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Motten: Im Schrank oder im Teppich - so können sie bekämpft werden

Schädliche Mitbewohner : Worauf es beim Kampf gegen Motten ankommt

Zwischen Mai und September herrscht ein reger Flugbetrieb - die Motten sind los. Selbst wenn die erwachsenen Falter für Menschen harmlos sind, können ihre Larven nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsgefährdend sein. Lesen Sie wie man Motten schnell wieder loswird und verhindert, dass es überhaupt zu einem Mottenbefall kommt.

Das Entsetzen ist groß, wenn gefräßige Motten Kleidung, Polster und Teppiche durchlöchern oder Lebensmittel befallen und verderben. Mit anderen Worten ausgedrückt: Ob Kleidermotten oder Lebensmittelmotten, Motten gehören zu den unliebsamen Schädlingen, mit denen sich Menschen in den eigenen vier Wänden ab und zu herumschlagen müssen. An dieser Stelle sollte jedoch erwähnt werden, dass Motten an sich harmlos sind, gäbe es da nicht ihre nimmersatten Larven, die sich einerseits mit Wolle, Pelz und Federn und andererseits mit Obst und Lebensmitteln ihre Bäuche füllen.

Welche Arten von Motten gibt es in Deutschland?

Ungefähr 160.000 Schmetterlingsarten gibt es, und zwar überall dort auf der Welt, wo Pflanzen wachsen, selbst in lebensfeindlichen Gegenden wie im Hochgebirge, in Höhlen, Innenstädten und trockenen Wüsten. Kurzum: Schmetterlinge bevorzugen sonnenreiche und warme Lebensräume, in denen eine blütenreiche Vegetation vorliegt.

Von all den bekannten Arten gehört jedoch nur ein kleiner Teil zu den eigentlichen Tagfaltern. Die anderen Schmetterlingsarten, die den größten Teil ausmachen, werden den Nachtfaltern zugeordnet. Wer jedoch glaubt, dass Nachtfalter ausschließlich in der Dämmerung oder in der Nacht aktiv sind, der irrt. Denn es gibt so manchen Nachtfalter, der trotz seines Namens auch mal gerne tagsüber durch die Luft fliegt.

Die zoologische Systematik von Schmetterlingen (Lepidoptera) ist unglaublich vielfältig, aber auch uneinheitlich. So hat man früher Schmetterlinge aus pragmatischen Gründen in Klein- und Großschmetterlinge unterteilt. Letztere sogar nochmals in Tag- und Nachtfalter. Diese vereinfachte Gliederung der Schmetterlinge gilt mittlerweile als wissenschaftlich überholt, wenngleich sie heute noch der Einfachheit halber gerne genutzt wird.

Insgesamt erweist sich die Familie der Schmetterlinge als besonders artenreich. Dazu gehören beispielsweise Bläulinge, Bohrer, Falter, Schwärmer, Spanner, Spinner, Motten, Weißlinge und Zünsler. Allein unter den Motten beziehungsweise Zünslern gibt es weltweit mehrere Tausend verschiedene Arten. Die drei bekanntesten und am weitesten verbreiteten Motten- beziehungsweise Zünslerarten sind die Kleidermotte (Tineola bisselliella), die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) und die Lebensmittelmotte (Plodia interpunctella), die auch als Dörrobstmotte oder Vorratsmotte bekannt ist.

Wissenswertes über Motten

Motten gehören zur Familie der Schmetterlinge (Lepidoptera). Sie sind verhältnismäßig mittelgroße, oft kleine Falter von zierlichem Körperbau. Je nach Art der Motte präsentieren sich die Tiere mit hellgrauen bis dunkelbraunen Flügeln, die an der Flügelspitze entweder glatt oder gefranst sein können. Manchmal weisen die Flügel keine Zeichnungen auf und manchmal kleine Flecken oder Musterungen. Die meisten Motten sind in der Dämmerung oder in der Nacht aktiv. Im Gegensatz zu den Schmetterlingen, die mit ihrer bunten Farbenpracht und Formenfülle tagsüber hier und da in Erscheinung treten, suchen alle nachtaktiven Falter in dieser Zeit die Ruhe beispielsweise unter Baumrinden, an Baumstämmen, unter Blättern oder auf dem Erdboden. Damit sie von Fressfeinden unentdeckt bleiben, zeigen einige von ihnen bemerkenswerte Anpassungen ihrer Gestalt und Färbung, sodass sie mit dem Hintergrund ihres Ruheplatzes verschmelzen.

Übrigens: Der Schwarmflug setzt bei Motten (Kleidermotten) und "Zünsler" (Lebensmittelmotten) im Frühjahr mit Beginn der warmen Temperaturen ein. In dieser Zeit findet die Paarung der Falter und die Eiablage statt.

Wo leben Motten?

Der Lebensraum von Schmetterlingen, unter anderem eben auch von Motten, ist die freie Natur, und zwar auf der ganzen Welt - von den Polargebieten einmal abgesehen. Dort ernähren sich die Tiere von Blütennektar sowie von Frucht- und Baumsäften. Und da das Leben eines Falters recht kurzlebig ist, also nur einige Tage bis Wochen, und nur bei ganz wenigen ein paar Monate dauert, widmen sie sich in dieser Zeit vornehmlich der Fortpflanzung sowie der Erhaltung der Art. Sobald die neue Generation von Motten an einem sicheren Ort auf die Reise geschickt wird, nimmt die Verwandlung hin zu einem nachtaktiven Schmetterling erneut ihren Lauf.

Übrigens: In der Natur leben einige Mottenarten sogar in den Nestern von Vögeln und Säugetieren.

Manchmal kommt es aber vor, dass die Tiere am Abend oder in der Nacht durch ein offenes Fenster ins Haus oder in die Wohnung eindringen. Dort suchen sich die Falter aller Regel nach ein dunkles und ruhiges Versteck (Kleiderschränke oder Wäschekommode), das zur Eiablage genutzt wird. Es kommt zum Mottenbefall, und zwar durch gefräßige Raupen, die sich an Textilien wie Wolle, Pelz oder Seide "satt" fressen und dadurch einen großen (finanziellen) Schaden anrichten können. Ein ganz besonderer Leckerbissen sind Kleidungsstücke, an denen noch Haare oder Hautschuppen haften. Selbst unter niedrigen Möbelstücken wie Sofa oder Kommoden oder im flauschigen Teppichboden sind die Raupen von Kleidermotten zu finden.

Die bekannteste Kleidermotten sind:

  • Kleidermotte (Tineola bisselliella)
  • Pelzmotte (Tinea pellionella)
  • Tapetenmotte (Trichophaga tapetzella)

Es kann auch sein, und das ist viel häufiger der Fall als durch Zuflug, dass Motten (Lebensmittelmotten) unbewusst in die eigenen vier Wände eingeschleppt werden. Das kann zum Beispiel beim Kauf von Möbelstücken, Kleidung und Teppichen vom Trödelmarkt oder Second-Hand-Shops passieren. Auch Verpackungsmaterial (Holzwolle, Papier, Pappe etc.), Lebensmittel oder Tiernahrung können eine "Brücke ins Zuhause" sein. Tagsüber sitzen die Motten vor allem an senkrechten Wänden. Sie fressen Getreide, Getreideprodukte, Nüsse, Schokolade, Trockenobst und eine Fülle an anderen pflanzlichen Produkten. Nach dem Fressen beginnt die Suche nach einem idealen Ort für die Eiablage. Als solche eignen sich Spalten und andere geschützte Stellen - aber stets in unmittelbarer Nähe zu einer Nahrungsquelle. Charakteristisch für einen Befall mit Lebensmittelmotten ist die Bildung von Gespinsten - feine, weiße Fäden und manchmal auch Kokon-ähnliche Gebilde.

Die bekannteste Lebensmittelmotten sind:

  • Mehlmotte (Ephestia kueniella)
  • Speicher-/Kakaomotte (Ephestia elutella)
  • Dattelmotte (Ephestia cautella)
  • Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)
  • Feigenmotte (Ephestia figuliella)

Warum fliegen Motten ins Licht?

Der Grund, warum Motten vom Licht angezogen werden, ist wissenschaftlich bis heute nicht eindeutig geklärt. Allerdings gehen Forscher davon aus, dass sich Motten während des linearen Fluges an den Sternen und vor allem am Mond orientieren. Dabei richten die Motten ihre Flugbahn so ein, dass der Winkel zu den Himmelskörpern weitgehend konstant bleibt. Das gelingt den Tieren deswegen, weil sich die Distanz zu den Sternen oder zum Erdtrabanten gar nicht merklich verändert. Wenn die Tiere aber nun von anderen stark leuchtenden Lichtquellen wie Straßenlaternen oder Lampen im Wohnzimmern abgelenkt werden, sind die Entfernungen zur Lichtquelle deutlich näher. Das hat zur Folge, dass der Winkel mit jedem Flügelschlag erneut angepasst werden muss. Aus einem Geradeausflug wird eine spiralförmige Flugbahn und die Lichtquelle kommt den Motten näher und näher. Mit anderen Worten ausgedrückt: Motten verlieren durch das künstliche Licht die Orientierung.

Hinweis: Nicht alle Motten fliegen auf Lichtquellen zu, wie etwa die Kleidermotte.

Wie gefährlich sind Motten?

Sicherlich, Motten stellen in so manchen Haushalten ein echtes Problem dar. Nichtsdestotrotz geht von den Motten erst einmal keine Gefahr aus. Erst wenn es zur Eiablage gekommen ist und aus den Eiern Larven oder Raupen geworden sind, können die Insekten lästig und gefährlich werden. Denn die nimmersatten Tierchen haben sich im Laufe der Jahrhunderte voll und ganz auf die Lebensweise der Menschen angepasst. So fressen Kleider- und Pelzmotten bevorzugt Produkte, die aus tierischen Fasern wie Wolle, Seide Pelz, Federn oder Leder gefertigt worden sind. Auch Teppiche und Naturdämmstoffe stehen auf ihrer Speisekarte. Unentdeckt und dem freien Lauf der Entwicklung überlassen verursachen die Larven oder Raupen der Kleidermotte mit großer Wahrscheinlichkeit große Löcher in den Textilien. Und wer Kleidermotten im Kleiderschrank oder in der Wäschekommode entdeckt, sollte schnell handeln, zumal die nächste Mottengeneration vermutlich in den Startlöchern steht.

Unter den Lebensmittelmotten werden im Volksmund verschiedene Mottenarten aus der Familie der Zünsler (Pyralidae) bezeichnet. Hierunter fallen beispielsweise die Dörrobstmotte oder die Mehlmotte. Diese Art von Insekten legen ihre Eier in geeigneten Nahrungsmitteln ab, aus denen später weiße bis grünliche Larven schlüpfen und sich zu Raupen weiter entwickeln. Sie ernähren sich vom Essen und verunreinigen gleichzeitig durch ihre Gespinste und ihren Kot die Nahrung. Selbst wenn die Larven beziehungsweise Raupen der Lebensmittelmotten keine Krankheiten übertragen, kann der Verzehr der vom Mottenbefall betroffenen Lebensmittel Allergien, Hauterkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen.

Woran erkennt man, dass man Motten in der Wohnung hat?

Kleidermotten oder Lebensmittelmotten können sich leicht ins Haus oder in die Wohnung verirren. Und wenn auch nur der geringste Verdacht auf einen Mottenbefall bestehen sollte, ist es ratsam, auf die Suche nach den typischen Eiablageplätzen von Motten zu gehen. Ein deutliches Anzeichen für Kleidermotten sind Materialschäden in Textilien, vor allem die kleinen, unregelmäßigen Löcher oder kahlen Stellen in der Kleidung oder in Teppichen, Gardinen, Polstermöbeln oder Decken. Bei der Suche nach einem möglichen Mottenbefall sollte man auch auf Gespinste von Mottenlarven achten, die entweder unmittelbar an den Textilien haften oder sich in dunklen Ecken und Ritzen von Schränken befinden.

Um herauszufinden, wo sich eventuell Lebensmittelmotten eingenistet haben könnten, bleibt nichts anderes übrig als sämtliche Lebensmittel zu kontrollieren. Als Erstes ist darauf zu achten, ob sich Larven, also ein bis zwei Zentimeter große Raupen, in den Lebensmittelvorräten befinden. Und selbst wenn keine Tiere auf den ersten Blick erkennbar zu sein scheinen, können Mottenlarven eindeutige Spuren hinterlassen: beschädigte Verpackungen, Gespinste und Kot in den Lebensmitteln.

Warum fressen Motten Löcher in die Kleidung?

In der freien Natur leben Kleidermotten in den Nestern von Vögeln und Säugetieren. Ansonsten fühlt sich diese Art von Insekten auch gerne in Wohnungen und Häusern wohl, genauer gesagt zwischen der Wäsche im Kleiderschrank oder Wäschekommode oder in alten Teppichen und gebrauchten Möbelstücken. Dort finden die Larven nämlich ausreichend Nahrung für ihre Entwicklung hin zu einer neuen Generation von Kleidermotten. Dort futtern die kleinen Tierchen genüsslich an allem, was das Protein Keratin enthält. Hierzu gehören beispielsweise die Haare und Federn von Tieren und alle Textilien, die aus tierischem Material (zum Beispiel Wolle, Leder oder Pelz) bestehen. Auch Haare und Hautschuppen von Menschen, die noch der Kleidung anhaften, tun es manchmal auch. Die Larven der Kleidermotte fressen Keratin, weil es für Fell und Gefieder ein elementares Aufbauprotein darstellt. Es bildet sich bei der Keratinisierung oder Verhornung von Haaren oder Federn.

Was hilft gegen Motten?

Ein bewährtes natürliches Mittel gegen den Befall von Kleidermotten oder Lebensmittelmotte sind Schlupfwespen (Ichneumonidae). Hierbei handelt es sich um winzige Insekten, die gerade einmal wenige Millimeter groß sind. Sie sind für uns Menschen völlig harmlos. Denn Schlupfwespen lassen Textilien und Lebensmittel links liegen und fressen ausschließlich Motten. Und so funktioniert es: Um die Mottenlarven beziehungsweise -raupen zu bekämpfen, legen die weiblichen Schlupfwespen ihre Eier in die Eier der Motten. Sobald die Larve der Schlupfwespe schlüpft, frisst diese das Ei der Motte schlichtweg auf. Wenn irgendwann alle Motten-Eier von den Schlupfwespen verspeist worden sind, finden die Parasiten keinen "Wirt" mehr und verschwinden somit von ganz allein wieder. Mit anderen Worten ausgedrückt: Der Einsatz von Schlupfwespen, um Motten - sowohl Lebensmittel- als auch Kleidermotten - zu bekämpfen, stellt eine effiziente Methode bei der Schädlingsbekämpfung dar.

Übrigens: Bevor man die Entsorgungsaktion mit den Schlupfwespen in die Wege geleitet wird, sollten die von Motten belagerten Kleiderschränke, Kommoden, Garderoben gründlich gesäubert werden, Teppichböden ebenfalls. Befallene Lebensmittel müssen indes entsorgt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Tiere.

Wie kann man einem Befall mit Motten vorbeugen?

Gegen Kleidermotten helfen gewöhnlich Mottenkugeln, Mottenfallen, Mottenstreifen, Mottenpapiere, Mottenkissen und Mottensprays. Aber es gibt noch viel mehr Mittel, die man zum Vorbeugen und Bekämpfen von Motten gut geeignet sind. Gleiches gilt auch für Insektizide, Pheromone oder ätherische Öle. So kann der Mottenbefall mit Insektiziden wie Organophosphate, Pyrethroide oder Paradichlorbenzen bekämpft werden. Pheromone hingegen erfüllen allein die Aufgabe, die Motten anzulocken und auf klebenden Oberflächen festzuhalten, wo sie letzten Endes vollenden (wirkt nur bei männlichen Motten). Ätherische Öle, die beispielsweise einen Duft von Lavendel, Zirben, Zedernholz, Neem oder Geraniol verströmen, helfen vor allem zum Vorbeugen gegen Kleidermottenbefall.

Unser Tipp: Legen Sie sich Holzscheiben oder Duftsäckchen mit ätherischen Ölen in den Kleiderschrank oder in die Wäschekommode und wechseln sie diese immer wieder einmal aus.

Weitere Maßnahmen, um sich vor Kleidermotten sinnvoll zu schützen:

  • Getragene Kleidung nicht im Kleiderschrank oder Wäschekommode aufbewahren, da Kleidermotten von Haaren, Schuppen und Schweiß geradezu eingeladen werden.
  • Kleidung und Wäsche, die über einen längeren Zeitraum nicht gebraucht werden, sollten gut verpackt und verschlossen eingelagert werden.
  • Teppiche, Polstermöbel und Fußböden regelmäßig gründlich reinigen.
  • Schränke, in denen Textilien aufbewahrt werden, sollten mindestens zweimal im Jahr aus- und umgeräumt, gewischt und gelüftet werden.
  • Gardinen, Teppiche und Kissen sollten mehrmals im Jahr bei 60 Grad Celsius gewaschen werden.
  • Fliegengitter vor Türen und Fenstern halten Motten vom Hineinfliegen ins Haus oder in die Wohnung ab.

Was den Befall von Lebensmittelmotten betrifft, so lassen sich diese Schädlinge dadurch abhalten, indem man gekaufte Lebensmittel in dichte Behältnisse aus Glas, Plastik oder Keramik füllt. Leider gibt es bei dieser Methode keine hundertprozentige Garantie, da die Schädlinge bereits in den Lebensmitteln stecken könnten. Daher sollte man beim Einkauf auf Löcher in der Verpackung achten. Zu Hause angekommen empfiehlt es sich, die gekaufte Ware nach möglichen Gespinsten zu untersuchen.