Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Tierärztin Dr. Maria Hänse erklärt die Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden. Die Ursachen für die Fehlfunktion sind vielschichtig.

<p>Tierärztin Dr. Maria Hänse erklärt die Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden. Die Ursachen für die Fehlfunktion sind vielschichtig.

Die Schilddrüse ist ein hormonproduzierendes Organ, das lappenförmig im Halsbereich des Hundes entlang der Luftröhre liegt. Die Schilddrüse ist für die Produktion der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) zuständig. Diese wichtigen Hormone werden im Organismus für verschiedene Stoffwechselvorgänge benötigt. Eine Störung dieses Systems, wie es bei einer Unterfunktion der Schilddrüse der Fall ist, hat daher weitreichende Folgen für den Körper des Hundes.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Schilddrüse gehört im Organismus des Hundes zum endokrinen System. In ihr werden die wichtigen Hormone Thyroxin und Trijodthyronin produziert. Diese Hormone sind im Organismus für viele Körperfunktionen von großer Bedeutung. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, die auch als Hypothyreose bezeichnet wird, wird das Hormon Thyroxin nicht mehr in ausreichender Menge in der Schilddrüse produziert und fehlt dem Organismus anschließend für wichtige Stoffwechselvorgänge.

Ursachen

Die Ursachen für diese Fehlfunktion der Schilddrüse sind vielschichtig. So kann eine chronische Entzündung der Schilddrüse der Auslöser für eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Da die Symptome einer Schilddrüsenentzündung zu Beginn sehr unscheinbar sind, verläuft die Entzündung meist unbemerkt und wird erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Das Schilddrüsengewebe ist dann meist schon soweit geschädigt, dass die Hormonproduktion nur noch eingeschränkt stattfindet. Als eine weitere Ursache der Schilddrüsenunterfunktion gelten Autoimmunreaktionen des Körpers. Dabei reagieren Antikörper des Hundes gegen das eigene Schilddrüsengewebe und greifen es an. Diese Vorgänge führen zu einer chronischen Schilddrüsenunterfunktion. Zudem kann eine vorübergehende Unterfunktion der Schilddrüse auch durch einen Jodmangel oder im Zusammenhang mit einer längeren Medikamentengabe entstehen. Diese Fehlfunktion ist allerdings im Gegensatz zu einer echten Schilddrüsenunterfunktion nur von vorübergehender Dauer und lässt sich durch spezifische Maßnahmen, wie beispielsweise einer zusätzlichen Jodzufuhr, beheben.

Symptome und Diagnosemöglichkeit

Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich durch verschiedene unspezifische Symptome und wird daher oftmals erst relativ spät diagnostiziert. So können Juckreiz, schütteres und schuppiges Fell mit Farbveränderungen, Trägheit und eine Gewichtszunahme beobachtet werden. Über eine Untersuchung der Blutwerte, insbesondere der T3- und T4-Werte, also der Hormone Trijodthyronin und Thyroxin, lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion des Hundes diagnostizieren. Hunde jeder Rasse können an einer Schilddrüsenunterfunktion erkranken. Es konnte allerdings beobachtet werden, dass insbesondere große Hunde, wie beispielsweise Boxer, Dobermann, Labrador- und Golden Retriever sowie Riesenschnauzer, eher zu dieser Erkrankung neigen, als Hunde kleinerer Rassen.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine nicht heilbare Erkrankung, die einer lebenslangen Therapie bedarf. Die nicht mehr vom Körper in ausreichender Menge hergestellten Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin werden dem Hund dabei über Tabletten zugeführt. Bei dieser Substitutionstherapie sollten die Blutwerte in regelmäßigen Abständen überprüft und die Dosierung der Medikamente kontinuierlich angepasst werden. Wenn der Hund an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, ist es zudem empfehlenswert, auch die Ernährung an die Erkrankung anzupassen. Ein besonderes Augenmerk sollte bei erkrankten Hunden dabei auf einen optimalen Jodgehalt des Futters geworfen werden.

Quelle: futalis