Podenco - das Wildpferd unter den Hunden

Hunde : Der Podenco: Das Wildpferd unter den Hunden

 Im Podenco vereint sich eine sensible Seele mit den Fähigkeiten eines herausragenden Jägers. Seiner anmutigen Statur ist kaum anzusehen, welche Geschwindigkeiten der Hund selbst in unwegsamem Gelände erreichen kann.

Es heißt vom Podenco, er sei stur und eigenwillig und daher kaum zu erziehen. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, denn hat er Herz und Seele für einen Menschen geöffnet, ist er durchaus zur Zusammenarbeit bereit.

Aristokratisches Erscheinungsbild

Der Podenco mutet optisch an wie alte ägyptische Zeichnungen und Statuen des Schakals, der dem Gott Anubis zugeordnet war. Heute haben sich im mediterranen Raum unterschiedliche Merkmale herausgebildet: Der Podenco Ibicenco ist der größte Vertreter, gefolgt von dem Kanarischen Typ, in Portugal habe sich gleich drei verschiedene Größen herausgebildet. Schließlich gibt es noch den Podenco Andalouse, der jedoch bisher nicht durch die FCI anerkannt ist. Das Fell ist entweder kurz und eng anliegend oder bei der rauhaarigen Variante dicht und bis zu fünf Zentimeter lang, Unterwolle hat der Podenco nicht. Die Ohren sind groß und fledermausförmig (bei dem portugisischen Podenco weniger ausgeprägt), die Augen meist faszinierend grün bis bernsteinfarben. Erwünscht ist rehbraunes bis rötliches Fell mit weißer Schwanzspitze, Abzeichen und weitere Zeichnungen sind erlaubt (Spanien und Kanaren), beziehungsweise gelb bis fahlfarben mit Abzeichen (Portugal).

Außergewöhnlicher Charakter

Das Wesen eines Podencos gleicht dem eines Wildpferdes, gepaart mit der Sturheit eines Esels und der Sanftmut einer schnurrenden Katze. Tatsächlich wird sein Charakter häufig eher mit dem einer Katze denn eines Hundes verglichen. Dem ausgeprägten Freiheitsdrang und Jagdtrieb des Podencos steht seine Sensibilität und würdevolle Ruhe zu Hause gegenüber - sofern er ausgelastet ist. Er ist für die Kaninchenjagd geboren, schnell und ausdauernd, die tägliche angemessene Bewegung ist bei Wind und Wetter unabdingbar, hier geht auch gerne mal der sprichwörtliche Gaul mit ihm durch. Fremden begegnet der Podenco mit vornehmer Zurückhaltung, keinesfalls mit Scheu zu verwechseln. Hat er einen Menschen als seinen Begleiter ausgewählt, öffnet er sich diesem jedoch bedingungslos und zeigt seine anhängliche, liebevolle Seite. Zwang oder Gewalt verträgt die sensible Seele des Podencos nicht, mit liebevoller, einfühlsamer Konsequenz und auf Vertrauensbasis lässt er sich jedoch meist zur Zusammenarbeit überreden.

Früher heilig, heute Jäger

Schenkt man den Überlieferungen Glauben, dass die Wiege des Podencos Ägypten ist, galt er wie der Schakal einst als heilig und wurde in Tempeln verehrt. Heute wird der Podenco in seinen Heimatländern erfolgreich zur Kaninchenjagd eingesetzt. Tiere, die zu wenig Jagdtrieb zeigen oder zu alt sind, werden aussortiert und landen häufig im Tierschutz. Von dort findet manch einer seinen Weg zu einem deutschen Liebhaber, der mit dem liebenswerten Freigeist des Podencos zurechtkommt.

Robust und pflegeleicht

Obgleich der Podenco auf die sogenannten Mittelmeerkrankheiten getestet werden sollte, gilt er weitgehend als immun gegen diese. Das mag darauf zurückzuführen sein, dass in ihrer Heimat nur die stärksten Hunde Überlebenschancen haben. Auch ansonsten gilt er gesundheitlich als robust. So viel Bewegung ein Podenco benötigt, so wenig pflegeintensiv ist sein Fell. Die schnelle Verstoffwechslung erfordert schnell verfügbare, leicht verwertbare Nährstoffe, andernfalls kann es zu Ablagerungen in Zellen und Gefäßen, was zu Störungen des Bewegungsapparates führt.

Fazit: Der Podenco ist ein Hund für ausgesprochene Liebhaber und Kenner der Rasse. Unbedarfte Menschen können im Umgang mit ihm überfordert sein.

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