Gastritis beim Hund — was sind die Ursachen?

Als Gastritis bezeichnet man in der Medizin eine Entzündung der Magenschleimhaut. Eine Gastritis tritt nur selten isoliert auf, sondern fast immer in Kombination mit anderen Erkrankungen.

<p>Als Gastritis bezeichnet man in der Medizin eine Entzündung der Magenschleimhaut. Eine Gastritis tritt nur selten isoliert auf, sondern fast immer in Kombination mit anderen Erkrankungen.

Neben verschiedenen Erkrankungen kann eine Gastritis jedoch auch andere Ursachen haben. Die meisten Magenschleimhautentzündungen treten akut auf, es gibt jedoch auch chronische Verlaufsformen. Im Allgemeinen zeigt sich bei angepasster Fütterung und eventuell medikamentöser Therapie innerhalb weniger Tage eine Besserung.

Eine Gastritis kommt häufig in Kombination mit anderen Erkrankungen vor, wobei fast immer der Darm-Trakt mitbetroffen ist (sogenannte Gastroenteritis). Ursache können z. B. virale oder bakterielle Infektionen sein. Bei akuten systemischen Erkrankungen wie etwa einer Lebererkrankung findet man in der Regel auch eine Magenschleimhautentzündung vor. Auch ein Befall mit Parasiten kann im Einzelfall mit Erbrechen und einer Gastritis einhergehen. Zum Teil sind Magenschleimhautentzündungen die Nebenwirkung einer bestehenden Medikamentengabe. Liegt eine chronische Gastritis vor, ist die Ursache meist eine Störung der Magenentleerung oder eine Störung der Barrierefunktion der Magenschleimhaut. Jedoch ist nicht immer eine Erkrankung die Ursache. Frisst ein Hund im Winter größere Mengen Schnee, kann er eine Entzündung der Magenschleimhaut entwickeln. Auch ein „Überfressen“ oder die Aufnahme verdorbener Nahrungsmittel können zum Entstehen einer Gastritis beitragen. Insbesondere junge Hunde nehmen häufig ungeeignete Substanzen bzw. Materialien zu sich, die mit einer Reizung und Entzündung der Magenschleimhaut einhergehen.

Bei einer Erkrankung des Magens ist Erbrechen das Leitsymptom. Häufig wird nach dem Futter, nur noch Schleim erbrochen, das Hervorwürgen von Blut ist jedoch ebenfalls möglich. Im Blutbild finden sich aufgrund der Salzsäureverluste eine Elektrolytverschiebung und eventuell Anzeichen einer Austrocknung. Da häufig auch der Darm mitbetroffen ist kann neben Erbrechen auch Durchfall auftreten. Je nachdem ob eine Erkrankung zu Grunde liegt können noch weitere Symptome wie ein gestörtes Allgemeinbefinden oder Fieber hinzukommen.

Abhängig von der Ursache kann die Therapie sehr unterschiedlich sein und zielt in erster Linie auf die Bekämpfung der Grundursache. Allerdings kann man fütterungsseitig einige Unterstützung leisten. Insbesondere wenn die Gastritis Folge einer Medikamentengabe ist, die lebenslänglich erfolgen muss, kann ebenfalls eine lebenslängliche Therapie mit einem Spezialfutter nötig sein. Bei einer akuten Gastroenteritis sollte der Hund 12 – 24 Stunden gar keine Nahrung erhalten, um so den Magen-Darm-Trakt etwas zu entlasten. Wasser sollte jedoch jederzeit zur freien Verfügung stehen. Erst danach kann man beginnen kleine, hochverdauliche Portionen zu füttern. Bei Vorliegen einer Gastritis sollte der Proteingehalt möglichst niedrig sein, weil Protein die Sekretion von Magensaft stark anregt. Dazu sollte der Muskelfleischanteil der Ration reduziert werden und auf Fleischbrühe und Ähnliches ganz verzichtet werden. Um den Proteinbedarf der Hunde dennoch zu decken, sollten v. a. hochwertige Fleischsorten genutzt werden. Auch Ei oder Milchprodukte als Eiweißquelle können verwendet werden. Um die Energieversorgung der Hunde zu sichern, eignen sich v. a. Kohlenhydrate in Form von Stärke. Zeigt das Blutbild bei länger bestehenden Erkrankungen Elektrolytveränderungen, so kann das jeweilige Mengenelement der Futterration erhöht zugesetzt werden. Je nachdem welche Erkrankung zu Grunde liegt, können noch weitere Anpassungen des Futters nötig sein. Darüber hinaus kann eine bestehende Gastritis bzw. die entsprechende Grundursache von einem Tierarzt medikamentös behandelt werden. Besser als eine Behandlung, ist es aber das Entstehen einer Gastritis bestmöglich zu verhindern. Vor allem empfindliche Hunde sollten deshalb im Winter keine größeren Mengen Schnee zu sich nehmen. Um die Aufnahme von ungeeigneten Materialien durch Welpen zu verhindern, sollte nach Möglichkeit alles was potenziell gefressen werden kann, aus der Wohnung verbannt werden. Dies betrifft in erster Linie Pflanzen, denn viele Zierpflanzen sind giftig. Bieten Sie Ihrem Hund kein Futter zur freien Verfügung an, wenn er von sich aus zu einer überhöhten Futteraufnahme neigt. Stattdessen achten Sie auf eine angemessene Portionsgröße, ggf. durch Aufteilung in mehrere Portionen, um ein Überfressen zu verhindern. Selbstverständlich sollte ein Hund zudem keine verdorbenen Lebensmittel erhalten.

Quelle: futalis

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