Fische in schillernder Pracht

Wer sich für schwimmende "Mitbewohner" interessiert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er sich für ein aufwendiges Hobby entscheidet.

<p>Wer sich für schwimmende "Mitbewohner" interessiert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er sich für ein aufwendiges Hobby entscheidet.

Eine regelrechte Wohltat – nicht nur für stressgeplagte Gemüter – kann der Blick ins eigene Aquarium sein: Fische in schillernden Farben, tropische Pflanzen und sattes Blau, lassen Urlaubserinnerungen wieder wach werden. Wer darüber nachdenkt, sich ein Aquarium zuzulegen, muss sich aber darüber im Klaren sein, dass mit diesem Hobby viel Zeit und auch Kosten verbunden sind.

Bei den "Bewohnern" sollte man vor allem als Anfänger darauf achten, dass es sich um robuste und einfach zu haltende Fischarten wie lebend gebärende Zahnkarpfen (Poeciliinae) handelt. Dazu zählen unter anderem Guppys, Schwertträger und Mollys. Ein Guppy ist schon zwischen zwei bis drei Euro erhältlich. Insgesamt gibt es mehr als 200 Arten von Zahnkarpfen. Diese Fische waren ursprünglich in Gewässern des tropischen und subtropischen Amerikas beheimatet und sind heute in nahezu allen wärmeren Regionen der Welt zu finden.

Zunächst ist es aber erforderlich, das neue "Heim" der Tiere vorzubereiten. "Aquarien, die über ein Fassungsvermögen zwischen 100 und 200 Litern verfügen, sind noch relativ preiswert", weiß Wolfgang Schlechtriem vom Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde in Düsseldorf-Holthausen. "Für Anfänger gibt es auch komplette Sets, die neben dem Behälter noch einen regelbaren Heizstab, eine Abdeckung mit ausreichender Belüftung und eventuell auch ein passendes Untergestell enthalten."

Unter der Belüftung ist die Austreibung der Kohlensäure zu verstehen, die für das Pflanzenwachstum benötigt wird. Anstelle eines Sprudelsteins ist es sinnvoll, die Sauerstoffaufnahme des Wassers durch einströmendes Filterwasser, das die Wasseroberfläche in Bewegung hält, sicherzustellen.

Von Becken, die weniger als 100 Liter aufnehmen können, sollte man die Finger lassen, da diese in der Regel mehr Arbeit verursachen als größere, sagt Schlechtriem. Entscheidet sich der Tierfreund für ein Behältnis, das über ein Fassungsvermögen von mehr als 400 Litern verfügt, muss vor allem der Boden tragfähig sein. "Vorsicht ist zum Beispiel bei einer Fußbodenheizung geboten. Hier könnte es zu Problemen kommen."

Unabhängig von der Größe des Aquariums sollte man darauf achten, dass dieses keinesfalls direktem Sonnenlicht ausgesetzt wird, um ein erhöhtes Algenwachstum zu vermeiden. Das Aquarium muss zudem gut zugänglich sein, da eine regelmäßige Reinigung – niemals chemische Mittel dafür benutzen – unbedingt erforderlich ist.

"Ich empfehle, den Tieren keinesfalls wöchentliche Wasserwechsel zuzumuten, da dies unnötigen Stress bedeutet. Stattdessen ist es besser, rund 20 bis 40 Prozent des Wassers im vierwöchigen Rhythmus zu erneuern", sagt der Experte. Außerdem sollten ausreichend viele Steckdosen in der Nähe sein.

Damit sich die neuen Bewohner in ihrer Behausung schnell wohlfühlen, sollte die „Einrichtung“ mit Verstecken und Schutzräumen wie verschiedenen Pflanzen ausgestattet sein. Als Bodengrund eignet sich ausgewaschener Sand oder Kies, dem noch Dünger für die Pflanzen zugesetzt wird.

Bevor man die Fische ins Wasser setzt, braucht es jedoch noch etwas Geduld. Erst nach etwas mehr als zwei Wochen haben sich im Wasser Bakterien gebildet, die giftiges Ammoniak, das bei der Ausscheidung der Tiere entsteht, abbauen können. Mit einem Teststäbchen kann man unter anderem den Säuregrad (pH-Wert) und die Wasserhärte messen. Erst wenn die Bedingungen optimal sind, sollten die Tiere nach und nach ihr neues Zuhause erkunden.

Bei "Anfängerfischen" wie Guppys, Schwertträgern und Mollys handelt es sich um Fleischfresser, die Trockenfutter, gefrorene Futtertiere oder Lebendfutter wie Wasserflöhe bevorzugen. Wer genug Zeit hat, kann eigene Wasserflöhe in Eimern züchten. Sie benötigen ausreichend Luft und Licht und können mit angerührter Trockenhefe gefüttert werden.

"Viele Anfänger meinen es zu gut mit ihren Lieblingen und geben ihnen mehr Futter als erforderlich, das ja wieder abgebaut werden muss. Wenn die Tiere das Futter nicht aufnehmen, sondern auf den Boden fallen lassen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Menge zu groß war. Unterernährte Fische, die an einem eingefallenen Bauch zu erkennen sind, gibt es recht selten. Viel häufiger hingegen sind die Wasserwerte durch Futterreste verschmutzt. Auch Fische können einen Diättag pro Woche vertragen", weiß der Experte.

BU zum Zweitbild, das Aufmacherfoto hat keine Online-Rechte: Die richtige Wassertemperatur ist im Aquarium wichtig: Die meisten Fische brauchen es 25 Grad warm.