Verdauungsstörungen beim Hund

Tierärztin Dr. Maria Hänse erklärt in ihrer Kolumne Ursachen und Behandlungsmethoden bei Verdauungsstörungen bei Hunden.

<p>Tierärztin Dr. Maria Hänse erklärt in ihrer Kolumne Ursachen und Behandlungsmethoden bei Verdauungsstörungen bei Hunden.

Der Verdauungstrakt des Hundes macht etwa 3 – 7 % seiner Körpermaße aus. Im Vergleich zu anderen Tieren wie z.B. den Wiederkäuern ist der Magen-Darm-Trakt beim Hund somit ein eher kleines Organsystem. Dennoch ist es sehr Störungsanfällig, weshalb Probleme des Magen-Darm-Traktes zu den häufigsten Gründen zählen warum ein Hund in einer Tierarztpraxis vorgestellt wird. Aufgabe des Magens ist vor allem die Aufspaltung von Nährstoffen mithilfe des Magensaftes. Die Aufnahme der so vorbereiteten Nährstoffe erfolgt überwiegend im Dünndarmbereich.

Ursachen

Als Ursachen für Verdauungsprobleme kommen zunächst eine Reihe von Infektionserregern wie Viren, Bakterien und Parasiten infrage. Die bekanntesten viralen Erkrankungen wie Staupe oder Parvovirose betreffen v.a. Welpen und junge Hunde. Beide Erkrankungen sind jedoch inzwischen hierzulande relativ selten geworden, da die meisten Hunde einen ausreichenden Impfschutz besitzen. Einzeller wie Giardien können zu hartnäckigen Durchfallerkrankungen führen. Darüber hinaus können sie lange in der Umwelt überleben, weshalb man eine Giardieninfektion gelegentlich nur schwer wieder loswird. Auch eine Reihe von Organerkrankungen gehen mit Durchfall und Erbrechen einher. Beispielsweise führt die Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) oftmals zu erbrechen. Eine Gastritis entsteht häufig im Winter infolge der übermäßigen Aufnahme von Schnee, es gibt jedoch auch noch zahlreiche andere Gründe für eine Gastritis. Ein Durchfallgeschehen kann man hingegen in der Regel bei einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse beobachten.

Darüber hinaus können Störungen des Magen-Darm-Traktes Begleit- oder Folgeerscheinungen einer Reihe von anderen Erkrankungen sein. Neben Infektionserregern und Organerkrankungen kann v. a. die Fütterung eine große Rolle spielen. Die Gabe von Futter das direkt aus dem Kühlschrank kommt sollte möglichst vermieden werden, da zu kaltes Futter erbrechen auslösen kann. Selbstverständlich sollte kein überlagertes oder verdorbenes Futter gegeben werden, da dies zu Verdauungsstörungen führen kann. Natürlich können auch Allergien eine Rolle spielen. Worauf ein Hund allergisch reagiert ist sehr individuell und es kann einige Zeit dauern bis man die allergieauslösende Komponente ausfindig gemacht hat. Unabhängig von einer Allergie oder einer sonstigen Erkrankung reagieren einige Hunde besonders sensibel auf hohe Fettgehalte im Futter. Dies betrifft insbesondere ältere Hunde, es ist jedoch prinzipiell eine Frage der individuellen Empfindlichkeit. Überdies kann ein überhöhter Anteil an Proteinen vereinzelt Durchfall auslösen. Dies ist der Fall wenn die Verdauungskapazität des Hundes überschritten wird und die Proteine deshalb zu großen Teilen im Dickdarm von den Bakterien zu übelriechenden Abbauprodukten zerlegt werden.

Symptome

Das klassische Symptom einer Störung des Magen-Darm-Traktes ist Durchfall. Erbrechen kann zusätzlich auftreten, gerade wenn eher der vordere Abschnitt des Magen-Darm-Traktes betroffen ist. Die Symptomatik kann unterschiedlich schwer ausfallen. Meistens legen oder verbessern sich die Krankheitsanzeichen innerhalb von ein bis maximal zwei Tagen. Sollte sich der Durchfall nach 3 Tagen noch nicht gebessert haben oder der Hund eine Störung seines Allgemeinbefindens zeigen muss er jedoch einem Tierarzt vorgestellt werden. Ein schweres Durchfallgeschehen wie es zum Beispiel bei einer Parvovirose auftritt, kann zu Dehydratation (Austrocknung) und Blutbildveränderungen (Elektrolytverschiebungen) führen und muss deshalb schnellstmöglich behandelt werden. Insbesondere Futtermittelallergiker können neben oder anstatt des Durchfallgeschehens auch eine Hautproblematik zeigen. Dazu gehören wiederkehrende Ohrentzündungen oder beknabbern der Pfoten.

Vorbeugung und Behandlung

Um einer Verdauungsstörung bestmöglich vorzubeugen sollten Sie v.a. auf ein qualitativ hochwertiges Futter achten. In einem ausgewogenen Hundefutter sollten in erster Linie hochverdauliche Komponenten enthalten sein. Insbesondere bei empfindlichen Hunden kann es sinnvoll sein den Fettgehalt einer Futterration gering zu halten. Für Allergiker sollte ein Futter gewählt werden, das möglichst nur eine Protein- und Kohlenhydratquelle enthält. Ideal wäre, wenn der Hund noch keinen Kontakt mit der Protein- bzw. Kohlenhydratquelle hatte. Dies hilft einem weiterem Allergiegeschehen vorzubeugen. Liegt bereits ein Durchfallgeschehen vor ist es sinnvoll den Hund zunächst für 12 – 24 Stunden fasten zu lassen um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten. Danach können Sie anfangen kleine Mengen eines hochverdaulichen Futters zu geben. Steigern Sie die Menge langsam bis schließlich die normale Tagesmenge wieder erreicht ist. Anders verhält es sich wenn der Hund unter einer Organerkrankung leidet, denn dann ändert sich unter Umständen der Nährstoffbedarf des Hundes. In diesem Fall sollte man sich Hilfe bei einer professionellen Ernährungsberatung holen.

Quelle: futalis