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Über drei Millionen: Zahl der Versuchstiere steigt erneut

Über drei Millionen: Zahl der Versuchstiere steigt erneut

Für wissenschaftliche Versuche sind in Deutschland erneut mehr Tiere eingesetzt worden.

<p>Für wissenschaftliche Versuche sind in Deutschland erneut mehr Tiere eingesetzt worden.

Insgesamt stieg ihre Zahl im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent auf knapp 3,1 Millionen, wie aus einer Statistik des Bundesagrarministeriums hervorgeht. Darunter waren allein mehr als 2,2 Millionen Mäuse. Eingesetzt wurden außerdem 418.000 Ratten, 166.000 Fische und 97.000 Kaninchen.

Die Dimension der Tierversuche sei höchst alarmierend, sagt "Ärzte gegen Tierversuche e.V.". "In nur zehn Tagen werden in deutschen Laboren so viele Tiere zu Tode geforscht, wie Tübingen oder Gießen Einwohner haben. Nach einem Monat wäre eine Stadt wie Braunschweig oder Mönchengladbach ausgelöscht", führt Biologin Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung, vor Augen. Der Verein fordert seit Jahren den Ausstieg aus dem Tierversuch. Stattdessen sollen nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche moderne Forschungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen, da mittels Bevölkerungsstudien, Computersimulationen, Biochips und Zellsystemen aussagekräftige Erkenntnisse erlangt werden können.

Der Verein kritisiert, dass entgegen politischer Versprechungen, Tierversuche zu reduzieren, die Zahlen seit Jahren dramatisch steigen. Der Tierschutzbund äußerte sich ähnlich. Von 1997 bis 2012 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.

Für die biologische Grundlagenforschung wurden 11,8 Prozent mehr Tiere verwendet, für die Herstellung und Qualitätskontrolle von Medizinprodukten 2,6 Prozent mehr. Zur Erforschung und Entwicklung solcher Medizinprodukte und -geräte wurden dagegen weniger Tiere (minus 8,8 Prozent) eingesetzt.

In Versuchen verwendet werden dürfen in der Regel nur Tiere, die dafür speziell gezüchtet werden. In der Statistik erfasst werden alle Arten von Eingriffen wie etwa Blutentnahmen oder Arzneimitteltests.
Versuche zur Entwicklung von Kosmetika oder Waschmitteln sind verboten.

Fotoshooting: Ratten posieren für Artgenossen

(RPO)