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"Vegane Ernährung ist gelebter Tierschutz im Alltag"

"Vegane Ernährung ist gelebter Tierschutz im Alltag"

In unsere neuen Reihe "Löffel gespitzt..." sprechen wir mit Tierfreunden über tierische Erlebnisse, Tierschutz und das erste Haustier. Heute: Gina Lenzen.

<p>In unsere neuen Reihe "Löffel gespitzt..." sprechen wir mit Tierfreunden über tierische Erlebnisse, Tierschutz und das erste Haustier. Heute: Gina Lenzen.

Gina-Loraine Lenzen ist 23 Jahre jung – und doch schon ein alter Hase in Sachen Tierschutz. Die Düsseldorferin, die mit Tieren aufgewachsen ist, ist 2. Vorsitzende von "LESIA e.V.", macht für den Tierschutz-Verein neben ihrem Studium des Bauingenieurwesens unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit. Ihr dringendstes aktuelles Anliegen: "Wir suchen immer händeringend nach Pflegestellen für Tiere, die nicht sofort vermittelt werden können."

Bei den Lenzens liegt Tierschutz in der Familie. Vater Marco ist Vorsitzender des Vereins und zudem Gründer der LESIA Tierklinik. Auch Ginas Mutter Monika engagiert sich aktiv bei LESIA e.V.. Zahlreiche Hunde leben zudem auf dem Grundstück der Familie. Viele haben in ihrem vorherigen Leben Schlimmes erlebt. So wie Tobi, der nach einem Verkehrsunfall in Kroatien nicht mehr laufen kann, bei LESIA aber der heimliche Chef ist.

Wir haben mit Gina Lenzen über ihre Auffassung von Tierschutz und ihre eigenen Haustiere gesprochen.

Wie hieß Ihr erstes Haustier?

Gina-Loraine Lenzen: "Blacky und Hoppel, zwei Kaninchen aus dem Tierheim. Da war ich ungefähr sechs."

Und wie viele Haustiere haben Sie aktuell?

Lenzen: "Seitdem ich von zu Hause ausgezogen binm, habe ich nur noch eins: meinen Hund Teddy. Davor habe ich bei meinen Eltern mit insgesamt zwölf Hunden zusammengelebt."

Was bedeutet für Sie Tierschutz im Alltag?

Lenzen: "Mir ist vegane Ernährung sehr wichtig. Durch die Arbeit im Tierschutz und die dazugehörige Recherche habe ich viel Schlimmes gesehen. Dass Tiere so dafür leiden, ist mir mein Essen nicht wert. Ich bin schon lange Vegetariern und seit etwa zwei Jahren Veganerin. Das ist für mich gelebter Tierschutz im Alltag."

Hand auf's Herz: Hund oder Katze?

Lenzen: "Hund. Ich mag auch Katzen, aber ich bin einfach mit Hunden aufgewachsen."

Was war Ihr schönstes oder lustigstes tierisches Erlebnis?

Lenzen: "Wir hatten lange Zeit Kaninchen, die bei uns in der Gartenlaube gelebt haben. Eines Tages hat sich einer unserer Hunde, Lesia, die auch die Namenspatronin der LESIA Tierklinik ist, zu den Kaninchen verkrochen und wollte mit ihnen spielen. So etwas hatte ich noch nie erlebt, ein Hund, der so lieb Kaninchen zum Spielen animiert. Das war schon sehr süß."

Und das traurigste?

Lenzen: "Wenn ein Hund eingerschläfert werden muss, ist es immer sehr traurig. Das Schlimmste für mich war aber der Tod meines Mopses Romeo, der mit knapp zwei Jahren verstorben ist. Romeo war mein erster eigener Hund und ist nach einer Zahnsanierung nicht mehr aus der Narkose aufgewacht. So ein plötzlicher Tod, auf den man überhaupt nicht vorbereitet ist, ist nochmal etwas schlimmer. Sein Tod, der hätte vermieden werden können, gab 2009 auch den Anstoß zur Gründung der LESIA Tierklinik."

Was bedeutet für Sie artgerechte Tierhaltung?

Lenzen: "Das kommt immer auf das Tier an. Mit Hunden sollte man zum Beispiel vier, fünf Mal am Tag rausgehen, damit sie ausgelastet sind. Dann gibt es Hunde, die ein Rudel brauchen, andere fühlen sich wohler, wenn sie das einzige Tier in einem Haushalt sind. Katzen sollten nicht unbedingt in einer kleinen Stadtwohnung leben müssen. Freigang ist für die Tiere wegen des Straßenverkehrs jedoch sehr gefährlich. Wovon ich gar nichts halte, sind Exoten als Haustiere. Häufig werden die Tiere wild gefangen und kommen dann in ein Terrarium. Das hat für mich mit artgerechter Tierhaltung nichts zu tun."

Wie reagieren Sie auf den Dackelblick oder ähnliche tierische "Manipulationsversuche"?

Lenzen: "Ich bin da leider nicht so diszipliniert. Mein Hund darf ins Bett und auf die Couch. Ich hatte Glück, dass er schon sehr gut erzogen war, als ich ihn bekommen habe (lacht)."

Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Veganer sind...

Lenzen: "Oft schwierig, weil sie durch eine gewisse Sturheit gerne mal ein bisschen anecken. Dennoch denke ich, dass sie ein offeneres Weltbild haben und sich auch mehr mit der Umwelt auseinandersetzen, als viele andere."

In drei Worten: Was ist Tierliebe?

Lenzen: "Familie, Tierschutz und Respekt."