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Cava-Poo-Chon: Der Traum vom ewigen Welpen

Cava-Poo-Chon: Der Traum vom ewigen Welpen

Eine neue Kreuzung aus den USA soll die Sehnsucht nach dem ewig niedlichen Zwerghündchen stillen: der Cava-Poo-Chon.

<p>Eine neue Kreuzung aus den USA soll die Sehnsucht nach dem ewig niedlichen Zwerghündchen stillen: der Cava-Poo-Chon.

So stellen sich offenbar viele den idealen Designerhund vor. Er soll intelligent sein, gesund und allergenarm. Das Kläffen darf weggezüchtet, ein langes Leben dagegen angeboren sein. Und am allerwichtigsten: Er muss sein Welpengesicht für immer behalten. Vorhang auf für den Cava-Poo-Chon.

Beim Cava-Poo-Chon handelt es sich um die neueste Errungenschaft der gar nicht so neuen Suche nach einem vierbeinigen Jungbrunnen, welcher noch dazu hinsichtlich Größe und Aussehen das perfekte Accessoire verkörpert. "Es gab schon immer einen Markt für diese Art von Hunden", sagt Tiertrainer Steve Haynes aus Austin im US-Staat Texas. "Bis vor kurzem waren Mini-Yorkies oder Mini-Malteser in Mode."

Kreuzung aus drei Hunderassen

Zu Haynes Schülern gehören etwa 50 Cava-Poo-Chons der ersten Generation. Kreiert wurde die Kreuzung aus Cavalier King Charles Spaniel, Bichon Frisé und Zwergpudel von Linda und Steve Rogers, die in Pine im US-Staat Arizona leben. Sogar ein Genetiker und ein auf Fortpflanzungsmedizin spezialisierter Tierarzt wurden ihren Angaben zufolge zu Rate gezogen.

Der Cava-Poo-Chon vereine das Beste aller drei Hunderassen, schwärmt Linda Rogers. Es gebe keinen Grund, warum die Hunde keine 20 Jahre alt werden könnten. So viel Züchterstolz hat seinen Preis: Ein Welpe kostet 2000 bis 3500 Dollar (1500 bis 2600 Euro). Dafür darf der Kunde zwischen verschiedenen Farben und lockigem oder sehr lockigem Fell wählen. Bereits 58 Käufer hätten Interesse an einem zweiten Cava-Poo-Chon bekundet, sagt Rogers.

Zum Fanclub der kleinen Fellknäuel gehört Amy Wolf. Die Texanerin sagt, sie habe im Cava-Poo-Chon ihren Traumhund gefunden. "Ich weiß nicht, wie oft am Tag ich sie ansehe und zu ihr sage, 'du bist so süß'." Auch für ihren Mann sei die mittlerweile dreijährige Callie die Liebe seines Lebens - trotz seiner Allergien. Und natürlich habe Callie schon längst alle Nachbarn bezaubert. "Noch nie hatten wir einen liebenswerteren, süßeren Hund."

Hunde mit Baby-Look

Der Boom des Baby-Looks bei Hunden wurde schon vor mehr als einem halben Jahrhundert geschürt - mit Anzeigen in Zeitschriften, in denen sogenannte Teacup-Welpen beworben wurden, Minihunde, die so klein sein sollen, dass sie angeblich in eine Teetasse passen. Eine Zeit lang waren Yorkshire-Terrier, Malteser oder Deutsche Spitze populär. Ein recht neues Phänomen sind Hybridkreuzungen, die auf -oodle, -uddle oder -poo enden - die Niedlichkeit ist schon im Namen programmiert.

Was sich einige Züchter einfallen ließen, um ahnungslose Käufer anzuziehen, sei aber oft nicht mehr als ein Werbegag, kritisiert Darlene Arden, Autorin verschiedener Fachbücher zum Thema Tierverhalten. "Es gibt kein Teacup-Etwas", sagt Arden. "Es ist ein Marketing-Begriff, der sowohl von Hinterhofzüchtern als auch von kommerziellen Züchtern benutzt wird, damit sie Kleinsthunde, die nie hätten gezüchtet werden sollen, für richtig viel Geld verkaufen können." Meist bekämen solche Hunde später gesundheitliche Probleme, sagt Arden, und viele Tierärzte würden sich kaum trauen, sie anzufassen, weil ihre Organe so klein seien.

Der American Kennel Club (AKC), der Dachverband der Hundezüchter in den USA, erkennt den Cava-Poo-Chon nicht als Hunderasse an, weil es sich bei den Eltern um Vertreter unterschiedlicher Hunderassen handelt. Das Ergebnis sei ein Wurf gekreuzter Welpen, keine Neuzüchtung im klassischen Sinne, erklärt AKC-Sprecherin Lisa Peterson.

Die Liebhaber der neuen Minis kümmert das offenbar wenig. Für Brande Bradshaw ist ihre Bridgette perfekt, egal ob Rassehund oder nicht. Das sechs Monate alte Cava-Poo-Weibchen ist eine Kreuzung aus Cavalier King Charles Spaniel und Zwergpudel. Einen Bichon Frisé hat Bridgette, anders als die Cava-Poo-Chons, nicht im Stammbaum. "Ich war einfach hin und weg von ihr", sagt Bradshaw. "Sie ist unglaublich, der niedlichste Welpe, den ich jemals gesehen habe."

Fotos: Hundewelpen im Land der Träume