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Schnecken im Garten: Was hilft gegen Nacktschnecken? Alle Fakten über Schnecken

Schneckenplage : Schnecken – die wichtigsten Fakten über die schleimigen Tierchen

Manche Menschen ekeln sich vor ihnen, andere finden sie süß und nützlich. Für viele Hobbygärtner sind sie eine Plage: Die Rede ist von Schnecken. Lesen Sie hier interessante Fakten rund um das schleimige Weichtier.

Welche Schneckenarten gibt es?

Schnecken kommen überall auf der Welt vor – die kleinen Weichtiere kriechen mal mit, mal ohne Haus, mal im Meer, mal im Süßwasser und auf dem Land. Schätzungen zufolge gibt es weltweit über 100.000 Schneckenarten. In Deutschland leben etwa 260 Arten davon.

Die 260 vertretenen Arten sind jedoch nicht alle heimisch. Viele Arten wurden aus anderen Teilen Europas und der Welt nach Deutschland geschleppt – über Gemüse und Obsttransporte. In Deutschland fühlen sie sich jedoch sehr wohl. Einige Arten wie die Spanische Wegschnecke vermehren sich in unseren Breitengraden sehr erfolgreich.

Das sind Schneckenarten, die häufig in Deutschland zu finden sind:

  • Garten-Bänderschnecke
  • Gemeine Haarschnecke
  • Gefleckte Schnirkelschnecke
  • Gemeine Schließmundschnecke
  • Hain-Bänderschnecke
  • Kartäuserschnecke
  • Quendelschnecke
  • Rötliche Laubschnecke
  • Rotmündige Heideschnecke
  • Weinbergschnecke
  • Weiße Heideschnecke
  • Zahnlose Schließmundschnecke
  • Bierschnegel
  • Gemeine Wegschnecke
  • Gartenwegschnecke
  • Rote Wegschnecke
  • Spanische Wegschnecke
  • Schwarzer Schnegel
  • Tigerschnegel

Schnecken sind von Hobbygärtnern und Landwirten nicht gerne gesehen. Kommen vor allem Nacktschnecken in zu großer Zahl vor, bedrohen sie die Ernte. Die gefräßigen Nacktschnecken fressen Gemüse, Salat und Kräuter auf.

Doch sie sind auch Nutztiere: Seit der Antike werden Schnecken gegessen, in Frankreich gelten sie noch heute als Delikatesse. Vor allem Schnecken mit Haus wie die Weinbergschnecke und die Achatschnecke landen auf dem Teller.

Lange wurden Schnecken auch zu einem Heilmittel gegen Husten verarbeitet. Vor allem die Rote Wegschnecke sollte zu Saft verarbeitet gegen Husten wirken. Inwiefern der Schneckenschleim wirklich eine heilende Wirkung hat, wird immer wieder in Studien untersucht.

Wann kommen Schnecken vor?

Ist es feucht, kriechen sie hervor. Schnecken sind vor allem nachtaktiv und nach jedem Regen gestaltet sich die Schneckensuche einfach: Bis zum frühen Morgen wandern die Kriechtiere auf der Suche nach Nahrung und einem Partner über Wiesen, Felder und Straßen.

Doch warum werden Schnecken aktiv, wenn es feucht und nass ist? Das hat mit den glitschigen Körpern der Tiere zu tun: Schnecken benötigen Wasser nicht nur, um zu überleben, sondern auch, um sich fortzubewegen.

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Während der Fortbewegung hinterlassen die Schnecken eine Schleimspur, die durch eine Drüse am Ende der Fußsohle produziert wird. Dieser Schleim reduziert die Reibung zwischen der Fußsohle der Schnecke und dem Untergrund und unterstützt die Fortbewegung. Die Schnecke kann auf ihrer eigenen Schleimspur besser vorwärtskommen und schützt sich durch diese schleimige Schutzschicht vor gefährlichen oder spitzigen Untergründen.

Schnell ist eine Schnecke allerdings nicht: Je nach Schneckenart legt eine Schnecke nur wenige Zentimeter pro Minute zurück. Eine Weinbergschnecke schafft es auf etwa sieben Zentimeter pro Minute – das entspricht einer Strecke von 4,20 Meter pro Stunde.

Bei der Produktion des Schleims verlieren Schnecken Feuchtigkeit. Deswegen sind sie alleine durch ihre Fortbewegung auf eine ausreichende Wasseraufnahme angewiesen. Ist der Boden nass, ist die Fortbewegung für die Schnecken weniger beschwerlich. In einer dunklen und feuchten Umgebung finden Schnecken die besten Verhältnisse für die Nahrungs- und Partnersuche.

Trockene Verhältnisse und die pralle Sonne vermeiden sie – sonst drohen Schnecken zu vertrocknen. Bei heißen Temperaturen ziehen sie sich in feuchte und kühle Ecken zurück und verstecken sich beispielsweise unter Steinen, zwischen Pflanzen und unter größeren Blättern.

Wo kommen Schnecken vor?

Schnecken leben auf dem Land, in Süßwasser und im Meer. Auch in Hunderten Meter Tiefe auf dem Meeresboden kommen diese Überlebenskünstler vor. Es gibt sogar Schneckenarten, die in trockenen Steppen und Wüsten überleben. Man unterscheidet bei Schnecken zwischen Gehäuseschnecken und Nacktschnecken.

Man glaubt es kaum, aber die schleimigen Kriechtiere zählen zu den erfolgreichsten Tieren der Evolution. Ihre Größe variiert von winzig bis riesig. In den Meeren vor Australien lebt die größte Vertreterin der Tiergruppe – die riesige Wellhornschnecke (Englisch: Giant Whelk oder Penion maximus). Das Haus dieser Meeresschnecke kann bis zu 20 Zentimeter lang werden. Es wurden jedoch schon Tiere gefunden, die die doppelte Größe erreichten.

Überlebenskünstler sind Steppenschnecken wie die Sphincterochila boissieri, die in Wüstenregionen von Israel und Ägypten beheimatet ist. Diese Schneckenart schützt sich durch ihr dickes, weißes Haus vor der brütenden Hitze und verschanzt sich in den Sommermonaten in der Erde oder unter Steinen. Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius überlebt diese Schneckenart.

Kommt der lang ersehnte Regen, wird die Wüstenschnecke für wenige Tage aktiv, ernährt sich von Algen und pflanzt sich fort. Etwa 95 Prozent ihrer Lebenszeit verbringt diese Überlebenskünstlerin versteckt.

Andere Schneckenarten, wie beispielsweise die kleine Sonnenkreiselschnecke oder Solariellidae, lebt in bis zu 4000 Metern Tiefe unter der Meeresoberfläche. Meist ist diese Schneckenart jedoch auf dem Meeresgrund in Tiefen von 200 bis 1000 Metern zu finden.

Landschnecken, die in Mitteleuropa vorkommen, bevorzugen wie viele Schneckenarten feuchte, schattige und kühle Gebiete. Sie leben in Wäldern, Wiesen und unseren Gärten und halten sich bevorzugt in der Nähe von Wasserquellen wie Teichen, Seen und Bächen auf.

Wo verstecken sich Schnecken am Tag?

Um sich vor dem Austrocknen zu schützen, ziehen sich Schnecken tagsüber in eine kühle, feuchte und schattige Umgebung zurück. In Deutschland verbreitete Schneckenarten schlafen zwischen Pflanzen, unter Steinen und im Gras. Nacktschnecken verstecken sich bevorzugt in Erdspalten oder feuchten Hohlräumen.

Wird es abends kühler, kommen die Schnecken aus ihren Verstecken heraus und begeben sich auf Nahrungs- und Partnersuche. Im Winter halten Schnecken eine Winterstarre. Sie verstecken sich unter Laub oder in Erdspalten.

Weinbergschnecken schließen ihr Haus mit einem kalkhaltigen Schleim ab – dieser wird hart und agiert wie ein Deckel. Er schützt die Schnecke vor den widrigen Winterbedingungen. Erst wenn die Temperaturen im Frühjahr wieder 10 Grad erreichen, bricht die Weinbergschnecke ihre Schutzhülle auf und wird aktiv.

Nacktschnecken, die über kein schützendes Haus verfügen, verbringen die Winterstarre in der Erde. Sie nutzen Risse und Spalten, um darin zu überwintern. Die Flüssigkeitskonzentration des Schneckenkörpers verändert sich so, dass der Körper besser vor Frost geschützt ist. Die Schnecke produziert ein körpereigenes Frostschutzmittel sozusagen.

In der freien Natur werden Schnecken nicht besonders alt: Nacktschnecken leben etwa ein Jahr, Weinbergschnecken und andere Schnecken mit Haus können ein paar Jahre alt werden. Die älteste bekannte Weinbergschnecke soll über 30 Jahre alt geworden sein – allerdings lebte sie in einem Terrarium.

Werden Schnecken mit Haus geboren?

Bei jeder Eiablage legt eine Schnecke zwischen 50 und 100 Eiern ab. In einem Jahr kann eine Schnecke bis zu 400 Eier produzieren. Da Schnecken Zwitter sind – also sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane haben – kann jede Schnecke Eier ablegen.

Schneckenarten mit Haus schlüpfen auch mit Haus aus den Eiern. Zu Beginn sind sowohl die Schnecke als auch ihr Haus winzig. Im Laufe des Schneckenlebens baut die Schnecke ihr Haus kontinuierlich aus: Der Schneckenkörper filtert Kalk aus der Nahrung, den die Schnecke Schicht für Schicht am Gehäuserand ablagert. Kleinere Schäden am Haus kann die Schnecke selbst durch zusätzliche Absonderungen von Kalk reparieren.

Funfact: Bis auf wenige Ausnahmen winden sich Schneckenhäuser immer nach rechts – das heißt, die Spitze des Schneckenhauses befindet sich auf der rechten Seite des Schneckenkörpers. Windet sich das Haus untypisch nach links, bezeichnet man diese Schnecke als Schneckenkönig. Nur etwa eines von 1000 Tieren entwickelt ein solches seltenes Haus.

Warum haben Nacktschnecken kein Haus?

Das Schneckenhaus bietet den Schnecken einen wichtigen Schutz vor Fressfeinden und Umwelteinflüssen. Warum haben Nacktschnecken dann kein Haus? Für die länglichen Schnegel ist das nicht vorhandene Haus ein Vorteil: Sie können in enge Ritzen und Spalten kriechen und dort Schutz finden.

In Erdspalten und Hohlräumen unter Baumrinden finden Nacktschnecken beispielsweise genügend Schutz vor Umwelteinflüssen. Vor Fressfeinden schützen Sie sich dagegen anders: Ihre dicke, bittere Schleimschicht macht sie für viele Tiere nicht zur Leibspeise. Dennoch fallen sie Igeln, Vögeln, Schlangen, Insekten und Mäusen zum Opfer. Einige Tierarten rollen die Schnecke vor dem Verzehr auf dem Boden, um sie genießbarer zu machen.

Wie ernähren sich Schnecken?

Die Weichtiere sind Vegetarier – sie ernähren sich von grünen Pflanzen, Löwenzahn, Klee aber auch von jungem Gemüse, Karotten, Salat oder Gartenkräutern. Schnecken mit Häusern bevorzugen welke, verrottende Pflanzenteile. Nacktschnecken machen sich dagegen gerne über das Gartengemüse her und zerstören die Ernte.

Deswegen sind vor allem Nacktschnecken wie die Spanische Wegschnecke keine gern gesehenen Gäste im Garten. Was viele nicht wissen: Die Weichtiere verfügen über eine ganze Reihe von Zähnen – und das auf der Zunge. Mit der Schneckenzunge – in der Fachsprache Radula genannt, lateinisch für „Raspel“ – reiben sie Pflanzenteile ab und befördern diese in den Mund.

Die Radula ist übersäht mit Tausenden kleinen Zähnchen – bei der Weinbergschnecke sind es über 40.0000, bei anderen Schneckenarten um 25.000. So ist die Schnecken die Rekordhalterin der zahnreichsten Tierart im Tierreich. Beißen können Schnecken jedoch nicht. Sie können höchstens auf der Haut schaben. Das fühlt sich in etwa so an wie die leichte Reibung einer Nagelfeile auf der Haut.

Wie vermehren sich Schnecken?

Schnecken sind Zwitter – das heißt, jede Schnecke hat sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane. Bei der Paarung befruchten sich Schnecken gegenseitig. Das bizarre Liebesspiel der Schnecke kann über viele Stunden andauern. Sie stechen sich mit einem „Liebespfeil“ und tauschen Samenpakete aus.

Bei ihrem Liebesspiel verbinden sich die Schnecken an den Fußsohlen und tauschen nach mehreren Stunden einen Schleimbeutel aus, der Samenzellen enthält. Dieses Samenpaket wird zu einem späteren Zeitpunkt verwendet, um die Eizellen zu befruchten.

Etwa sechs bis acht Wochen nach der Paarung sind die Eier reif zur Ablage. Diese werden in Erdspalten abgelegt. 50 bis 100 Eier kann eine Schnecke pro Eiablage produzieren. Nach nur etwa zwei Wochen schlüpfen die Jungschnecken.

Wie kommen Schnecken in den Garten?

Schnecken leben überall – auch im eigenen Garten. Ihr Vorkommen ist normal und ein paar Schnecken sind kein Problem. Manchmal nimmt die Population jedoch überhand und bedroht den eigenen Gemüse- und Kräuteranbau. Vor allem die gefräßigen Nacktschnecken sind eine Gefahr für den Hobbygarten.

Zu viele Schnecken auf einmal können die gesamte Ernte vernichten. Es gibt jedoch immer einen Grund, wenn die Schneckenpopulation im Garten explodiert. Meist ist ein gestörtes Gleichgewicht die Ursache für die rasante Ausbreitung der Schnecken. Durch den Einsatz von Pestiziden auf den umliegenden Feldern nimmt die Artenvielfalt ab – und natürliche Feinde der Schnecke wie Insekten, Vögel und Igel verschwinden.

Igel und Insekten bleiben außerdem aufgrund von Straßenbeleuchtung und der sogenannten „Lichtverschmutzung“ fern. Frei laufende Hühner, die gerne Nacktschnecken verspeisen, sind in städtischen Gärten eher selten. Und letztendlich sorgen auch mildere Winter dafür, dass immer mehr Schnecken überleben und sich verstärkt verbreiten können.

Hausmittel gegen Schnecken: Welche gibt es?

Was tun, wenn Schnecken im Garten zur Plage werden? Sie können beispielsweise die Artenvielfalt im Garten durch Wasserquellen, Insektenhotels und Laubhaufen fördern und auf natürliche Weise dafür sorgen, dass weniger Schnecken überleben. Richten sie ihren Garten vogel-, igel- und amphibienfreundlich ein.

Sie können ein Igelhaus aufstellen oder durch einen Steinhaufen einen geeigneten Lebensraum für Käfer und Eidechsen schaffen. Locken Sie außerdem Vögel an, indem Sie Nistkästen und Vogeltränken aufstellen. Frösche und Kröten ziehen Sie mit einem idyllischen Gartenteich an.

Alle Tierarten helfen, die Schneckenpopulation in Schach zu halten – denn sie fressen trotz des Schleims kleinere Nacktschnecken. Natürlich können auch Pestizide gegen akute Schneckenplagen eingesetzt werden – aber diese schaden auch Igeln und anderen Tierarten in Ihrem Garten. Chemische Mittel sollten deswegen nur als Notlösung zum Einsatz kommen.

Abschreckend auf Schnecken wirken außerdem einige Pflanzenarten: Maiglöckchen, Eisenhut, Fingerhut und Wolfsmilchpflanzen werden von Schnecken gemieden. Bestimmte Gewürze wie Rosmarin, Thymian und Lavendel wirken ebenfalls abschreckend auf die Weichtiere. Sie können also diese Pflanzenarten rund um Ihren Gemüsegarten anbauen oder das wachsende Gemüse mit einem abgekühlten Tee aus Thymian, Lavendel oder Rosmarin besprühen.

Beim Gießen sollten Sie strategisch vorgehen: Gießen Sie nur punktuell. Je nasser der Boden, desto größer wird der Bewegungsbereich der Schnecken. Ist der Radius um das Gemüsebeet trocken, dringen die Schädlinge seltener zur Ernte vor. Gießen Sie in den frühen Morgenstunden, vermeiden Sie, dass die nachtaktiven Schnecken abends noch eine ideale, feuchte Umgebung vorfinden.

Möchten Sie Schnecken im Garten loswerden, aber diese nicht mit oder ohne Chemie töten, locken sie die Kriechtiere in eine einfache Lebendfalle: Legen Sie an sonnigen Tagen feuchte Bretter oder feuchten Karton um Ihren Gemüsegarten aus. Die Schnecken werden hier den idealen Schutzort vor der Hitze finden. Abends können Sie die Bretter beziehungsweise den Karton einfach umdrehen und die angelockten Schnecken in die umliegende Natur entlassen – fernab von Ihrem Gemüsegarten.

Trinken Sie gerne Kaffee, sammeln Sie den Kaffeesatz. Dieser verbessert nicht nur den Boden, er wirkt gleichzeitig auch gegen Schnecken. Diese überqueren den verstreuten Kaffeesatz nur sehr ungern – er ist giftig für die Weichtiere. Schon kleine Mengen Koffein schrecken Schnecken ab.

Zuletzt können auch natürliche kantige und spitzige Bodenbeläge ein wirksames Mittel gegen Schnecken im Gemüsebeet sein. Streuen Sie einfach Fichtennadeln, Kies oder Eierschalen als Barriere um Ihren Gemüse- und Kräutergarten.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 erstaunliche Fakten über Schnecken