Auch unsere geliebten Vierbeiner benötigen eine Zahnpflege

Zahnpflege : Auch Haustiere brauchen Zahnpflege

Saubere Zähne sind wichtig für die Gesundheit – auch beim Haustier. Der richtigen Pflege der Beißer von Hund, Katze oder Nager sollten Tierhalter daher ausreichend Zeit widmen.

Vernachlässigte Zahnpflege kann bei Vierbeinern zu schweren Erkrankungen führen. Eine große Gefahr stellen Bakterien dar, die aus dem Zahnbelag in den Körper des Hundes gelangen und dort lebenswichtige Organe wie Herz, Leber oder Nieren schädigen können. „Parodontitis, also die bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei Hund und Katze“, weiß Tierzahnarzt Dr. Markus Eickhoff. „Sie beginnt in der Regel schon mit zwei bis drei Jahren, ab dem sechsten Lebensjahr weisen vier von fünf Hunden hochgradige parodontale Veränderungen auf.“ Daher ist die tägliche Zahnhygiene das A und O für die Gesundheit des Hundes.

Ein erstes Anzeichen für Zahnprobleme beim Hund ist Maulgeruch. „Ohne Maulhöhlenerkrankungen und ohne Plaque entsteht kein Maulgeruch“, betont Tierzahnarzt Dr. Markus Eickhoff. „Gerötetes Zahnfleisch bis zum Zahnfleischbluten, Nasenausfluss oder Schwellungen am Knochen durch tiefe Entzündungen sind deutliche Zeichen für Zahnprobleme.“ Auch ein abnehmender Spieltrieb ist verdächtig, häufig lässt sich der Hund zudem ungern am Kopf streicheln. Sein Futter wird der Vierbeiner jedoch täglich fressen, wenn auch unter großen Schmerzen. „Der chronische und zyklische Charakter der Parodontitis macht die Erkrankung so gefährlich“, warnt Eickhoff. „Neben schmerzhaften Phasen gibt es immer wieder Tage, an denen der Hund kaum Symptome zeigt.“ Dennoch führt Parodontitis zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparates, wenn keine Behandlung erfolgt.

Hundehalter sollten frühzeitig vorbeugen und ihre Lieblinge bereits im Welpenalter an die tägliche Zahnhygiene gewöhnen. Das funktioniert am besten, wenn der Fang spielerisch geöffnet und das Tier gelobt wird. Im nächsten Schritt wird das Zahnfleisch mit den Fingern massiert. Wird dies vom Hund angenommen, kommt die Zahnbürste zum Einsatz. Durch viel Lob verbindet das Tier etwas Positives mit der Zahnhygiene. „Zum Zähneputzen gibt es Doppelkopfzahnbürsten, mit denen Innen- und Außenflächen gleichzeitig gereinigt werden können“, rät Dr. Markus Eickhoff. Hilfreich ist auch eine spezielle Hundezahnpasta. „Es gibt welche mit Hühnchengeschmack, die schmeckt gut und darf auch vom Hund geschluckt werden.“ Eine gute Unterstützung sind Zahnpflegesnacks zum Kauen. Wichtig ist zudem die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt – auch bereits bei Welpen bis zum Abschluss des Zahnwechsels mit etwa sechs Monaten.

Auch bei Katzen darf die Zahnpflege nicht vernachlässigt werden. „Zahnpflege ist bei Wohnungskatzen und bei

Freigängern erforderlich“, betont Dr. Markus Eickhoff. „Je mehr die Zähne genutzt werden, umso besser ist die selbsttätige Reinigung.“ Daher sollten Katzenhalter ihrem Stubentiger täglich etwas zum Kauen geben. Wichtig ist dabei, auf die altersspezifischen Bedürfnisse der Katzen einzugehen. Dazu helfen spezielle Zahnpflegefuttermittel oder Kauspielzeuge. „Die mechanische Reinigung mit einer Zahnbürste ist das beste Mittel, um Erkrankungen des Zahnfleisches und der Zähne vorzubeugen“, sagt Eickhoff. Es gibt spezielle Zahnbürsten und -pasten für Katzen. Im Fachhandel gibt es zudem spezielle Zahnpasta, die geschmacklich auf die Vorlieben der Katze abgestimmt ist. Am besten gewöhnen Katzenhalter bereits das Jungtier an die regelmäßige Zahnpflege.

Selbst das Gebiss eines Kaninchens benötigt Pflege. Bei passender Ernährung können die Nager ihre Zähne auf ganz natürliche Weise abnutzen. Wichtig sind dafür viel frisches Grün, Heu und Gemüse. Kaninchen-Halter sollten das Gebiss ihres Lieblings trotzdem regelmäßig prüfen. Im Normalfall greifen die Schneidezähne des Oberkiefers knapp über die des Unterkiefers, so können sich die Vorderzähne gut abnutzen. Ober- und Unterkiefer werden auf Abszesse abgetastet. Vorsicht bei feuchtem Fell unterhalb des Kinns, es kann auf Kauprobleme hindeuten. Bei der täglichen Fütterung lässt sich zudem erkennen, ob das Tier gerne frisst.

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