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Silberfische: Ursache und Bekämpfungsmethoden - Silberfischchen in Bad und Küche

Silberfischchen : Darum gibt es gerade so viele Silberfische

Wer Silberfische in der eigenen Wohnung findet, will sie meist schnellstmöglich loswerden. Dazu braucht es aber keinen Kammerjäger. Vielmehr heißt es, den Grund für den Befall zu finden und zu beseitigen. Wie Sie die kleinen Silberfischchen loswerden und woher die flügellosen Insekten kommen, erfahren Sie hier.

Was sind Silberfische und wie sehen sie aus?

Silberfischchen sind sechsfüßige, flügellose Insekten, die bereits seit mehr als 300 Millionen Jahre auf der Erde leben. Sie gehören zur Insektenordnung der Fischchen (Zygenoma), zu denen unter anderem auch die Geisterfischchen, die Ofenfischchen oder die Papierfischchen zählen. Trotz des Namens handelt es sich beim „Fischchen“ aber keinesfalls um ein Insekt, das im Wasser lebt. Ihren Namen verdanken die Kerbtiere vielmehr ihrem Aussehen: Der etwa ein Zentimeter lange Körper ist stromlinienförmig, geschuppt und schimmert silbrig oder perlmuttfarben. Da die Beine sehr unscheinbar sind, sieht es - wenn die Tiere laufen – so aus, als würden sie wie ein Fisch schwimmen.

Auffällig sind auch die insgesamt fünf Tastfühler des Silberfischchens: ein fadenförmiges Fühlerpaar am Kopf und am Rumpf einen mittigen Endfaden sowie zwei abgespreizte Cerci, bei denen es sich um sehr empfindliche Sinnesorgane handelt. Im Vergleich zum Papierfischchen, dass in Mitteleuropa auch weit verbreitet ist, sind die Fühler des Silberfischchens kürzer und es ist weniger behaart.

Seinen lateinischen Fachnamen „Lepisma Saccharina“, der übersetzt „Zuckergast“ bedeutet, verdankt das Silberfischchen übrigens seinen Fressgewohnheiten. Die Leib- und Magenspeise des kleinen Tierchens ist nämlich Zucker. Und dementsprechend verputzt es alles was Zucker oder Stärke enthält: Mehl, Getreideflocken, Backwaren, aber auch stärkehaltigen Leim.

Woher kommen Silberfische?

Silberfischchen leben überall dort, wo es warm und feucht ist. Ihre Wohlfühltemperatur liegt zwischen 20 und 30 Grad. In Mitteleuropa findet man sie daher meist in und an menschlichen Behausungen. Und weil sie zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit – am besten von mehr als 80 Prozent – lieben, findet man sie am häufigsten im Badezimmer, der Küche, im Keller und auch im Schlafzimmer. Zu sehen sind sie allerdings nur nachts, beziehungsweise wenn es dunkel ist. Denn: Silberfischchen sind nur in der Dunkelheit aktiv und noch dazu äußerst lichtscheu. Tagsüber halten sie sich daher in dunklen Ritzen und Fugen, hinter Sockelleisten oder losen Tapeten, unter Schränken und in Abflussrohren versteckt. Zu Gesicht bekommt man sie meist nur, wenn man einen dunklen Raum betritt und das Licht anschaltet. Mit erstaunlicher Schnelligkeit huschen die Insekten dann zurück in ihre Verstecke.

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In einigen wärmeren Regionen findet man die Silberfische auch draußen. Zu heiß darf es dort allerdings auch nicht sein. Denn bei Temperaturen von mehr als 35 Grad Celsius sterben die Tierchen ab. Sinkt das Thermometer dagegen unter zehn Grad werden sie nur inaktiv. Eine Vermehrung ist dann allerdings nicht mehr möglich, ebenso wenig wie bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 30 Prozent.

Wie kommen Silberfische in die Wohnung?

Es gibt viele Weg, wie Silberfischchen den Weg in eine Wohnung finden. In Mehrfamilienhäusern wandern sie schlicht über den Flur von einer Wohnung in die andere. In Altbauten gelangen sie außerdem über undichte Wände ins Haus beziehungsweise in die nächste Wohnung. Da die kleinen Tierchen aber auch hervorragende Kletterer sind, gelangen sie auch über geöffnete Fenster in ein neues Reich. Und nicht zuletzt nutzen die ungebetenen Gäste auch die Abflussrohre, um sich Zutritt zu verschaffen.

Doch egal welchen Weg die Viecher ausgewählt haben: Sie kommen und bleiben nur, wenn sie optimale Bedingungen vorfinden - feuchte und warme Räume und eine vielversprechende Nahrungsquelle.

Was hilft gegen Silberfische in der Wohnung?

Das Wichtigste bei der Bekämpfung von Silberfischen ist: Herauszufinden, was die Ursache für den Befall ist. Gibt es feuchte Stellen in der Wand? Liegen bauliche Mängel wie undichte Fenster und Türen vor oder wurde der Neubau unzureichend ausgetrocknet? Tropft ein Rohr unter der Spüle? Herrscht in den eigenen vier Wänden generell eine hohe Luftfeuchtigkeit? All das lockt Silberfischchen an und muss beseitigt werden, wenn man die Tierchen dauerhaft loswerden will.

  • Die besten Mittel - lüften, abdichten, aushungern: Ein weiterer Tipp, um sie erfolgreich zu bekämpfen oder einem erneuten Befall in der Wohnung vorzubeugen: regelmäßige lüften. Wer dreimal am Tag die Fenster weit öffnet und nicht nur auf Kipp stellt, sorgt für ein gutes Raumklima mit geringer Luftfeuchte. Das mögen die Insekten nicht und es beugt zudem Schimmel vor, der die Insekten wiederum anzieht. Querlüften verbessert den Effekt sogar. Und unbedingt beachten: Wäsche nur in Räumen trocknen, die gut durchlüftet werden können. 
  • Damit die Silberfischchen kein Versteck mehr finden, heißt es ihre Schlupfwinkel abzudichten. Dazu gehören Ritzen im Fußboden, Schlitze in den Sockelleisten oder hinter den Türzargen, Fugen im Bad und lose Tapeten.
  • Und man muss Sorge tragen, dass die Insekten so wenig Futter wie möglich im Haus finden. Dazu am besten abends noch mal saugen. Denn sowohl Krümel als auch Haare und Hautschuppen fressen Silberfischchen gern. Auch das Futter von Hund, Katze und anderen Haustieren mundet den Zuckergästen. Deshalb sollten die Näpfe abends geleert und gereinigt werden.
  • Tipps beim Befall im Schlafzimmer: Wer die Temperatur im Schlafzimmer niedrig hält – am besten unter 18 Grad Celsius – schläft besser und vertreibt Silberfischchen. Ihnen ist das zu kalt und sie suchen ein anderes Versteck. Ein gutes Mittel hier ist außerdem: Bettdecke und Kopfkissen täglich gut auslüften. Wer stark schwitzt, sollte zudem sein Bettzeug häufig wechseln, und die Matratze zwischendurch aufrichten, damit auch sie trocknen kann.
  • Bekämpfung in der Küche: Um einen Befall in der Küche effektiv zu bekämpfen, ist auch nach dem Kochen oder der Nutzung von Spülmaschine, Ofen, Wasserkocher oder Kaffeemaschine richtiges Lüften geboten, um hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. Weiter sollten alle Nahrungsmittel, die Zucker beziehungsweise viele Kohlehydrate oder Stärke enthalten, in fest verschließbare Gefäße gepackt werden, um den Insekten die Nahrung zu entziehen. Ein weiterer Tipp für die Küche: Weil sich die Silberfischchen gerne in Abflussrohren aufhalten, diese abends mit einem Stopfen verschließen und regelmäßig mit heißem Wasser durchspülen.
  • Lieblings-Ort: Badezimmer: Da der Mensch es im Bad gerne schön warm hat, ist es auch einer der Lieblingsorte der Silberfischchen. Um sie zu vertreiben, sollten die Abflussrohre im Bad abends abgedichtet und regelmäßig mit heißem Wasser durchgespült werden. Hat das Bad kein Fenster, unbedingt den Lüfter nach dem Duschen länger laufen oder die Badezimmertür offen lassen, damit die feuchte Luft rauskommt. Außerdem sollten die Badematten regelmäßig gereinigt und nach dem Duschen zum Trocknen aufgehängt werden.

Welche Hausmittel helfen gegen Silberfische?

Silberfischchen kann man mit vielen natürlichen Hausmitteln loswerden. Ohne die Ursache zu bekämpfen, aus der sie gekommen sind, werden die kleinen Viecher allerdings immer wieder in die Wohnung kommen. Hat man das erledigt, helfen folgende Tipps bei der Bekämpfung:

  • Zucker, Backpulver, Salz: Ein wirksames Mittel hat jeder sofort greifbar: ein Gemisch aus Zucker und Backpulver oder Zucker und Salz. Dabei wird der Zucker zu gleichen Teilen mit Salz oder mit Backpulver gemischt und abends vor das Versteck der Silberfische gestreut. Alternativ kann es auch in einen oder mehreren Behältern vor die Verstecke gestellt werden. Der Zucker fungiert als Köder. Er lockt die Tierchen an, sie fressen ihn mitsamt Salz oder Backpulver und sterben daran.
  • Honig- oder Zucker-Klebefalle: Das zweite Mittel ist ebenfalls sofort zur Hand und besonders geeignet, wenn man feststellen möchte, wie stark der Befall ist und an welchen feuchten Orten sich die Tiere insbesondere aufhalten. Dazu bestreicht man eine alte Zeitung oder Stoffreste mit Honig und legt sie anschließend – wiederum abends, kurz bevor die Silberfischchen herauskommen – vor das Versteck oder in dem befallenen Raum aus. Der Honigduft lockt sie an, sie krabbeln auf die bestrichene Unterlage und bleiben kleben.

Das gleiche passiert, wenn man Zucker auf die Klebefläche eines doppelten Klebebands streut, vorsichtig andrückt und dann die andere Seite zum Beispiel unter den Kühlschrank oder vor befallenen Fußbodenleisten klebt.

  • Zeitungsfalle: Hausmittel Nummer drei ist für alle geeignet, die keine Insekten töten, sie aber zugleich aus der Wohnung loswerden wollen und besteht lediglich aus einer alten Zeitung. Man legt ein Handtuch in den befallenen Raum und darauf eine angefeuchtete Zeitung. Die Silberfische mögen das feuchte Papier – sowohl als Nahrung als auch als Versteck und bleiben deshalb zwischen den Zeitungsseiten sitzen. Dann heißt es morgens nur noch, das Handtuch aufzuheben und mitsamt Zeitung und Silberfischen nach draußen zu befördern.
  • Kartoffel-Falle: Da die Silberfischen auch Kartoffeln lieben, bietet sich dieses Hausmittel ebenfalls an, um die Tiere zu bekämpfen. Dazu entweder mehrere Kartoffeln halbieren, aushöhlen, an einer Stelle einkerben und mit der flachen Seite auf ein Blatt Papier setzen und als Köder auslegen. Im Dunkeln kriechen die Insekten in die Kartoffel und bleiben dort. Morgens muss also nur die Falle geleert werden. Alternativ kann man auch eine Tasse auf ein Stück Pappe stülpen, einen Strich um den Tassenrand malen und diese markierte Stellen mit der Kartoffel einreiben. Die Stärke, die auf der Pappe zurückbleibt reicht, um Silberfische anzulocken, die es sich unter der Tasse auf der Pappe gemütlich machen.
  • Haferflockenglas: Etwas komplizierter, aber genauso effektiv ist die Haferflockenfalle. Dabei werden einige Haferflocken in ein leeres Schraubglas geschüttet. Der Boden des Glases sollte bedeckt sein. Dann bindet man einen Faden oder einen Draht um das Glas. Ein Ende muss aber zwingend außen bis zum Glasboden reichen. Denn daran krabbeln die Tierchen nun hoch und lassen sich in das Glas zu den Haferflocken fallen. Am Glas können sie jedoch nicht wieder hochkrabbeln. Also kann es morgens einfach gegriffen und die Haferflocken mitsamt Silberfischchen entsorgt werden.
  • Duft-Sprays: Auch mit Düften sollen sich Lepisma saccharina bekämpfen lassen. Dazu zum Beispiel 400 Milliliter Wasser mit zwei Teelöffeln Lavendelöl mischen. Mithilfe einer Sprühflasche wird diese Mischung dann auf befallene Stellen gesprüht. Alternativ kann das Spray auch aus 750 Millilitern Wasser und 250 Millilitern Zitronensaft hergestellt werden. Der erhoffte Effekt: Die Tiere mögen den Geruch nicht und nehmen Reißaus. Auch der Duft von Salbei, Rosmarin, Nelken und Lorbeer soll helfen, den akutem Befall zu bekämpfen. Dazu die Gewürze in kleinen Säckchen füllen und diese im Haus verteilen. Noch einfacher geht es mit diesem Hausmittel: einer Gurke. Einfach die Gurke in Scheiben schneiden und diese überall dort platzieren, wo Silberfische sind oder vermutet werden.
  • Natürliche Feinde: Nicht zuletzt kann man die Silberfischchen auch mit ihren natürlichen Feinden bekämpfen: Ohrwürmer und Spinnen. Dazu zum Beispiel einen umgedrehten und mit Stroh gefüllten Blumentopf in den Keller stellen. Hier halten sich Ohrwürmer sehr gerne auf. Doch wer sich vor Silberfischchen ekelt, der wird auch von Ohrwürmern und Spinnen nicht viel halten. Diese Lösung bietet sich daher nur selten an.

Wie vermehren sich Silberfischchen?

Die Fortpflanzung des Insekts beginnt mit einem Paarungsritual: Dem Tanz des Männchens. Danach legt es Spermienbeutel unter selbstgesponnenen Gespinst ab. Das Weibchen nimmt sie auf und befruchtet damit seine rund 20 Eier. Diese werden in Spalten oder Ritzen, in der Küche allerdings auch gerne unter dem Kühlschrank, abgelegt. Nach rund vier Wochen schlüpfen die Larven, die sich über mehrere Häutungsstadien innerhalb eines Jahres zu einem erwachsenen Tier entwickeln.

Wann legen Silberfische Eier?

Sobald die Weibchen geschlechtsreif sind, können sie zu jeder Jahreszeit Eier ablegen. Je nach Lebensbedingungen ist ein Weibchen dazu schon nach wenigen Monaten spätestens aber nach 1,5 Jahren in der Lage.

Wie gefährlich bzw. schädlich sind Silberfische wirklich?

So ekelig manche Menschen das Insekt auch finden mögen: Es ist kein bisschen gefährlich und gehört auch nicht zu den Schädlingen. Denn es überträgt keine Krankheiten und kann auch unsere Lebensmittelvorräte nicht ernsthaft gefährden.

Im Gegenteil: Silberfischchen sind durchaus nützlich. Zum einen fressen sie Hausstaubmilben, deren Kot bekanntermaßen Allergien auslösen kann. Auch Schimmel, der für den Mensch gefährlich ist, gehört zu ihrer Nahrung. Zum anderen ist ein Silberfischchen-Befall ein deutliches Warnsignal, dass es in der Wohnung zu feucht ist und es in den betroffenen Räumen ein Schimmelproblem gibt, um das man sich kümmern sollte.

Was bei einer großen Population allerdings Schaden nehmen könnte, sind gestärkte Textilien und Bücher. Selbst vor den Werken preisgekrönter Autoren machen die Insekten keinen Halt. Wobei es Ihnen weniger um die Seiten geht – obwohl sie auch Cellulose verdauen können –, sondern meist um den Einband und den Buchrücken. Dort findet sich nämlich häufig stärkehaltiger Kleber, und den lieben sie. Bei den Textilien ist wiederum das Material völlig unerheblich – wenn es gestärkt wurde, dann ist Seide genauso ein Leckerbissen wie Leinen oder Baumwolle.

Wie groß werden Silberfische?

Ohne ihre Fühler werden Silberfischchen rund 11 Millimeter lang, mit etwa 20 Millimeter.

Wie lange leben Silberfischchen?

Die Angaben, wie alt Lepisma saccharina werden, variieren zwischen zwei und acht Jahren. Wer sie bekämpfen möchte, indem er sie aushungert, muss allerdings Durchhaltevermögen haben. Denn die Tierchen können mehrere Monate ohne Nahrung überleben. Ohne weitere Maßnahmen, wird es daher schwer sie los zu bekommen.

Hier geht es zur Infostrecke: Zehn Fakten über Silberfischchen