Hunde und Katzen Haariger Frühling: Fellwechsel bei Haustieren

Im Frühjahr sind viele Hunde und Katzen intensiv mit dem Wechsel vom Winter- zum Sommerfell beschäftigt. Regelmäßiges Bürsten kann die Phase unterstützen – und sogar die Beziehung zwischen Mensch und Tier stärken.

 Das lange und oftmals dichtere Winterfell wird in der wärmeren Jahreszeit bei Tieren nicht mehr gebraucht.

Das lange und oftmals dichtere Winterfell wird in der wärmeren Jahreszeit bei Tieren nicht mehr gebraucht.

Foto: Getty Images/chrisuk1

Wenn die Temperaturen milder und die Tage wieder länger werden, verlieren viele Hunde und Katzen das dichte Winterfell. Der Fellwechsel bedeutet für Menschen ein vermehrtes Aufkommen an Tierhaaren, die leicht weggesaugt werden können. Für den tierischen Begleiter kann diese Phase des Jahres jedoch recht mühsam sein und insbesondere langhaarige Vierbeiner benötigen jetzt deutlich mehr Pflege. „Aufgrund des vergleichsweise warmen Winters haben viele Hunde und Katzen in den vergangenen Wochen bereits vermehrt gehaart oder in warmen Phasen viel Fell verloren“, sagt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Jetzt lösen sich die restlichen Haare, eine behutsame, regelmäßige Fellpflege ist deshalb sehr wichtig.“ Ganz nebenbei genießen die Vierbeiner die Zuneigung in der Regel, die Mensch-Tier-Beziehung wird gestärkt und als positiver Nebeneffekt bleibt die Wohnung frei von Tierhaaren.

Die Expertin rät dazu, Hunde und Katzen während des Fellwechsels täglich vorsichtig zu bürsten. Spezielle Kämme und Bürsten entfernen vor allem abgestorbene Haare und fördern gleichzeitig die Durchblutung der Haut. So wird der Wechsel beschleunigt. Außerdem lässt sich das herausgekämmte Fell anschließend direkt dem Kämmwerkzeug entnehmen und entsorgen. Für jedes Fell gibt es die richtige Bürste, am besten lassen sich Menschen mit Tieren im Fachgeschäft beraten. Es ist wichtig, dass Hund und Katze langsam an die Fellpflege gewöhnt werden, dabei sollte das Ritual immer angenehm für sie sein. Denn nicht nur bei älteren Tieren kann beispielsweise zu starker Druck zu vermeidbaren Schuppen, Hautirritationen und schlimmstenfalls zu Schmerzen führen. Was sich heute mit der Bürste nicht entfernen lässt, kann oft an den folgenden Tagen problemlos ausgebürstet werden. Oft schadet auch eine kleine Pause nicht, denn das Bürsten soll keine negative Erfahrung für Hund und Katze werden.

Massage inklusive: Viele Tiere genießen es, wenn sie während des Fellwechsels gebürstet werden.

Massage inklusive: Viele Tiere genießen es, wenn sie während des Fellwechsels gebürstet werden.

Foto: dpa-tmn/Kai Remmers

Viele Hunde und Katzen empfinden die Fellpflege mit Fellpflegehandschuhen als wohltuend. Handschuhe mit Kunststoffnoppen schonen die empfindliche Tierhaut und lösen lockere Haare. Diese Art der Pflege kommt einer Massage oder dem Streicheln sehr nah und wird von tierischen Begleitern zumeist sehr genossen. Insbesondere bei kurzhaarigen Tieren ist der Handschuh sinnvoll und für alle langhaarigen Vierbeiner sollten Kämme und Striegel nicht zu scharf sein, ansonsten besteht Verletzungsgefahr. Gebürstet wird in Wuchsrichtung der Haare stets vom Kopf abwärts in Richtung des Körpers und der Beine. Bei Tieren mit dichtem Fell ist es ratsam, sich durch immer neue Scheitel vorwärts zu arbeiten. Diese sollten dann nach und nach vom Hals abwärts gezogen werden, um das Fell jeweils rechts und links von der gezogenen Kammlinie ordentlich durchzuarbeiten. Durch dieses Line-Brushing kann die wärmende Unterwolle schonend ausgekämmt werden.

Die Zugabe von ungesättigten Fettsäuren zur Tiernahrung kann den Haut- und Haarstoffwechsel fördern. Kleine Ölmengen regen das Haarwachstum an und können bei schuppiger Haut oder trockenem, struppigem Fell helfen. Hunde und Katzen benötigen vor allem Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzung, daher empfiehlt es sich, dem Futter im regelmäßigen Wechsel Leinöl, Rapsöl, Walnussöl und Hanföl hinzuzugeben. Dabei ist Vorsicht geboten, denn zu viel Öl kann Verdauungsbeschwerden verursachen.

Katzen nehmen in der Zeit des Fellwechsels oftmals selbst besondere Nahrung in Form von frischen Pflanzen zu sich. Da sie bei der Fellpflege einen Teil der abgestoßenen Haare verschlucken, beugen sie so Verdauungsbeschwerden vor. Freigänger fressen Gras im Garten, reinen Wohnungskatzen kann man junges Bambusgras oder frische Triebe von Weizen und Hafer bereitstellen. Tabu sind hingegen scharfkantige Gräser, die zu Verletzungen führen können.

 In der Zeit des Fellwechsels verlieren Haustiere besonders viele Haare, die sich dann in der Wohnung wiederfinden.

In der Zeit des Fellwechsels verlieren Haustiere besonders viele Haare, die sich dann in der Wohnung wiederfinden.

Foto: Getty Images/Iuliia Antonova

Der Fellwechsel unterscheidet sich von Tier zu Tier. Leben Katzen ausschließlich drinnen, sind sie annähernd gleichbleibenden Temperaturen ausgesetzt und haben einen weniger ausgeprägten Haarverlust als Katzen mit Freilauf. Dafür dauert der Fellwechsel bei ihnen oftmals länger. Vorsicht ist geboten, wenn die Tiere plötzlich eine große Menge an Haaren verlieren oder unter Juckreiz in Form von kreisrunden, haarlosen, geröteten Stellen leiden. In diesem Fall sollten Menschen mit ihren Vierbeinern eine tierärztliche Praxis aufsuchen. Auslöser können sowohl Pilzerkrankungen als auch immunologische oder hormonelle Erkrankungen sein, die unbedingt behandelt werden müssen.

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