Beschäftigungen für Hunde - Welche Möglichkeiten gibt es?

Hunde : Ein Hobby für den Hund

Sind Hunde nicht ausgelastet, entwickeln sie manchmal komische Vorlieben. Dagegen hilft ein Hobby. Viele Tiere entdecken durch Hundesport oder Nasenarbeit eine richtige Berufung – ein riesiges Kapital.

Sie nehmen die Wohnung auseinander oder machen Radau, wenn man es gar nicht brauchen kann. Unausgelastete Hunde sind eine echte Last. Oft ist das Problem allerdings hausgemacht: Die Tiere sind intellektuell unterfordert. Aber: Wie findet man die richtige tiergerechte Beschäftigung für seinen Hund – ohne dass man sein Leben komplett umkrempeln muss?

Katja Krauß von der Hundeschule Greh in Berlin sagt: „Erstmal ist es wichtig, auf das Individuum zu schauen. Wie sieht der Alltag des Hundes aus? Was für ein Temperament hat er?“ Ein Hund, der mit ins Büro geht, hat sozusagen schon einen Job. „Viele Gerüche, viele Menschen. Das ist für die Tiere auch geistige Arbeit“, sagt die Expertin. Da verwundert es nicht, wenn der Hund nach einem Acht-Stunden-Arbeitstag höchstens noch seinen Schlaf unterbricht, um einen Kontrollgang zum Futternapf zu machen.

ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht von Marie von der Tann vom 17. Mai 2019: Ein bis zwei Stunden Bewegung braucht ein Hund am Tag, empfiehlt Hundetrainerin Katja Krauß. Foto: Robert Günther/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++. Foto: dpa-tmn/Robert Günther

Bewegung ist natürlich trotzdem wichtig: „Eine Stunde sollte es bei erwachsenen Hunden mindestens am Tag sein, besser sogar zwei“, sagt Krauß. Und, na klar, kann man es auch beim Spazierengehen belassen. Aber regelmäßiger Sport ist vor allem deshalb gut, weil er in der Regel Bewegung und geistige Auslastung bietet.

Eine der beliebtesten Hundesportarten ist das Agility. Dabei wird eine Art Hindernisparcours durchlaufen. Auf Zeit müssen die Tiere unter anderem Sprünge überwinden, durch Tunnel kriechen und Slalom laufen. Viele Hunde haben daran einen Heidenspaß. Marlies Köster vom Deutschen Hundesportverband erklärt: „Die Höhe der Hindernisse ist auf die Hunde angepasst, generell können alle teilnehmen“. Das ständige Springen und dessen Auswirkung auf die Gelenke wird in der Hundebesitzer-Szene allerdings heiß diskutiert.

Viele Hunde lieben das Apportieren. Es muss aber nicht immer das berühmte Stöckchen sein. Foto: dpa-tmn/Ina Fassbender

Auf der Suche nach dem richtigen Hobby für den Hund ist es hilfreich, die Rasse und deren Triebe zu bedenken. „Oft geben Rassezuchtvereine Ideen für eine artgerechte Beschäftigung. Bei Mischlingen müssen Besitzer überlegen: Von welchem Anteil hat der Hund mehr?“, rät Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte. Bei Retrievern beispielsweise ist die Sache klar: Ihre Passion ist das Bringen von Bällen, Stöckchen, Dummys. Die meisten lieben auch das Wasser, eine gute Möglichkeit der Beschäftigung sind also Bringspiele aus dem Wasser. Schwimmen ist zudem gut für die Gelenke.

Schwieriger wird es bei Hütehunden. Border Collies etwa oder auch Australian Shep­herds sind hochintelligente Leistungssportler – allerdings im Schafe hüten. Die meisten Besitzer haben aber leider keine. „Der Hütetrieb ist schwer zu befriedigen“, bedauert Krauß. Die Hunde müssen also anders gefordert werden. Da sie sehr intelligent sind, bietet sich hier zum Beispiel komplexe Nasenarbeit an. Aber auch Hindernistraining jeglicher Art kann eine schöne Herausforderung für sie sein. „Die besten Hunde bei Meisterschaften in Agility sind meistens Border Collies oder Australian Shepherds“, weiß Köster.

Hundetrainerin Krauß hält dennoch nichts vom Agility: „Die Sprünge sind für die meisten Hunde zu hoch, das Training auf Zeit ist nicht artgerecht.“ Krauß wirbt dagegen für die Nasenarbeit mit Hunden. Egal ob Hütehund, Labrador oder Chihuahua. Die Nase der Tiere ist derart fein, dass es kein besonderes Talent brauche, um Gegenstände oder Stoffe auf Kommando zu erriechen.

ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht von Marie von der Tann vom 17. Mai 2019: Job Bürohund: Viele Gerüche und viele Menschen zu unterscheiden ist harte geistige Arbeit. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++. Foto: dpa-tmn/Markus Scholz

Zehn bis 15 Prozent des Gehirns würden die Hunde zum Schnüffeln einsetzen. Ihre eigenen Hunde hat sie zum Beispiel auf die Allergiepflanze Ambrosia und Schimmel in Gebäuden trainiert. Denkbar ist aber auch das Schulen auf Trüffel, Geldscheine, Krebszellen, Allergene oder Bettwanzen. Wer täglich fünf Minuten trainiert, der könne seinen Hund in einem halben Jahr zum Suchhund ausbilden. Ein Profi braucht dafür oft nur zwei Wochen.

(dpa)
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