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Kraken: Unterschied zu Titenfischen, Nahrung, Lebensraum, Größe - alle Infos

Tintenfische, Kalmare & Sepien : Kraken - im Reich der Tintenfische

Schon seit Hunderten von Jahren gibt es in allen Weltmeeren Kraken. Sie gehören zur Ordnung der Octopoda, den achtarmigen Tintenfischen. Daher auch der Name "Oktopus". Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Kraken und erfahren Sie mehr über die Kopffüßer.

Sie spuken als menschenfressende Monster durch Mythen und Legenden. Sie genießen einen zweifelhaften Ruf als glubschaugiges Meeresungeheuer. Sogar in die Weltliteratur haben sie es geschafft. Die Rede ist vom Kraken, eines der erstaunlichsten und vielseitigsten Lebewesen unserer Weltmeere. Als Weichtiere haben sie ein gut ausgeprägtes Nervensystem, zählen zu den lerneifrigsten wirbellosen Tieren und ihr Talent sich zu tarnen ist meisterhaft. Doch was wissen wir überhaupt über Oktopoden, wie Kraken mit ihren Tentakeln und Saugnäpfen auch genannt werden? Was ist der Unterschied zwischen Kraken und Tintenfischen, die, anders, als der Name vermuten lässt, ebenso Weichtiere und keine Fische sind. Was sind typische Merkmale bezüglich des Körperbaus, der Organe und Kopfes? Was essen die scheuen Kraken und in welchen Meeren gibt es sie? Was zeichnet sie charakterlich aus? Hier erfahren Sie alles Interessante rund um den Tintenfisch.

Gibt es einen Unterschied zwischen Kraken und Tintenfischen?

Kraken sind Weichtiere und gehören, genau wie die Kalmare, zur Familie der Tintenfische. Ihr Gewicht kann bis zu 25 Kilogramm betragen. Sie haben acht saugende Arme oder auch Tentakeln genannt. Daher heißen Kraken auch Oktopus. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und steht für Achtfüßer. Der Krake ist größer als andere Tintenfische wie die Kalmare und Sepien, die obendrein zehn Arme haben: Acht sind kurz und zwei lang. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Tintenfisch und den Kraken ist, dass Erstere eine steife Rückgrat-ähnliche Struktur und Letztere kein Rückgrat besitzen. Kraken haben keinen Knochen. Die inneren Organe werden durch einen weichen Mantel umhüllt.

Tintenfische besitzen einen Stift und zwei Flossen am dreieckigen Kopf, während er bei den Kraken rund ist. Sie verfügen außerdem über drei Herzen. Das Hauptherz befindet sich in der Körpermitte im Eingeweidesack und ist für das Gehirn und den Körper verantwortlich, da eine Hauptschlagader zum Kopf führt, während eine zweite Aorta die inneren Organe versorgt. Zwei weitere Herzen verbessern die Sauerstoffaufnahme. Die Kraken gelten aufgrund des verästelten Gehirns als die intelligentesten, sehr lernfähigen Weichtiere. Es heißt, dass Kraken, die im Aquarium gehalten werden, sich die Gesichter der Pfleger merken können.

Wie viele Arme haben Kraken?

Zwei starr blickende Augen, sackförmiger Körper und ein Kopf, an dem die acht Fangarme sitzen. Die Saugnäpfe an den Armen können nicht nur fest zupacken, sie schmecken auch, was sie greifen. Und die Haut der Tiere kann Farben und Struktur der Umgebung annehmen. Mit mehr als 500 Millionen Jahren zählen Kraken zu den ältesten Lebewesen auf der Erde. Sie sind geschickte Jäger und können sich unscheinbar an ihren Lebensraum anpassen. Um Angreifer zu verwirren und abzuschütteln, versprüht der Krake eine Tintenwolke und entflieht mit einer Art "Düsenantrieb". Verbreitet ist der Krake in allen Weltmeeren, und dennoch wirken sie uns völlig fremd und verkörpern für uns im Allgemeinen ein großes Mysterium des Andersartigen.

Schon zu Zeiten Homers hat der Krake mit seinen acht Armen die Menschheit fasziniert, wenngleich ihr skurriles Erscheinungsbild einem vielarmigen Seeungeheuer zugeschrieben wurde. Mythen und Legenden wurden erzählt, in denen Fischerboote in die Untiefen des Meeres gezogen oder Seefahrer vom Deck eines Schiffes gerissen oder sogar ganze Schiffe versenkt wurden. Grausig sind die Geschichten, die über den Kraken seit Jahrhunderten erzählt werden. In Jules Vernes Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" zum Beispiel. Tatsächlich erweisen sich Tintenfische als harmlose und scheue Meeresbewohner. Nur wenn sich die Tiere bedroht und in die Ecke gedrängt fühlen, setzen sie sich zur Wehr.

Übrigens: Etymologisch betrachtet hat das Wort "Krake" laut Wikipedia seinen Ursprung im Norwegischen und soll für "entwurzelter Baum" stehen.

Was essen Kraken?

Kraken ernähren sich aufgrund des Lebensraums von den Krebstieren des Meeresbodens und Tintenfische von Garnelen und Fischen. Kraken fressen daneben Muscheln, Krabben und Schnecken. Sie sammeln die Beutetiere und legen sich Vorratslager an, um sie später zu verspeisen. Allgemein sind sie bezüglich der Ernährung nicht wählerisch. Kraken sind Einzelgänger. Die meiste Zeit sitzen sie in Höhlen, um hier der Beute aufzulauern. Diese packen sie dann blitzschnell mit den Fangarmen. Auch Tintenfische können alleine leben, bevorzugen aber allgemein große Gruppen (Schulen).

Sowohl Kraken als auch männliche Tintenfische befruchten das Weibchen. Mit einem Arm wird das Sperma übertragen. Tintenfische vermehren sich meist in großen Gruppen. Sie sterben nach dem Laichen, während Kraken die Eier bis zum Schlupf in den Höhlen hüten und schützen. Dies kann je nach Art bis zu 360 Tage dauern. Die Haut der Kraken wird hinsichtlich der Farbe und Musterung innerhalb kürzester Zeit an die Umgebung und Situation angepasst, beispielsweise bei der Tarnung, damit Fressfeinde sie nicht erkennen oder um möglichen Beutetieren nahezu unsichtbar aufzulauern. Auch bei einem Stimmungswechsel, während des Schlafens und bei der Paarung verändern sie ihre Farbe in Sekundenbruchteilen.

In welchen Meeren gibt es Kraken?

Der Tintenfisch liebt es, in offenen Meeren zu leben, während sich die Kraken in den Höhlen und Löchern des Meeresbodens aufhalten. Dies kann bis zu 200 Meter tief sein. Kraken besiedeln weltweit die Gewässer. Sie halten sich beispielsweise in den Meeren Europas, nahezu im ganzen Atlantik und Indischen Ozean, rund um Afrika und in Japan auf.

Mit den Tentakeln, die als überaus sensible Greif- und Tastorgane dienen, bewegen sie sich hier kriechend fort. Kraken verstecken sich häufig in den Fels-Spalten oder irgendwelchen Behältnissen wie einer leeren Getränkedose, die sich am Meeresgrund befindet. Da sie kein Skelett besitzen, sind sie sehr beweglich und können selbst in schmale Ritzen schlüpfen. Auf dem Kopf hat der Tintenfisch zwei Flossen. Damit schwimmt er bei niedriger Geschwindigkeit. Tintenfische leben lediglich in Meeren, in denen es genügend Salz gibt. Im Schwarzen Meer oder in der Ostsee sind sie daher nicht zu finden. Kraken verfügen über keine Flossen. Sie schwimmen mit einer Art "Düsenantrieb". Das Wasser wird in die Körperhöhle gesaugt und ein Trichter ausgestoßen.

Kraken werden in der Nordsee meistens bis zu 70 cm und im Mittelmeer bis zu drei Meter groß. Die Riesenkraken, die im Pazifik leben, können eine Armspannweite von vier bis neun Metern erreichen und bis zu 50 Kilogramm schwer werden. Es gibt auch sehr giftige Arten wie die Blauring-Kraken, die in den Meeren um Australien und Südost-Asien leben. Kraken können für eine begrenzte Zeit an Land herumwandern, hier aber nicht dauerhaft überleben, da sie mit Kiemen atmen. Bei Ebbe verstecken sie sich oft an der Küste.

Sind Kraken gefährlich für Menschen?

Eines vorweg: Alle Kraken sind von Natur aus giftig, wenngleich nur die wenigsten von ihnen für den Menschen wirklich gefährlich und sogar lebensbedrohlich werden können. Das giftigste Tier unter ihnen lebt vor der Küste Australiens, der Philippinen, Indonesien und Neuguineas. Die Rede ist vom Blauring-Oktopus (Hapalochlaena).

Auf den ersten Blick wirkt der kleine Krake harmlos. Denn der Winzling ist gerade einmal so groß wie eine ausgestreckte Handfläche. Doch wenn das Tier gestört oder bedroht wird, bildet es auf der Haut blitzschnell schillernd blaue Ringe, die durch die braune Grundfärbung noch deutlicher hervortreten. Um dieses optische Erscheinungsbild zu erzielen, nutzt der Blauring-Oktopus bestimmte Muskelbewegungen, die die leuchtenden Ringe schlagartig freilegen. Und wer die Warnung ignoriert, begibt sich in akute Lebensgefahr.

Der Biss selbst mag in aller Regel nicht schmerzhaft sein, aber im Speichel des Kraken befindet sich das tödliche Nervengift Tretodotoxin. Dabei handelt es sich um ein schnell wirkendes Toxin. Interessant ist dabei, dass der Oktopus das Gift nicht einmal selbst produziert. Stattdessen bedient es sich symbiotischen Bakterien in seinen Speicheldrüsen, die bei einem einzigen Biss zu einer tödlichen Muskellähmung des Opfers führen können. Wenn also Menschen vom Blauring-Oktopus gebissen werden, kommt es zu Lähmungen der Muskulatur und der Atmung. Ein direktes Gegengift gibt es nicht. Um dennoch eine Chance zum Überleben zu haben, ist es unabdingbar, dass bis zum Nachlassen der toxischen Wirkung permanent künstlich beatmet wird.

Anmerkung: Kraken beziehungsweise Tintenfische zeigen im Grunde genommen kein aggressives Verhalten. Die Tiere gehen Problemen lieber aus dem Weg und setzen eher auf Täuschung. Je nach Lebensraum nutzen sie Licht und Schatten, graben sich gerne am Boden ein oder verstecken sich in Löchern und Spalten. Ebenso benutzen sie Farben und Strukturen ihrer Umgebung, um sich entweder vor Fressfeinden zu verstecken oder Beutetieren aufzulauern.

Wie groß können Kraken werden?

Einfach kolossal: Der Nordpazifische Riesenkrake (Enteroctopus Dofleini) ist der größte Oktopus unseres Planeten. Er bringt es auf eine Armspannweite von neun Metern und kann über 200 Kilogramm wiegen. Dagegen wirkt der Sternsaugnapf-Zwergkrake (Octopus wolfi) mit einer Größe von gerade einmal 2,5 Zentimetern und einem Körpergewicht von weniger als 1 Gramm extrem winzig. Und da rund 1000 Arten von Tintenfischen in unseren Ozeanen leben, bewegt sich ihre Größe irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Und ob als Koloss oder Gigant, fast alle Tintenfische haben eine Lebenserwartung von ein bis fünf Jahren.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Tiere.

Besonderheiten von Kraken

Wer in die Unterwasserwelt eintaucht, um Tintenfische entdecken zu wollen, hat es schwer. Denn sie sind meist nachtaktiv und können Steine, Sand, Algen und Korallen täuschend echt nachahmen. Gleichzeitig gelten die wie Alien wirkenden wirbellosen Kopffüßer als die "Weisen der Meere". Auch wenn sie scheue Tiere sind, sind sie neugierig und lernen schnell. So können sie Steine herbeischaffen, um sich einen Unterschlupf zu bauen. Sie suchen mit ihren geschickten Armen den felsigen beziehungsweise sandigen Meeresboden akribisch nach Nahrung ab. Dabei stöbern sie in winzige Felsspalten und zwängen sich in kleinste Höhlen. Sie schleichen sich langsam und vorsichtig an ihre Beute heran, um sich anschließend mit einem Sprung auf das ahnungslose Tier zu stürzen. Sie schießen mit einer hohen Geschwindigkeit durchs Wasser, um Feinden zu entkommen. Oder sie entwickeln, obwohl sie keinen einzigen Knochen im Leib haben, enorme Kräfte.

Acht Arme, drei Herzen und neun Gehirne

Schon die Anatomie der Kraken erweist sich als eine Besonderheit. Denn die Tiere haben drei Herzen, mindestens acht Arme und Hunderte von Saugnäpfen. Zudem verfügen sie über ein bis in die Arme verästeltes Nervensystem, wo sich große Nervenknoten (sogenannte Ganglien) befinden. Diese wiederum sorgen dafür, dass Tintenfische jeden ihrer Arme eigenständig bewegen können. Demzufolge könnte man von einem Zentralgehirn und acht weiteren Mini-Gehirnen sprechen. So befindet sich ein Drittel der Neuronen im Hirn, das für Gedächtnisleistungen und Steuerung von komplexen Bewegungen zuständig ist. Die meisten Neuronen hat der Krake indes in seinen Armen, welche Informationen an das Gehirn senden und selbständig einfache Bewegungen ausführen.

Ein Schnabel wie bei einem Papagei

Ebenfalls kurios: Eine scharfe Waffe der Krake stellt der extrem harte und messerscharfe Schnabel dar. In seiner Form und Größe erinnert dieses hornartige Mund- und Kauwerkzeug an einen Papageien-Schnabel, wenngleich bei einem Kraken bei geschlossenen Schnabel der untere über den oberen Teil greift. Mit ihm können die Tiere ihre Beute - hauptsächlich Muscheln, Krebse und Fische - zerteilen. Dabei verabreicht der Krake ein Gift, das den Körper des Opfers sehr schnell lähmt. Für den Menschen tatsächlich lebensgefährlich ist jedoch nur das Gift Blauring-Kraken.

Kraken sind Meister der Tarnung

Tintenfische sind in der Lage, in Bruchteilen von Sekunden die Farbe und die Textur ihrer Haut zu ändern. Dadurch können sie sich gut an ihren jeweiligen Lebensraum anpassen und sich hervorragend tarnen. Das gelingt ihnen mit Hilfe von speziellen Pigmentzellen (Chromatophoren), die sich in den äußeren Schichten der Haut befinden. Wenn diese Zellen mithilfe von Muskeln zusammengezogen oder gedehnt werden, entstehen daraufhin verschiedene Farben und Muster. Und selbst die Oberfläche der Haut trägt zur optimalen Tarnung bei. Dabei helfen Hautzotten, die Tintenfische je nach Umgebung warzig, runzelig oder kegelförmig ausstülpen können.

Übrigens: Der wohl größte Verwandlungskünstler unter den Kraken ist der Chamäleon-Oktopus (Thaumoctopus mimicus). Dieser Oktopus kann nicht nur Farbe und Struktur der Haut verändern und sich somit seiner Umgebung optimal anpassen, sondern auch andere Meeresbewohner wie Seeschlangen, Quallen, Flunder, Quallen oder Krabben täuschend echt imitieren.

Eine Tintenwolke zur Verteidigung

Selbst, wenn die namensgebende Tintenwolke im Gegensatz zur ausgeklügelten Taktik der Tarnung eher simpel daherkommt, so erfüllt die Wolke violett-schwarzer Tinte eine lebenswichtige Rolle. Es handelt sich nämlich um eine Verteidigungstechnik, die zur Ablenkung von Fressfeinden dienen soll. Der Angreifer beißt ins Leere, während der Krake Zeit gewinnt, um zu fliehen. Die Tintenwolke enthält neben Farbpigmenten auch ein leichtes Betäubungsmittel, das den Gegner für kurze Zeit verwirren soll.

Schon gewusst? 99 Prozent aller Kopffüßer haben die Fähigkeit inne, Tinte zu erzeugen.

Bewegung durch Rückstoß

Gewöhnlich bewegen sich Kraken mit ihren Armen über den Meeresboden. Bei Gefahr nutzen die Tiere indes ihren "Düsenantrieb". Das bedeutet, dass sie Wasser über einen Trichter in ihren Mantel saugen und es mit ihren starken Muskeln dann wieder herauspressen. Dadurch schießen sie nach hinten davon und behalten dabei den Angreifer immer im Auge. Um ihm besser zu entkommen, können Kraken die Rückwärtsbewegung auch steuern, indem sie den Trichter entsprechend anpassen.

Ein paar abschließende Worte zu der Krake