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Wie die Rohasche ins Tierfutter kommt

Reingeschnüffelt: Wie die Rohasche ins Futter kommt

Gabriele Winters ist Ernährungsberaterin für Haustiere. In ihrer Kolumne "Reingeschnüffelt" gibt sie tierische Ernährungstipps. Heute: Inhaltsstoffe.

<p>Gabriele Winters ist Ernährungsberaterin für Haustiere. In ihrer Kolumne "Reingeschnüffelt" gibt sie tierische Ernährungstipps. Heute: Inhaltsstoffe.

Wie die Rohasche ins Tierfutter kommt
Foto: Winters

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum in jedem, und wirklich in jedem Tierfutter Rohasche verwendet wird? Oder was sich hinter den rätselhaften Begriffen Rohprotein, Rohfett oder Rohfaser verbirgt? Und warum sie immer roh sind? Lassen Sie uns heute einmal hier reinschnüffeln.

Von Inhaltsstoffen und Nährstoffgruppen

Wir haben ja schon darüber gesprochen, dass auf dem Futteretikett bestimmte Informationen angeben werden müssen, unter anderem die Inhaltsstoffe. Das sind mengenmäßige Angaben zu den Nährstoffen, die durchschnittlich in 100 Gramm Futter enthalten sind. Die Ermittlung dieser Werte erfolgt mittels der Weender Futtermittelanalyse, die ähnliche Nährstoffe zu den Nährstoffgruppen Rohwasser, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, NfE und Rohasche zusammenfasst. Aber werfen wir einen genaueren Blick auf die einzelnen Nährstoffgruppen:

- Rohwasser - oder schlicht Feuchtigkeit - bezeichnet alle bei 103°C flüchtigen Futterbestandteile (z.B. Wasser, flüchtige Fettsäuren, ätherische Öle).

- Zum Rohprotein zählen alle stickstoffhaltigen Substanzen des Futters, z.B. Eiweiße, freie Aminosäuren, Alkaloide.

- Das Rohfett gibt den Fettgehalt des Futters an und enthält neben Fetten auch fettähnliche Substanzen wie z.B. Carotinoide.

- Rohfaser bezeichnet alle schwer- oder unverdaulichen Pflanzenfasern im Futter, denen eine verdauungsfördernde Funktion zukommt (z.B. Cellulose, Hemicellulose).

- Die stickstofffreien Extraktstoffen (NfE) erfassen vor allem lösliche Polysaccharide (z.B. Stärke) und lösliche Zucker (z.B. Glukose, Fruktose).

- Zur Rohasche schließlich gehören alle lebensnotwenige Mineralstoffe, Salze, aber auch anorganische Stoffe ohne biologische Wertigkeit, wie z.B. Silikate oder Sand.

Übrigens ist die Vorsilbe "Roh…" nur ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Nährstoffgruppe und nicht um einen einzelnen Stoff oder eine einzelne oder gar rohe Zutat handelt. Sie müssen sich also ab sofort nicht mehr fragen, warum für das Futter Ihres vierbeinigen Lieblings Rohasche verwendet wird. Die Zutaten, aus denen Ihr Futter besteht, werden separat aufgelistet.

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Zu bedenken

Die Inhaltsstoffe geben Ihnen wichtige Informationen, wenn Sie sich über ein Futter informieren wollen. Es sollte aber nie das einzige Beurteilungskriterium sein. Vor allen Dingen sollten Sie Folgendes bedenken, wenn Sie die Angaben zu den Nährstoffen betrachten:

- Die Durchschnittsangaben zu den Nährstoffgruppen sind reine Mengenangaben, die unterschiedliche Nährstoffe zusammenfassen. Sie enthalten keinerlei Aussage über die Futterqualität und die biologische Wertigkeit der verwendeten Zutaten. Betrachten Sie daher immer auch die verwendeten Zutaten!

- Auf den allermeisten Futteretiketten werden die stickstofffreien Extraktstoffe (NfE) - oder umgangssprachlich Kohlenhydrate - nicht aufgeführt. Sie können den Wert aber ganz einfach errechnen: 100 - Rohprotein - Rohfett - Rohfaser - Rohasche - Feuchtigkeit. Rechnen Sie doch einfach einmal den Anteil für Ihr Futter, vor allem für Ihr Trockenfutter, aus und beantworten sich ganz ehrlich die Frage, ob der Wert für Ihr Tier angemessen ist.

- Ein direkter Vergleich von Trocken- und Feuchtfutter ist anhand der Inhaltsstoffe nicht möglich, da die Futter einen unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Für einen direkten Vergleich müssen Sie die Werte über die Trockenmasse des Futters umrechnen.

Haben Sie Fragen zu meiner heutigen Kolumne? Oder zur Ernährung Ihres Tieres? Schreiben Sie mir an tiere@rp-digital.de, ich helfe Ihnen gerne weiter!

Hier finden Sie alle Beiträge der Expertenkolumne "Reingeschnüffelt" auf einen Blick.