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Wellensittiche brauchen einen Partner

Wellensittiche brauchen einen Partner

Wellensittiche sind nicht nur drollige, sondern auch recht pflegeleichte Mitbewohner. Aber sie brauchen immer einen Artgenossen, mit dem sie sich beschäftigen können.

<p>Wellensittiche sind nicht nur drollige, sondern auch recht pflegeleichte Mitbewohner. Aber sie brauchen immer einen Artgenossen, mit dem sie sich beschäftigen können.

Wer sich Wellensittiche anschaffen möchte, sollte sich für die Haltung vom Händler beraten lassen. "Ein kleiner Standardverkaufskäfig mit zwei Stangen wird den Tieren nicht gerecht", sagt der Fachtierarzt für Vögel Michael Pees an der Universität Leipzig. "Gute Händler haben die Vögel in einer Voliere, die gepflegt und nicht überbesetzt sein sollte." Werden die Tiere in einem schmutzigen Käfig mit zu vielen Artgenossen gehalten, kann es sein, dass sie bereits krank sind, wenn man sie zu sich holt.

Da es sich um Schwarmvögel handelt, sollten Wellensittiche mindestens zu zweit gehalten werden. "Ein einzelner Wildvogel wäre ohne seine Artgenossen hoffnungslos verloren", erklärt Claudia Sissi Jung vom Verein der Wellensittich-Freunde (VWFD) in Köln. Erst in seinem Schwarm finde er Schutz und Geborgenheit und könne seine vielfältigen sozialen Kontakte ausleben. "Nicht anders ist es beim Hauswellensittich." Wer zwei oder mehr Vögel hält, muss sich nicht sorgen, dass sie nicht zahm werden. "Man kann auch erst einmal einen kaufen, um ihn an den Menschen zu gewöhnen, und dann nach zwei, drei Monaten holt man den zweiten dazu", sagt Tierarzt Pees. "Und Sprechen kann man mit etwas Geduld allen Wellensittichen beibringen, indem man ihnen immer wieder die gleichen Wörter vorspricht", sagt Wilhelm Trimborn von der Deutschen Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung (DSV) in Oberhausen.

Freiflüge sind wichtig

Vor allem bei mehr als zwei Tieren ist eine Außenvoliere im Garten am besten geeignet. Sie sollte einen geschützten Raum enthalten, in den sich die Vögel bei Frost zurückziehen können. Die Alternative ist ein normaler Käfig: "Für ein Pärchen sollte der Käfig bei mehrstündigem Freiflug mindestens 120 Zentimeter breit, 50 tief und 80 hoch sein", sagt Jung. "Den sollte man mit der Rückseite zur Wand in einen möglichst großen, hellen und ruhigen Raum mit Tageslicht aufstellen."

Ihre Zeit sollten Wellensittiche aber nicht nur im Käfig verbringen: "Die Vögel muss man auf jeden Fall am besten täglich rauslassen", rät Trimborn. Dafür sollten aber die Fenster geschlossen und Gefahrenquellen wie brennende Kerzen, mit Wasser gefüllte Gefäße oder für den Vogel giftige Zimmerpflanzen entfernt werden.

Im Käfig, der etwa alle zwei Tage gereinigt werden muss, sollten Besitzer auf glatte Sitz- und Kletterstangen verzichten. "Besser geeignet sind verschieden dicke, unbehandelte und ungespritzte Naturholzäste, die man selbst sammeln kann – beispielsweise von Obstbäumen", sagt Trimborn. "An denen können die Wellensittiche herumknabbern, und für die Krallen ist es auf den Naturästen auch besser."

Keinen Partner vorgaukeln

Von vielen Spielzeugen, die für Wellensittiche angeboten werden, rät Tierarzt Pees ab: "Alles, was spiegelt, ist ebenso abzulehnen wie ein Plastikvogel." Diese Spielzeuge würden den Vögeln nur einen Partner vorgaukeln. "Das hat dann meist zur Folge, dass sie versuchen, ihr Spiegelbild zu füttern." Das mache die Vögel krank. Auch ein Futterspender sei ungeeignet. "Damit läuft man Gefahr, dass die Vögel zu dick werden", sagt Pees. Ein gestrichener Teelöffel Futter morgens und abends reiche für einen Wellensittich aus. Zusätzlich könne man den Tieren Obst und Gemüse in den Käfig legen und die Nahrung durch Vitamin- und Mineralstoffpräparate ergänzen.

Wer einen Wellensittich anschaffen möchte, muss sich nicht unbedingt ein Jungtier kaufen. Auch im Tierheim, über Anzeigen oder Vogel-Internetforen können Interessenten fündig werden.

(dpa/tmn)