1. Leben
  2. pets - Tiere
  3. Tiere von A bis Z

Ameisen: Beiseitigen, Arten und Lebensraum - das müssen Sie wissen

Insektenkunde : Ameisen: Die krabbelnden Waldpolizisten und Landschaftsgärtner

Ameisen gehören zu den Insekten und hier zur Ordnung der Hautflügler. Forscher gehen davon aus, dass es die Tiere schon vor mehr als 100 Millionen Jahren gegeben habe. Werfen Sie einen Blick in den interessanten Kosmos der Ameisen!

Ein Ameisenhaufen sieht auf den ersten Blick wie ein wildes Gewimmel und Gewusel aus. Doch das Gegenteil ist bei näherer Betrachtung der Fall, denn Ameisen führen ein gut organisiertes und streng hierarchisches Miteinander. Manche der Insekten kümmern sich um die Brut, manche bauen an der Behausung, manche machen sich auf den Weg zur Nahrungsbeschaffung - und manche sind nur für den Erhalt des Ameisenvolkes verantwortlich.

Was ist eine Ameise?

Bei Ameisen handelt es sich um sechsbeinige Insekten, die sich je nach Ameisenart und Geschlecht von der Größe her unterscheiden. Eine der kleinsten Ameisen ist die Pharaoameise (Monomorium pharaonis). Die Treiberameise (Dorylus molestus) ist mit um die acht Zentimeter die größte Ameisenart auf der Welt. Jede Ameisenarten lebt in einem Staat zusammen, in dem entweder nur wenige hundert Ameisen oder sogar mehr als eine Million Tiere unter einem Dach ihrer Arbeit nachgehen. Ein Ameisenvolk besteht gewöhnlich aus männlichen Ameisen und weiblichen Ameisen - die Arbeiterinnen und die Ameisenkönigin. Unabhängig von ihrer Art sind Ameisen von ihrer Anatomie her gleich. Wie die Bienen und Wespen zählen Ameisen zu den Hautflüglern.

Wie viele Arten von Ameisen gibt es?

Vor mehr als 100 Millionen Jahren begannen sich die Ameisen, über die ganze Erde zu verstreuen, und entwickelten sich im Laufe der Zeit zu einer Vielzahl an Arten. So summiert sich die Gesamtzahl der heute über den Globus verteilten Ameisenarten auf gut 13.000. Allein in Deutschland gibt es ungefähr 115 verschiedene Arten.

Die bekanntesten Ameisenarten in Deutschland:

Wo lebt die Ameise?

In der Welt der Ameisen zeigen sich verblüffender Weise viele Parallelen zum Menschen - so wie auch bei der Suche nach einer festen Unterkunft. Denn sie verspricht Sicherheit vor fremden Zugriffen, sie bietet Schutz vor Wind und Wetter und sie stellt einen Ort des Familienlebens dar. In diesem Sinne errichten Ameisen je nach Klima und artspezifischen Ansprüchen Nester beispielsweise im Boden mit oder ohne Hügel, in Holz, unter Steinen und Bäumen und in Fels- und Mauerspalten.

Die Ameisen bewohnen entweder Hügel oder Nester, in denen zwischen 100.000 und einer Million Tiere leben. Bei den meisten von ihnen handelt es sich jedoch um Arbeiterinnen. Sie kümmern sich um alle Aufgaben, die im Ameisenstaat so anfallen - von der Aufzucht der Eier und Larven über den Auf- und Ausbau der Kolonie bis hin zur Verteidigung des Ameisenhügels beziehungsweise Ameisennests. Neben den Arbeiterinnen gibt es im Ameisenstaat noch männliche Ameisen und Königinnen.

Wie lange leben Ameisen?

Die Lebenserwartung von Ameisen hängt stets von der Art und dem Geschlecht ab: Während manche Ameisenköniginnen bis zu 25 Jahre alt werden können, haben Arbeiterinnen gewöhnlich eine Lebenserwartung von nur wenigen Monaten. Ihre männlichen Artgenossen werben ausschließlich um die Gunst einer Jungkönigin, um sich zu paaren. Nach dem "Hochzeitsflug" sterben die Männchen meistens nach ein paar Stunden, da sie bis auf die Befruchtung von Ameisenköniginnen keinerlei Aufgaben im Ameisenstaat wahrnehmen.

Wozu sind Ameisen nützlich?

Ameisen gehören zu den ältesten Lebewesen auf der Erde und erfüllen in der Natur eine hohe ökologische Bedeutung. Denn die nützlichen Helfer lockern aufgrund ihrer weitläufigen Tunnelsysteme den Erdboden auf. Dadurch können wichtige Pflanzennährstoffe an die Oberfläche gelangen, die wiederum das Wachstum von Pflanzen begünstigen. Gleichzeitig sorgen Ameisen dafür, dass Pflanzensamen verbreitet werden. Sie sind Schädlingsbekämpfer, indem sie Raupen, Käfer und andere (schädlichen) Insekten fressen, die den Baumbestand schädigen können. Gleichwohl erweisen sich Ameisen als nützlich, wenn es um die Beseitigung von toten Tieren geht. Und schließlich dienen die Sechsbeiner selbst als wichtige Nahrungsquelle. Kurzum: Ameisen sind sowohl die "Gesundheitspolizei" als auch die "Müllabfuhr" der Wiesen und Wälder, aber auch des heimischen Gartens.

Wie stark sind Ameisen?

Ameisen bahnen sich ihren Weg durch unwegsames Gelände. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die winzig kleinen Insekten, wie sie mithilfe ihrer Mundwerkzeuge Baumaterial und Nahrung transportieren, welche oftmals größer als die Träger selbst sind. Forscher haben herausgefunden, dass Ameisen beinahe das Zehnfache an Gewicht tragen können, ohne dass ihre Last den Erdboden berührt. Versuchen die Tiere, eine große Last zu schleppen oder hinterher zu ziehen, dann schaffen sie sogar das siebzehnfache ihres Körpergewichts. Selbst beim freien Hochziehen kopfüber können Ameisen große Lasten heben. In diesem Fall haben Forscher das zwölffache Körpergewicht einer Ameise errechnet.

Hinweis: Die hier angegebenen Werte können je nach Art der Ameise verschieden ausfallen.

Wie wird eine Ameise zur Königin?

Die Ameisenkönigin - von der es in einem Nest mitunter auch mehrere geben kann - nimmt eine wesentliche Rolle ein. Schließlich sorgt sie dafür, dass permanent Nachwuchs produziert wird. Aus den Eiern der Ameisenkönigin schlüpfen Larven, die einen Kokon um den eigenen Leib spinnen. Die eingesponnene Larve häutet sich und wird zur Puppe, aus der schließlich eine Ameise entsteht - entweder eine männliche oder weibliche Ameise. Wer von den weiblichen Ameisen zu einer Königin auserkoren ist, bestimmt letzten Endes das Erbgut. Sofern eine Königin geboren wird, so wird sie Jungkönigin genannt, die entweder einen eigenen Ameisenstaat gründet oder in ihrer Kolonie verbleibt.

Was fressen Ameisen?

Ameisen sind Allesfresser. Allgemein beliebt als Nahrung sind Insekten, die meist vollendet sind. Sofern sich die Gelegenheit bietet, attackieren Ameisen auch lebende Insekten und töten diese. Sie ernähren sich von dem sogenannten Honigtau, ein Sekret, das die Schild- und Blattläuse ausscheiden. Gleichwohl leben Ameisen von Pflanzensamen, Nektar von Bäumen und Pflanzen, süßen Früchten, Larven anderer Insekten und totem Fleisch. Mit anderen Worten: Ameisen benötigen Kohlehydrate und Proteine (Eiweiße).

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Tiere.

Wie kann man Ameisen vertreiben?

Sicherlich, Ameisen sind in der freien Natur bewundernswerte, inspirierende und nützliche Tiere. Dennoch können sie manchmal zu einer echten Plage werden, vor allem, wenn sie überfallartig ins Haus, in die Wohnung und in den Garten einfallen. Um die ungebetenen Gäste wieder loszuwerden, können schon die einfachsten Hausmittel helfen.

Starke Düfte: Ameisen verfügen über einen sensiblen Geruchssinn. Daher lassen sich die kleinen Krabbeltiere durch stark riechende Düfte verscheuchen. Alles, was dafür getan werden muss, ist, Düfte von Kräutern (zum Beispiel Lavendel, Salbei, Nelken, Minze oder Thymian), oder ätherischen Ölen (zum Beispiel Teebaumöl, Lavendelöl, Zitronenöl oder Zimtöl) entlang der Ameisenstraßen im Garten oder im Haus beziehungsweise Wohnung zu hinterlassen. Als ein gut bewährtes Hausmittel gegen den Befall von Ameisen erweist sich auch der Haushaltsessig, mit dem alle Stellen, wo die Ameisen in Erscheinung treten, eingesprüht beziehungsweise gewischt werden.

Kreide: Mit Kreide, Gips und Kalk lässt sich das Herumkrabbeln der Ameisen ebenfalls unterbinden, indem die Ameisenstraße mit den soeben genannten Substanzen unterbrochen wird.

Nahrungsquellen abschneiden: Sollten sich Ameisen einen Weg ins Haus oder in die Wohnung gebahnt haben, dann haben die Tiere bestimmt eine Futterquelle ausfindig gemacht. Daher ist es wichtig, sämtliche offenen Nahrungsmittel zu entfernen oder in geschlossene Behältnisse umzufüllen. Sobald die Nahrungsquelle abgeschnitten ist, verlieren die Ameisen das Interesse am Haus und an der Wohnung und suchen woanders nach Futter.

Umsiedeln: Sofern Ameisen im Garten irgendwann lästig werden sollten, reicht es auch, die Tiere in ein anderes Gebiet umzusiedeln. Dazu nimmt man einfach einen mit Holzwolle gefüllten Blumentopf und stellt diesen mit der Öffnung nach unten auf die Ameisenstraße. Nach einer Weile zieht das Ameisenvolk um, sodass der Blumentopf mit einer Schaufel aufgenommen und weit genug vom alten Ameisenzuhause (mindestens 30 Meter entfernt) platziert werden kann.

Hier geht es zur Infostrecke: Erstaunliches aus der Welt der Ameisen