dafür, dass die Schildkröte vor Fressfeinden und Umwelteinflüssen geschützt wird. Ein solcher Panzer besteht in der Regel aus zwei Teilen: dem Rückenpanzer und dem Bauchpanzer, die über seitliche Brücken miteinander verbunden sind.

Er besteht aus einer äußeren Schicht von Hornplatten und einer dickeren, darunter liegenden Lage aus Knochenplatten. Zwischen den Horn- und Knochenplatten befindet sich die Knochenhaut, die von Blut- und Nervenbahnen durchzogen wird. Je nach Schildkrötenart kann der Panzer in Form und Größe unterschiedlich ausfallen. Während die Landschildkröten gewöhnlich einen gewölbten Panzer aufweisen, ist der Panzer von Meeresschildkröten eher flach und glatt. Anstatt eines festen Schildkrötenpanzers haben die in den Ozeanen lebenden Tieren eine stark schützende Lederhaut auf.

Landschildkröten haben beschuppte Beine mit festen, kegelförmigen Krallen. Während die Hinterfüße säulenförmig und rund daherkommen, erweisen sich die Vorderfüße abgeflacht. An den Fußsohlen befinden sich Sinneszellen für die Wahrnehmung der Bodentemperatur. Wasserschildkröten hingegen kommen mit dem Lebenselement Wasser in Berührung, darum brauchen sie nicht nur einen stromlinienförmigen Panzer, sondern auch breite Füße. Zwischen den Zehen befinden sich flossenähnliche Häute, sodass sich Wasserschildkröten schnell im Wasser bewegen können. Im Gegensatz zu den beiden soeben genannten Schildkrötenarten sind die Beine von Meeresschildkröten wie Flossen geformt, mit denen die Tiere über ihre Wanderrouten viele Kilometer zurücklegen.

Hinweis: Ein wesentlicher Aspekt im Leben der Schildkröten ist das Faktum, dass sie wechselwarme Tiere sind. Das heißt, sie können die Temperatur ihres Körpers nicht oder nur begrenzt auf einem konstanten Niveau halten. Kurzum: Schildkröten brauchen Sonnenwärme, um aktiv zu werden. Ansonsten verfallen die gepanzerten Tiere in eine Starre.

Wie viele Schildkröten-Arten gibt es?

Die Schildkröten gehören zu den ältesten Kriechtieren auf unserem Planeten. Sie leben auf dem Land oder im Wasser. Die meisten von ihnen jedoch im Süßwasser - also in Teichen, Bächen, Seen, Tümpeln und Flüssen. Insgesamt gibt es heute noch etwa 341 verschiedene Schildkrötenarten, darunter Landschildkröten, Wasserschildkröten und Meeresschildkröten.

Landschildkröten (Testudinidae)

  • Griechische Landschildkröte
  • Maurische Landschildkröte
  • Breitrandschildkröte
  • Galapagos-Riesenschildkröte
  • Spornschildkröte
  • Kalifornische Spornschildkröte
  • Stutz-Gelenkschildkröte
  • Spaltenschildkröte
  • Braune Waldschildkröte
  • Madagastische Spinnenschildkröte

Wasserschildkröten

  • Moschusschildkröte
  • Rückenstreifen-Zierschildkröte
  • Dickhalsschildkröte
  • Cumberland-Schmuckschildkröte
  • Europäische Sumpfschildkröte
  • Tropfenschildkröte
  • Amoina-Scharnierschildkröte
  • Mississippi-Höckerschildkröte
  • Chinesische Dreikielschildkröte
  • Klappschildkröte

Meeresschildkröten

  • Lederschildkröte
  • Unechte Karettschildkröte
  • Echte Karettschildkröte
  • Wallriffschildkröte
  • Grüne Meeresschildkröte oder Suppenschildkröte
  • Oliv-Bastardschildkröte
  • Atlantik-Bastardschildkröte

Wie alt werden Schildkröten?

Die gepanzerten Tiere haben nicht nur die Zeit überdauert, sondern beeindrucken auch als Individuum mit einem stattlichen Alter. Je nach Art und Herkunft der Schildkröte sind 100 bis 120 Jahre keine Seltenheit, wenngleich die Landschildkröten ein höheres Alter erreichen als ihre Artgenossen im Wasser. Bei Riesenschildkröten kann das Lebensalter auch schon mal 200 Jahre betragen. Die meisten als Haustiere gehaltenen Schildkröten werden im Allgemeinen zwischen 25 und 35 Jahre alt, in Ausnahmefällen auch über 40 Jahre.

Wie groß und schwer werden Schildkröten?

Dass Schildkröten ein sehr hohes Lebensalter erreichen können, davon haben die meisten Menschen bestimmt schon gehört. Die gepanzerten Tiere können aber auch sehr groß und schwer werden. Es kommt aber darauf an, um welche Schildkrötenart es sich dabei handelt. So gibt es Tiere, wie die Gesägte Flachschildkröte aus Südamerika, die zu den kleinsten ihrer Art gehören. Mit einer Panzerlänge von gerade einmal acht Zentimetern sind sie die Winzlinge unter den Schildkröten. Diese Reptilien bringen zwischen 100 und 160 Gramm auf die Waage.

Die mit Abstand größten auf der Erde lebenden Schildkröten sind unter den Landschildkröten die Riesenschildkröten auf den Galápagos und den Seychellen. Ihr Panzer erreicht eine Länge von mehr als einem Meter und ein Gewicht von bis zu 300 Kilogramm. Noch größer und schwerer als Riesenschildkröten sind die Lederschildkröten. Von der Nasenspitze bis zum Schwanzende werden die Tiere bis zu 2,50 Meter lang und schaffen es auf ein Körpergewicht von bis zu 900 Kilogramm. Das entspricht in etwa der Statur eines Eisbären.

Wo leben Schildkröten auf der Welt?

Bei Schildkröten kommt es zur Unterscheidung zwischen Meeresschildkröten, Wasserschildkröten und Landschildkröten, die sich in zahlreiche Arten und Unterarten aufgespaltet haben. Die meisten von diesen Kriechtieren sind dort beheimatet, wo es an Sonne keinen Mangel gibt: in den tropischen und subtropischen Gebieten unserer Erde. Einige der Schildkröten konnten sich auch in den nördlichen Erdteilen Amerikas, Europas und Australien anpassen, indem die Tiere während der Hitze- Trocken- oder Kältezeit entweder in die Sommerstarre oder Winterstarre verfallen. Die meisten Schildkröten kommen heute in Nord- und Mittelamerika vor, wo es zahlreiche Exemplare von Sumpf- und Schlammschildkröten gibt.

Landschildkröten: Zu dem natürlichen Lebensraum von Landschildkröten gehören Steppen, Wüsten und Savannen, vor allem in Süd- und Zentralafrika, Südostasien sowie in Südamerika und Südeuropa. Die Tiere bewegen sich langsam und schwerfällig, deshalb retten sie sich bei drohender Gefahr, indem sie Kopf und Glieder in den aus Knochenplatten bestehenden Panzer einziehen. Übrigens: Die größten Landschildkröten sind die auf den Galapagos- und Seychellen-Inseln lebenden Riesenschildkröten. Ihr Panzer kann mehr als ein Meter lang werden und die gesamte Schildkröte kommt auf ein Gewicht von 300 Kilogramm.

Wasserschildkröten: Wasserschildkröten nutzen als Lebensraum Teiche, Sümpfe, Bäche und Seen, aber auch morastige Tümpel. Je nach Art der Schildkröte gibt es solche, die nur selten das Wasser verlassen und solche, die sich gewöhnlich in der Nähe des Ufers aufhalten. Im Vergleich zu den Landschildkröten, deren Füße wie kleine Elefantenfüße aussehen, haben Wasserschildkröten wie die Schlammschildkröten, die Schlangenhalsschildkröten oder die Sumpfschildkröten Schwimmhäute an den Füßen. Zur Eiablage kommen Wasserschildkröten ans Land, wo sie ihre Eier in der Erde einbuddeln. Das Ausbrüten übernimmt die Sonne, die die Eier so lange wärmt, bis Nachkommen schlüpfen.

Meeresschildkröten: Wie der Name es schon erahnen lässt, leben Meeresschildkröten ausschließlich im Meer, und zwar in den tropischen und subtropischen Meeren. Lediglich zur Eiablage kehren die Tiere an den Sandstrand zurück, wo sie vor vielen Jahren selbst aus dem Ei geschlüpft sind, selbst wenn sie dafür viele Tausend Kilometer in den weiten der Meere zurücklegen müssen. Weltweit gibt es noch sieben Arten von Meeresschildkröten, die alle vom Aussterben bedroht sind. Die größte lebende Schildkrötenart auf der Erde und die meist im Meer lebt, ist die Lederschildkröte. Bis 900 Kilogramm bringt ein ausgewachsenes Tier bei einer Panzerlänge von bis zu drei Metern auf die Waage.

Was essen Schildkröten?

Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, gibt es weltweit noch 341 Arten von Schildkröten. Die meisten von ihnen leben in Seen, Tümpeln und Sümpfen, einige in Savannen, Steppen und Wüsten und andere wiederum nennen die Ozeane ihr Zuhause. Somit orientiert sich die Nahrungsaufnahme an den Lebensraum der Tiere.

Nichtsdestotrotz lässt sich sagen, dass sich Schildkröten in ihrem natürlichen Lebensraum sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung ernähren. So bevorzugen Landschildkröten verschiedene Kräuter, Blüten, Gräser und Pflanzen, aber auch Früchte, Würmer und Schnecken. Auf dem Speiseplan von Wasserschildkröten stehen Wasserpflanzen, die sie in ihrem Gewässer vorfinden. Aber auch wirbellose Tiere (zum Beispiel Würmer, Schnecken, Muscheln und Krebse), Fische sowie Insekten gelten für Wasserschildkröten als Nahrungsquelle. Meeresschildkröten ernähren sich meist von Kopffüßern, Krebsen, Quallen und Fischen sowie von Algen, Seegras und Tang.

Schildkröten als Haustier halten - worauf muss geachtet werden?

Schildkröten üben wegen ihres exotischen Aussehens und ihrer interessanten Lebensgewohnheiten auf viele Menschen eine große Faszination aus. Wer mit dem Gedanken spielt, eine Schildkröte als Haustier anzuschaffen, sollte sich als verantwortungsbewusster Haustierbesitzer im Klaren sein, dass die Tiere eine hohe Lebenserwartung haben, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken kann. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass für die Haltung von Schildkröten tiefgründiges Wissen vonnöten ist. Daher sollten sich angehende Besitzer von Schildkröten intensiv mit diesen Tieren auseinandersetzen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Tiere auch eine artgerechte Haltung erfahren.

Größe und Alter der Tiere

Je nach Art sind Schildkröten beim Kauf oft klein und werden im Laufe der Jahre immer größer; und zwar so groß, dass sie irgendwann nicht mehr ins Terrarium oder Aquarium passen. Um den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden, sollte darauf geachtet werden, dass das Tier ausreichend Platz findet. Gleichzeitig können Schildkröten bei artgerechter Pflege und Haltung ein hohes Alter erreichen. So kommen kleine Schildkröten-Arten auf eine Lebensdauer zwischen 35 und 60 Jahren, während größere Arten bis zu 120 Jahre alt werden.

Unterbringung

Schildkröten sind von Natur aus Einzelgänger, wenngleich sie nicht ein einsames Leben führen. Die Tiere leben vielmehr auf Distanz zu ihren Artgenossen und laufen sich hin und wieder über den Weg, wie etwa zur Paarungszeit. Mit anderen Worten: Damit es nicht zu Revierkämpfen oder Stress kommt, sollte das Terrarium oder Aquarium den Schildkröten nicht nur ausreichend Platz, sondern auch verschiedene Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Das Gleiche gilt auch bei der Haltung in einem Freigehege im Garten.

Überwinterung

Wenn die Temperaturen sinken und die Tage immer kürzer werden, brauchen Schildkröten eine Auszeit. Ohne diese Ruhephase, bei der es sich weder um einen Winterschlaf noch um eine Winterruhe handelt, sondern um eine Hibernation (Winterstarre), würden Schildkröten gesundheitliche Probleme bekommen. Wie lange die Winterstarre dauert und wann sie beginnt und welche Temperaturen dafür am geeignetsten sind, hängt ganz entscheidend von der jeweiligen Art ab (zum Beispiel die Griechische Landschildkröte, die Breitrand- und die Maurische Landschildkröte).

Da Schildkröten, die in Winterstarre gehen dürfen, in der Regel widerstandsfähiger und gesünder als ihre Artgenossen sind, die sich nicht eine Zeit der Ruhe gönnen dürfen, ist es für Haustierhalter unerlässlich in Erfahrung zu bringen, um was für eine Schildkrötenart es sich bei dem eigenen Tier überhaupt handelt.

Tipp: Überwintern können die Tiere entweder im Freien oder in sehr kalten Keller- oder Garagenräumen. Als idealer Ort zur Überwinterung erweist sich der Kühlschrank (z.B. im Gemüsefach).

Züchter

Um sicherzugehen, dass die Tiere gesund und artgerecht aufgezogen worden sind, sollte man sich am besten an einen vertrauensvollen Züchter wenden. Andernfalls besteht das Risiko, dass die empfindlichen Tiere nicht lange überleben werden.

Tipp: Sowohl die Griechische Landschildkröte als auch die Europäische Landschildkröte gehört zu den Lieblingstieren in deutschen Haushalten. Aber auch Wasserschildkröten erfreuen sich bei den Deutschen großer Beliebtheit.

Wie sieht ein artgerechtes Terrarium für eine Schildkröte aus?

Artgerecht bedeutet in der Regel, den Ansprüchen eines Tieres zu genügen. Das schließt bei der Haltung von Schildkröten den Lebensraum in einem Terrarium mit ein. Um von einem artgerechten Terrarium überhaupt sprechen zu können, sollte die Größe der Unterkunft zur jeweiligen Schildkrötenart passen, wohl wissend, dass die Tiere mit dem Menschen mitwachsen.

Gleichzeitig sollte bedacht werden, dass jedes Tier im Terrarium ausreichend Platz hat, da es sonst zu Rangeleien und Stress kommt. Tipp: Um die Größe des Terrariums zu bestimmen, bietet es sich an, die Länge des Schildkrötenpanzers mit der Zahl acht zu multiplizieren.

Damit sich die Tiere in einem Terrarium auch so richtig wohlfühlen können, sollte der Boden aus einer Mischung aus Gartenerde und Sand bestehen. Was die Einrichtung der Unterkunft betrifft, so sollte sie eine flache Wasserstelle zum Baden und Trinken haben. Da Schildkröten in der freien Natur Verstecke und Unterschlüpfe zum Ausruhen und Übernachten aufsuchen, sollte auch diese in einem Terrarium nicht fehlen. Ebenso wichtig ist es, dass die Tiere eine Platz zum Sonnenbaden haben. Tipp: Ein Schildkröten-Terrarium sollte stets ein Klimagefälle aufweisen, sodass sich die Tiere zu den Plätzen zurückziehen kann, wo sie sich gerade am wohlsten fühlen.

Den Standort für das Terrarium sollte man auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das bedeutet, dass das Zuhause von Schildkröten nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist. Schließlich besteht die Gefahr der Überhitzung. Gleichwohl sollte das Terrarium an einem ruhigen beziehungsweise etwas abgelegenen Standort stehen.

Selbstverständlich ist dies noch nicht alles, was bei einer artgerechten Haltung berücksichtigt werden muss, wie etwa die Wärmeregulierung, die allgemeine Beleuchtung des Terrariums und der gute Luftaustausch. Übrigens: Pflanzen, Steine und Erhebungen machen eine artgerechte Haltung von Schildkröten perfekt.