1. Leben
  2. pets - Tiere
  3. Tiere von A bis Z

Maulwurf: Vertreiben, Nahrung, Aussehen - Infos zum Maulwurf im Garten

Vertreiben statt bekämpfen : Maulwurf im Garten und der Rasen ist hinüber

Gewöhnlich bekommt man Maulwürfe äußerst selten zu Gesicht. Doch die aufgeworfenen Erdhügel auf Wiesen und Rasenflächen verraten seine Anwesenheit. Erfahren Sie hier alles Wissenswertes über den pelzigen Erdwerfer.

Obwohl sein Name danach klingt, gräbt der Maulwurf gar nicht mit dem Maul, sondern mit seinen fünffingrigen Grabschaufeln. Beim Blick ins Wörterbuch zeigt sich, dass das Tier im Mittelhochdeutschen "Moltwerf" genannt wurde. Das Wort "Molt" stand gleichbedeutend für "Erde", sodass "Moltwerf" so viel bedeutet wie "Erdwerfer". Später entwickelte sich daraus "Mulwerf" und schließlich "Maulwurf".

Wie sieht der Maulwurf aus?

Der Maulwurf ist perfekt an ein Leben in völliger Dunkelheit angepasst. Sein 14 bis 16 Zentimeter langer Körper ist geformt wie eine kleine Walze. Dies ermöglicht es ihm, schnell durch die Gänge zu laufen. Seine kräftigen, schaufelartigen Vorderpfoten mit den langen Krallen werden als Grabschaufeln bezeichnet, mit denen er sich durch das Erdreich gräbt. Dabei bewegt er sich vorwärts und schiebt die Erde mit seinen Schaufeln am Körper vorbei nach hinten. Die Tunnelwände befestigt er, indem er die Erde mit seinen seitlich ausgerichteten Pfoten an die Wand festdrückt. Dann dreht er sich im Tunnel um und schiebt mit seinem Kopf die überflüssige Erde durch die Tunnelgänge an die Oberfläche. Mit seinen Grabschaufeln kann er Erdmassen bis zum 20-fachen seines Körpergewichts bewegen. An den aufgeworfenen Erdhügeln zeigt sich, dass er fleißig an sein weit verzweigtes Tunnelsystem gearbeitet hat.

Die Sinnesorgane des Tiefbaumeisters

Nach getaner Arbeit zieht sich der kleine Maulwurf in seinen Wohnkessel tief unter der Erde zurück. Da die winzigen Augen im dichten Fell beinahe gänzlich verborgen liegen und er auch kaum etwas sehen kann, vertraut er eher seinem ausgezeichneten Tastsinn sowie seinem sehr guten Gehör- und Geruchssinn.

Die Ohren sind zum Schutz vor Erde in den Gehörgängen durch Hautlappen verdeckt und Ohrmuscheln fehlen gänzlich. Nichtsdestotrotz kann der Maulwurf mit den Ohren jedes Geräusch im Erdboden oder an der Erdoberfläche sehr gut hören. Ganz besonders wichtig sind für den kleinen Kerl allerdings das Riechen und das Tasten, und das gelingt ihm weitgehend mit seiner relativ langen, spitzförmigen Rüsselnase. Feine, empfindliche Sinneshaare sowie das für den Maulwurf typische "Eimerschen Organ" sorgen dafür, dass er kleinste Erschütterungen im Boden wahrnimmt. Zur Orientierung dient ihm auch sein etwa drei Zentimeter langer Schwanz. Aufgrund der zahlreichen Sinneshaare wird dieser sogar als "drittes Auge" oder "Blindenstab" bezeichnet.

Das Fell hat keine Strichrichtung

Sobald der allein lebende Maulwurf ein Tier als Beute wahrgenommen hat, eilt er auch sogleich durch die Gänge seines Labyrinths. Ein glattes, plüschig-flauschiges Fell ohne Strich hilft ihm dabei, sich in den engen Tunneln schnell vorwärts und rückwärts zu bewegen. Denn es lässt sich in alle Richtungen gleichermaßen glätten, wodurch der Widerstand bei der Fortbewegung durch die Tunnelgänge reduziert wird. Darüber hinaus werden die Wände so geglättet und verdichtet, dass es potenzielle Beutetiere schwer haben, zu entkommen.

Warum macht ein Maulwurf Hügel?

Das unterirdische Tunnelsystem eines Maulwurfs ist ein ausgeklügeltes Labyrinth aus gewundenen Gängen und Kammern. Dabei muss man zwischen Tunneln dicht unter der Erdoberflächen und tiefer liegenden Lauf- und Jagdgängen unterscheiden. Die Tunnelgänge werden öfters von Generation zu Generation in Anspruch genommen. Dementsprechend weit verzweigt ist das Tunnelsystem. So graben Weibchen gewöhnlich ein Tunnellabyrinth auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern, während sich das Areal der Männchen auf bis zu 6000 Quadratmeter erstrecken kann.

Bei seinen Grabungen entstehen aber nicht nur verschiedene Formen von Gängen, sondern auch Wohn- und Vorratskammern. Und wie im Bergbau benötigt auch das Tunnelsystem des Maulwurfs eine gute Belüftung. Darum buddelt das Tier im Abstand von einigen Metern senkrecht nach oben führende Belüftungsschächte. Wenn der Maulwurf viele Gänge und Kammern gräbt, dann fällt natürlicherweise jede Menge überflüssige Erde an, die ja irgendwo hin muss. Also schiebt er sie wie ein Bulldozer vor sich her, bis er den Ausgang erreicht. Mit einigen kräftigen Stößen drückt er die Erde an die Oberfläche. So entstehen dann die für den Maulwurf typischen Erdhügel, sprich die Maulwurfshügel.

Was frisst der Maulwurf?

Im Alltag eines Maulwurfs muss aber nicht immer nur gegraben werden. Wenn das Tunnelsystem einmal fertiggestellt ist, müssen erst einmal keine weiteren Maulwurfshügel im Garten oder in der freien Natur angelegt werden. Das Tier begibt sich alle drei bis fünf Stunden auf die Nahrungssuche. Dafür läuft es mehrmals die angelegten Jagdgänge auf und ab und trifft dort auf seine Beutetiere, die sich in der Zwischenzeit in das unterirdische Tunnelsystem verirrt haben. Um seine Nahrung aufzuspüren, vertraut es seinen ausgezeichneten Tastsinn und sehr guten Gehör- und Geruchssinn. Während der Patrouille frisst der Maulwurf alles, was keine Pflanze ist und größer als eine Ameise und kleiner als eine Maus ist. Er vertilgt gerne Regenwürmer, Insekten und fette Insektenlarven. Manchmal verzehrt er auch kleine Wirbeltiere wie Echsen.

Da das Leben unter der Erde außerordentlich anstrengend und kräftezehrend ist, ist der Maulwurf das ganze Jahr über aktiv - er kennt also keinen Winterschlaf. Um bei Kräften zu bleiben, frisst er die Menge an Insekten, die nahezu seinem eigenen Körpergewicht entspricht. Eine länger anhaltende Nahrungspause - über zwölf bis 24 Stunden - würde der Maulwurf gewöhnlich nicht überleben. Damit sich der Maulwurf auch während der Winterzeit wohl ernähren kann, legt sich das Tier einen großen Vorrat an Regenwürmern an. Indem er den Würmern mit seinen spitzen Zähnen den Kopf abbeißt, können sie in der Vorratskammer nicht fortkriechen. Hierbei ist es wichtig, dass die Tiere am Leben bleiben, da sich der Maulwurf nur von lebendiger Beute ernährt.

In der Regel reicht die Maulwurfnahrung über den ganzen Winter. Sollten die Vorräte dennoch einmal ausgegangen oder der Boden gefroren sein, dann krabbelt der Maulwurf auch zuweilen an die Oberfläche und sucht dort nach Nahrung. Dabei muss er sich jedoch vorsehen, nicht Opfer von Greifvögeln, Füchsen oder Mardern zu werden.

Welche sind die natürlichen Feinde vom Maulwurf?

Der Maulwurf ist weit verbreitet und kommt fast überall vor. So anpassungsfähig er ist, besiedelt er Laub- und Mischwälder, Heidelandschaften mit Nadelbäumen, Feuchtwiesen, Äcker, Parks, Gärten und sogar bis zur Baumgrenze im Gebirge. Dort verbringt er die meiste Zeit seines Lebens unter der Erde, indem er sich ein weit verzweigtes System aus Gängen und Kammern gräbt. Da das Tier äußerst selten an die Erdoberfläche kommt, muss es sich erst einmal keine Sorgen um natürliche Fressfeinde machen. Nur dem Wiesel gelingt es hin und wieder, dem Maulwurf ins unterirdische Labyrinth zu folgen.

Außerhalb der Tunnel muss der Maulwurf grundsätzlich auf der Hut sein. Dort lauern zahlreiche Feinde, die mit ihren tödlichen Zähnen und Krallen auf das mit Erde werfende Tier lauern, um sich auf ihn zu stürzen und zu packen. So haben es beispielsweise Bussard, Falke, Fuchs, Graureiher, Krähe, Marder, Schlange, Schleiereule, Storch und Wiesel auf den Maulwurf abgesehen, aber auch der Mensch.

Schon gewusst: Der Maulwurf wurde wegen seines samtigen, schwarzen Fells seit Jahrtausenden von Jahren von den Menschen gejagt. Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Maulwurfspelz so richtig in Mode, sodass professionelle Maulwurfsfänger dem Tier nachstellten, es unerbittlich jagten und töteten. Aus den Fellen wurden Jacken, Taschen, Bettdecken oder Mützen gefertigt. Zum Glück verging die Mode so schnell, wie sie einst gekommen war. Heute steht der Maulwurf unter dem Schutz des Gesetzes.

Wofür ist der Maulwurf nützlich?

Mit den schaufelförmigen Grabhänden gräbt sich der Maulwurf durch das Erdreich. Und mit den kurzen und starken Beinen schiebt er jede Menge durch die Gänge. Indem er das macht, was Maulwürfe nun mal so tun, lockert er das Erdreich gründlich auf, was zu einer besseren Durchlüftung führt. Obendrein kann das Regenwasser besser in den Boden eindringen und sogar tiefere Erdschichten erreichen. Zu guter Letzt zieht er welkes Laub in sein Tunnellabyrinth, wodurch die Erde gedüngt und fruchtbar wird. Gleichwohl sorgt er dafür, dass er mit seiner Anwesenheit die Wühlmäuse abschreckt. Abgefressene Wurzeln sowie unter der Erde gezogene Pflanzen gehen nicht auf sein Konto. Kurzum: Ein Maulwurf erweist sich als ein gutes Zeichen, denn der kleine pelzige Geselle fühlt sich nur dort wohl, wo die Erde fruchtbar ist und ausreichend Nahrung gibt. Er frisst viele Schädlinge, die sich gerne an den Wurzeln der Pflanzen zu schaffen machen.

Übrigens: Es mag vielleicht nur ein kleiner Trost für Gärtner sein, dass der Maulwurf im Grunde sehr nützlich ist. Schließlich hinterlässt er im Garten unübersehbare schwarzbraune Erdhügel, die nicht nur den gepflegten Rasen ruinieren, sondern auch das Nervengerüst vieler Gärtner strapazieren.

Steht der Maulwurf für Naturschutz?

Maulwürfe graben nicht nur den Boden um, sondern erweisen sich auch als erstklassige Schädlingsbekämpfer. Daher sollte der Mensch, wenn er einen Maulwurf im Garten, Parkgelände oder Acker hat, das Tier dort einfach tolerieren und leben lassen. Wer sich von der Grabungstätigkeit des Maulwurfes dennoch belästigt fühlt, sollte allerdings wissen, dass das Tier weder gefangen noch getötet werden darf. Mehr als es zu vertreiben oder zu vergrämen, ist nicht erlaubt.

Fangen, Stören, Töten verboten

Warum? Nun, der Europäische Maulwurf gehört zu den Tierarten, die in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) einen besonderen Schutz genießen. Eine hinreichende gesetzliche Grundlage findet sich im Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG), genauer gesagt im Paragraf 44.

Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege - Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG):

Nach Paragraf 44 BNatSchG ist es verboten, Europäische Maulwürfe nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Jungtiere dürfen weder der Natur entnommen, beschädigt oder getötet werden. Darüber hinaus ist es untersagt, dass die Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der Tiere beschädigt oder zerstört werden. Zu guter Letzt verbietet das Gesetz den Besitz von Maulwürfen, um die Tiere "zum Verkauf vorrätig zu halten oder zu befördern, zu tauschen oder entgeltlich zum Gebrauch oder zur Nutzung zu überlassen (…) oder zu kommerziellen Zwecken zu erwerben, zur Schau zu stellen oder auf andere Weise zu verwenden".

Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro (§ 69 BNatSchG) rechnen.

Gräbt ein Maulwurf im Garten oder ist es eine Wühlmaus - wo sind die Unterschiede?

Genauso wie Maulwürfe gehören auch Wühlmäuse (Schermäuse und Erdratten) zu den großartigen Tunnelbauern, indem sie unter der Erde ein weit vernetztes Tunnelsystem mit Laufgängen, Jagdgängen und Kammern anlegen. In gleichem Maße hinterlassen die Nagetiere kleine Erdhügel im Garten. Um beurteilen zu können, ob der frisch aufgeschüttete Hügel von einer Wühlmaus oder einem Maulwurf stammt, genügt ein prüfender Blick auf den Erdhaufen. Wenn der Erdhügel flach und unregelmäßig geformt ist, war dieser mit ziemlicher Sicherheit das Werk einer Mühlmaus. Um ganz sicherzugehen, braucht man nur den Erdhügel freilegen und nachschauen, wo sich das Loch befindet. Wenn es nicht mittig, sondern eher seitlich, schräg zum Hügel liegt, spricht alles für eine Wühlmaus. Hinzu kommt, dass der aufgeworfene Hügel oft Reste von Pflanzen und Wurzeln enthält, um das Ende des Ganges zu verstopfen.

Wer es genau wissen möchte, kann einfach eine sogenannte Verwühlprobe machen. Dazu wird der Erdboden mit einem Stock oder Stab stückweise abgetastet, bis dieser auf einen Tunnelgang stößt und in den Boden einsinkt. Anschließend wird ein Teil des Tunnelgangs auf einer Länge von mindestens 30 Zentimetern vorsichtig freigelegt. Sollte dieser in weniger Stunden wieder verschlossen sein, dann haust dort allem Anschein nach eine Wühlmaus. Ein Maulwurf nämlich verschließt den offen gelegten Gang, wenn überhaupt, erst nach mehreren Tagen. Er verstopft ihn mit Erde und gräbt einen neuen Gang darunter.

Ein weiteres Indiz, was für die Anwesenheit einer Wühlmaus spricht, ist die Art des Tunnelbaus. So besteht das komplexe Tunnelsystem dieses Nagetiers aus schmalen und ovalen Gängen, wohingegen die eines Maulwurfs flacher und breiter sind.

Übrigens: Im Gegensatz zu einem Maulwurf ernährt sich die Wühlmaus ausschließlich vegetarisch, und zwar von Pflanzen (Wurzeln, Knollen und Zwiebeln). Äußerst selten nehmen sie kleine Insekten und Würmer auf.

Was kann man gegen einen Maulwurf im Garten tun?

Sicherlich, Maulwürfe ruinieren den geliebten Rasen im Garten und sorgen damit für Verzweiflung und Frust bei Hobbygärtnern. Bevor man sie jedoch mit dem Spaten jagt, sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Maulwürfe unter Naturschutz stehen und weder gejagt noch getötet werden dürfen. Doch was kann man tun, wenn die unliebsamen Untermieter zu einer Plage werden? Nachfolgend stellen wir Ihnen ein paar sanfte Methoden vor, um den Maulwurf aus dem Garten zu vertreiben.

Tipp 1: Der Maulwurf mag keinen Lärm